Volltext : Für Bauplatz und Werkstatt / Mitteilungen der Württemberg. Beratungsstelle für das Baugewerbe (Jg. 1921, Bd. 16, Heft 1/12)

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Schülerarbeiten der Baugewerkschule Stuttgart. Backofen⸗ und Waschkesselanlage
Entwurf: Wilh. Ehmer, Klasse V, Lehrer: Dipl. Ing. Nißner

seinen Plas finden, was an edlem Genuß für Körper und
Geist im Freien geboten werden kann.
In der Großstadt, in der Mittelstadt und überall da, wo
die Entfernungen zu großen Volksparken den meisten Be⸗
wohnern zuviel Kosten und zuviel Zeitverlust bringen, muß
jetzt mit aller Kraft versucht werden, noch übrig gebliebene
Gärten in der Stadt als Volksgärten möglichst beim Volks
hause zu erhalten.
Es gibt in den Städten immerhin noch solche Gärten:
Privatgärten, ehemals fürstliche Gärten, Gärten bei Bauten
oon Behörden. Diese Gärten sind oft, von einer großen
Mauer umgeben, von niemand benutzt, menschenleer, sie sollten
in der einfachsten Weise als Volksgärten eingerichtet und
der Oeffentlichkeit erschlossen werden. Der Volksgarten muß
in demselben Geiste erschaffen werden, wie das Volkshaus
Er wird in der Hauptsache aus folgenden drei Teilen bestehen:
Im Anschluß an den Versammluͤngsraum des Volkshauses
ein möglichst großer Platz oder eine Volkswiese, umrahmt
oon Baumgängen; im Anschluß an den Jugendraum' im
Volkshause ein Spielplatz, ebenfalls umrahmt von einem
Baumgang und im Anschluß an die Bücherei ein stiller
Garten von Hecken umgeben, in der Mitte Blumen. au den

Buchbes
Der moderne Baustil, von Or.Ing. Eugen Ehmann,
Verlag Jul. Hoffmann, beide in Stutigart. 1919.
Die Schrift ist ein Beitrag zur Klarstellung des Wesens
der neuen Architekturen im Aufang des 20. Jahrhunderts.
An Hand der bedeutendsten Bauwerke der letzten Jahrzehnte
wird die Entwicklung einer stetigen Linie, das Gesetzmäßige
des werdenden Baustils unseres Zeitalters nachgewiesen.
Allgemein giltige Stilgrundsätze werden entwickel und der
oft verwischte oder ungenügend betonte Unterschied zwischen
Kunst und Stilwert klargemacht. Ein- und inehrräumige
neuzeitliche Bauschöpfungen werden der Reihe nach in ihrer
Grundrißentwicklung vorgestellt und die gemeinsamen Merk⸗
male, das Gesetzmäßige dies er Raumordnungen nachgewiesen.

Seiten Nischen, in die man sich ungestört mit einem guten
Buch aus der Bücherei setzen kann. So werden Volkshaus
ind Volksgarten zu einer Einheit für das körperliche und
zeistige Wohl der Menschen werden.
Ueber Junges Bauen sprach Bruno Taut: Er wies
darauf hin, daß zunächst einmal der geistige Inhalt feststehen
nuß, der das Volkshaus erfüllen soll, ehe gebaut wird. Zu—
nächst ist jeder öffentliche Bau ein Volkshaus — ein Theater
o gut als wie ein Kino. Aus dem Gemeinschaftsgedanken
vird das neue Volkshaus erwachsen. Dabei werden die
Volksbildungsbestrebungen ihre Aufgabe mehr im Beseitigen
»on Hemmungen sehen müssen, die heute die Gestaltungs⸗
räfte lähmen. Dann werden jene neuen Kräfte, die sich regen,
ie Möglichkeit finden, neue Bauten zu schaffen, die dem
ieuen aufkeimenden Gemeinschaftsleben ihre Räume zu
ieten vermögen.
Mit der Tagung war eine Ausstellung der bestehenden
VBolkshäuser und Jugendheime verbunden, die einen guten
Leberblick über die Volkshausbewegung gab. Näheres
Material über die Volkshausfrage kann koftenlos von der
Heschäftsstelle des Deutschen Volkshausbundes Hamburg ⸗
Hroß-Hansdorf bezogen werden.“

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rechung

Ueber die Baugesinnung unseres Zeitalters, über die Schwie⸗
rigkeit der Schöpfung heutiger Bauaufgaben im Hinblick auf
die sozialen Gegensäte werden Betrachtungen angestellt. Daß
der Mangel einer Idee, das Fehlen eines Glaubens, Krämer.
zeist und grasser Materialismus, die Kulturlosigkeit der Mehr⸗
ahl der Bauherrschaften niederziehend auf unfere Baukultur
virken, geht aus denselben hervor.
Die gründliche und in ihrer Art vollständige Arbeit ist
nit etwa 25 gutgewählten Abbildungen versehen. Sie wird
illen Fachleuten willkommen, besonders aber den Bau⸗
ünstlern und ihrer heutigen Jugend wegweisend sein und
ur Klärung mancher wichtiger Fragen hinsichtlich unseres
Stiles“ beitragen.
            
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