gesammelt werden, um die Typen so sorgfältig als nur Lie Sorm der Füllungen paßt sich gut der Form der Tüure an.
maglich auszuarbeiten und bei Ausführung dieser Typen- Wie gekünstelt und ungeschicht sitzen oft die Füllungen in
pläne ungleich mehr Kräfte zu sparen. Tritt feiner ↄem Halbrund einer solchen Türe. Wie wenig schõone Türen
Takt, Können und Wollen hinzu, so wird der Aus- iberhaupt finden wir selbst an sonst guten, neueren Bauten.
führende den Aufbau nach Gesamt- und Cinzelform wie Meist hört hier die Liebe bei der Durchbildung des Außeren
nach Material- und Farbenwahl zu der gewünschten eines hauses auf. Und wie gut ist gerade eine schöne Haus⸗
Tinheit wie zu feiner ünpassung an' die natürliche Um- eingangstüre als einziger Schmuck geeignet, den Reiz eines
gebung bringen, die wir nicht hoch genug schätzen können. hauses zu steigern. Drum verwende man für die Form⸗
Kunst und Technik, Viheß —— Recht pe — gebung solcher Details viel 8 Bund fur Hei
ozialen und gesundheitlichen Forderungen wird dabe er Bun r heimat⸗
ialen, genügt werden können, so daß bei verständiger Neuer heimasschuß. schutz ist nicht gesonnen,
mitwirkung auer Beteiligten leßten Endes neben besten in dieser Seit nach wie vor seine Tätigkeit auf die Ver⸗
Tösungen sehr wesentliche Ersparnisse an Zeit und Geld, hinderung der baulichen Verunstaltung unseres Landes
an Sqhwierigkeiten und Arger sich einstellen. Man ver⸗ und auf die Erhaltung von Natur- und Kulturzeugen zu
gegenwärtige sich hiefür die wejentlichen Vereinfachungen, beschränken. Er will positive Arbeit leisten. Einen viel⸗
die sich dabei ergeben, wenn versprechenden Anfang bilden
der Bauherr unter wenigen für diese neu aufzunehmende
guten Plänen oder gar schon Arbeit die Veröffentlichungen,
aus geführten Bauten nur zu die der Bund demnächst her⸗
wählen braucht und der Archi⸗ auszugeben gedenkt und schon
tekt die mehrfache Ausführung herausgegeben hat.
eines Hauses nach einem Plan Ein Werk wie Georg Stein⸗
zu bearbeiten hat. Dem Hhand⸗ metzens „Grundlage für das
werker und der Bauindustrie Bauen in Stadt und Cand
kommt dies mehrfach zugute mit besonderer Rücksicht auf
durch Mehrung und Verein⸗ den Wiederaufbau in Ost⸗
fachung der Aufträge, d. h. der preußen“ ist positivster und
herzustellenden Arbeit und praktischster Heimatschutz. In⸗
Lieferungen. Aber auch die dem es alte und überlieferte
beteiligten Behörden, Bau⸗ Formen nicht nur in ihrer
polizei und die Organe kom⸗ ZIchönheit zeigt, sondern auch
munaler Wohlfahrtsanstalten ihren Sinn, ihren Konstruk—
hätten hierdurch wesentliche tionskern und ihren Wert auch
Arbeits vereinfachung zu er⸗ für unsere Handwerker, macht
warten. Die Statistik der Klein⸗ es längst Vergessenes wieder
wohnung in ihrer Gesamtheit lebens fähig und gewinnt es
würde durch diese Verein— zum helfer beim Aufbau
fachung ungemein gewinnen einer neuen Baugesinnung.
und koͤnnte sich zum weiteren Es wäre zu wünschen, daß
Vorteil des Kleinhauses besser ein ähnliches Werk die so
entfalten als bisher, wo in viel reichere und durchge⸗
dem Gewirr der Gebäude⸗ bildete Handwerkskunst der
arten kein fester Fuß zu fas⸗ schwäbischen Vergangenheit
sen war und weil nunmehr in gleicher Weise behandelt.
weniger, aber bessere, ein⸗ Ansätze sind durch die Arbeit
fachere und gut faßbare Ge— der Beratungsstelle für das
bäudearten zu bearbeiten wären. Baugewerbe mit ihrer Vor⸗
(Schluß folat.) lagenfammlung und ihren
Hoausture an einem Wohnhaus in Usm. 3 Zeitschrift veröffentlichten Aufnahmen be⸗
Schon manches schoͤne und malerische Cchchen aus Ulm Als neuester vom Bund für heimatschutz heraus⸗
haben wir in dieser Monatschrift veröffentlicht. Auch die zegebener Band erscheint gegenwärtig ein Buch „Klein⸗
obenstehend abgebildete Haustüre ist aus Umm. Auf den üedelungen aus Friedericianischer Zeit“ von Dr.Ing.
ersten Blick mäg sie uns mit ihrer derbgeschnitzten Um- W. Ruhn. Wie die Nöte des Siebenjährigen Krieges
rahmung ein wenig klobig und plump erscheinen. Doch uns in der Not unserer Zeit erst recht verständig geworden
je mehr wir sie betrachten, desto mehr fallen uns die ind, so verstehen wir jetzt auch die Wohnungs politik des
quten, behäbigen Verhältnisse der Türe selbst wie auch jroßen Friedrich als die Folge jenes Krieges um vieles
der Umrahmung auf, und dann sehen wir auch die gute besser und erkennen, daß die Schäden, die uns der Krieg
Gliederung der beiden Halbsäulen an der Umrahmung hebracht hat, eine Wohnungsfürsorge erfordern, die nur
und sehen, wie ulkig die beiden Schnecken auf den Kugeln n der aus Friedericianischer Zeit ihr Vorbild haben kann.
über den Säulen sitßen und wie schön sie überleiten vom In diesem Sinn kommt das Buch eben recht, auch wenn
halbrund über Halbachteck zum Viereck. Schön empfunden »s für süddeutsche Verhältnisse keine unmittelbar gültigen
sind die Profile des Abdeckgesimses und geschicht sind die Dorbilder bringt. Was es aber auch für uns wertvoll
beiden Slächen links und rechts der Schnecken ausgenützt zur macht, sind seine vorzüglichen Abbildungen, die mehr als
Anbringung der Jahreszahl 1688. Richt weniger schön als uns bisher bewußt war, zeigen, wie äußerste Sparsamkeit
die Umrahmung ist die Türe selbst. Durch einen stark profi- und Einfachheit sich sehr wohl mit architektonischer
lierten Stab wird sie horizontal in zwei Hälften geteilt und sSchönheit verbinden und wie sich vor allem auch ohne
so der Cindruch des Gemütlichen und Behäbigen noch erhöht. malerische Gruppierungen Ortsbilder zwar ernsten aber
Im Obertoeil dient ⸗aine odrobto Ralpfauie nle Onschlagloisse. dennoch oinlodendau Ausesebens schaffen losien.
Derantw.S qrif Oberbcura auis q mo nsi Dic SXAcugewerseschuse Vorsi. d Beratungesi. sd. Aaugew. Deri . Mi Menyer⸗-Iischen; Druck
oon Carl KrüningerNnachf. Ernst Klett. sämtl. in Stuttgart. — Für d. Bezieher d. Gewerbebl. a. Württ. unentgeltl. Im Buchhandel M. 3.50 jährl.
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