zur Verfügung steht und als Unterlage und Anleitung be—
nützt werden kann. Auch gibt sie auf Grund langjähriger
Erfahrung auf diesem Gebiet Ratschläge und Skizzen an
Gemeinden, Anstalten usw. Grundsätzlich raten wir, keine
Umgestaltung und Erweiterung ohne Zuziehung eines tüch—
tigen, künstlerisch begabten Architekten vorzunehmen. Das—
selbe gilt auch von der Anlage eines sogenannten Musterfriedhofs
mit Mustergrabsteinen unter Beteiligung der orts⸗
ansässigen Handwerker usw. Dieser soll eine dauernde Aus—
stellung der für den Heimatfriedhof geeigneten Grabmale
n Anlage, Aufbau, Bepflanzung und Anterhaltung sein.
Auch durch Vorträge mit Lichtbildern läßt sich in dieser
dinsicht bei den Gemeindegenossen manches erreichen.
Die Beratungsstelle für das Baugewerbe ist im Benehmen
nit dem Landesamt für Denkmalpflege in Stuttgart in der
dage, jederzeit solchen Wünschen gerecht zu werden (vergleiche
auch Erlaß des Ministeriums des Innern vom 21. Maĩ lIls,
Amtsblatt des Ministeriums des Innern S. 94 und Be—
'anntmachung des Ministeriums des Kirchen- und Schul⸗
wesens vom J. August 1920, Staatsanzeiger Nr. 185).
Erweiterung eines ländlichen Friedhofs
In den Abbildungen
bringen wir heute den
Vorschlag einer Fried⸗
hoferweiterungeinerklei⸗
nen Gemeinde bei Reut⸗
lingen. Die Erweiterung
in unmittelbarem An—
schluß an den bestehen⸗
den Friedhof ist schon
im Hinblick auf Ueber—
sicht und vereinfachte
Betriebsführung der
notwendigen Nebenan ⸗
lagen das Nächstliegen⸗
de. Zwei Durchbrüche in
der alten Mauer, die sonst
als willkommener Hinter⸗
grund bestehen bleibt,
führen zuder Neuanlage,
ebenso zwei Eingänge
und eine Zufahrt in der
umschließenden Hecke.
Ein Leichenhaus mit den
nötigen Nebenräumen
und kleinem Platzzur An⸗
sammlung bei Leichen⸗
begängnissen ist neben
der Anlage von Gräber—
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Leichenhalle für Unterhausen
Entwurf der Beratungsstelle für das Baugewerbe
feldern geplant. Bäume,
Bänke und ein Brunnen
vervollständigen die
Ausstattung des Fried⸗
hofs. Die Anordnung der
Gräberfelder, der Wege
usw., wie sie aus dem
Plan ersichtlich ist, wird
bei einigem Nachdenken
deutlich den Unterschied
gegenüber der üblichen
Anlage unserer Fried⸗
höfe erkennen lassen. Es
ist zu hoffen, bei der Ver⸗
wirklichung dieser An⸗
lage eine alle Teile be—
friedigende Begräbnisstätte
schaffen zu können.
Das Leichenhaus ist als
einfacher, anspruchsloser
Bau massiv erstellt und
oerputzt gedacht mit Zie⸗
geldeckung. Die Halle
kann bei schlechtem Wet⸗
ter als Unterstand für die
Friedhofbesucher, bei
Beerdigungsreden als
Unterschlupf dienen.
Heimische Steine für Grabmale
In den nachfolgenden
Zeilen bringen wir ein
Gutachten des
Reichskunstwarts
über diese Frage zum
Abdruck. Wir
sind grundsätzlich
mit diesem
einverstanden,
——
meine künstle⸗
rische Gesichtspunkte in
Betracht kommen. Wirt⸗
schaftliche Erwägungen
für den Bereich in Wuͤrt⸗
temberg gebieten aber
eine möglichst ausgie—
bige Verwendung der
reichlich vorhandenen
wüůrttember⸗
gischen Gestei⸗ Mαα —E — — —
ne, bei denen
auch Schwarz ⸗
wälder Granit und Mar⸗
mor vomJura nicht fehlt.
Die Notlage unserer
hochentwickelten Stein⸗
bruch- und Steinmetzbe—⸗
triebe, die hohen Kosten
für außerwürttember⸗
gische Gesteine, die frühe
Umgrabzeit der meisten
Gräber (meist nach 20
Jahren) und
damit die Au—
ßerdienststel⸗
lung dieser
Grabsteine
rechtfertigen
sogar die Verwendung
unserer württembergi⸗
schen weicheren Sand⸗
steine zu Grabmalen.
Die Verwendung hei—
mischer Baustoffe bringt
erst vollwertige, volks—
tümliche Kunst.
— Für italie—
nischen Mar—⸗
mor und fremd⸗
ländischen Granit ist
auch auf unseren Fried⸗
höfen kein Raum. Außer⸗
vürttembergische, deut⸗
sche Gesteine mögen bei
inzelnen teueren für sich
——
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Aus dem Wettbewerb für Bauhandwerker 19202 21