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Aerausqeq. vom VWMür.
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18. Jahrgang Stuttgart.
Für Bauplaotz
In dem Erscheinen unserer Monatsschrift wird im Jahr
1923 insofern eine ünderung eintreten, als der Württ. Bau⸗
meisterverein E. V., Stuttgart, Seestratze 74, den Verlag
und die Auslieferung übernor imen hat. Kuch kann die
Das dreiseitigee
Die ins Phantastische gestiegenen Baukosten von neu zu
erstellenden Wohnungen zwingen zu einschneidenden Spar—⸗
maßnahmen, wenn ein Bauen überhaupt noch möglich sein
oll. Ueber diese Tatsache ist sich jedermann klar, nur über
das „Wie“ herrscht Meinungsverschiedenheit.
Junge Leute ersehnen ein kleines, bescheidenes Heim, um
heiraten zu können. Keltere Leute, deren Kinder erwachsen
sind und das Elternhaus verlassen haben, suchen kleine Woh—
nungen, um die Lasten der immer höher steigenden Wohnungs—
miesen und Abgaben auf ein erträgliches Maß herabzudrücken.
llinderreiche Familien müssen untergebracht werden und auch
einzelstehende Personen suchen ein Unterkommen. Kuf diese
Forderungen ist bei der Erstellung neuer Wohnungen KRück⸗
sicht zu nehmen.
Unter dem harten Druck der Verhältnisse haben sich die
Ansprüche an Wohnraum bei diesen Wohnungssuchenden im
Caufe der Zeit sehr herabgemindert und werden sich unter
dem Einfluß der fortschreitenden Teuerung noch weiter ver⸗
cingern. Die vor oder gleich nach dem Krieg aufgestellten
Mindestforderungen an Wohnfläche lassen sich heute nicht mehr
aufrecht erhalten. Diese klar erkannte Tatsache zwingt uns,
alle Wohnbedürfnisse zurückzuschrauben, selbst auf die Ge—
fahr hin, einige Unannehmlichkeiten mit in den Kauf nehmen
zu müssen.
In unseren Siedlungen sind die einzelstehenden Häuser
bevorzugt, weil kein direkter Nachbar vorhanden ist. Zwei
ameinäander gebaute Häuser, die bei gleicher Größe wie das
Tinzelhaus etwas billiger zu erstellen sind, finden bei manchen
Bewerbern weniger Anklang, weil durch die Scheidemauer
Herãausche der Nebenbewohner hörbar werden können. Noch
weniger beliebt sind die in Reihen aneinandergebauten Häu—
ser, die zwei direkte Nachbarn aufweisen. Das dreiseitig
eingebaute Haus ist in der Neuzeit überhaupt nicht mehr
— Durch⸗
führbarkeit das direkte Angrenzen von 3 Nachbarn zu große
Ztoͤrungen befürchten läßt.
Es ist nun interessant, daß in Heilbronn a. N. eine Sied⸗
ung besteht, die gegen das Ende der bOer Jahre des vorigen
Jahrhunderts errichtet, dreiseitig eingebaute häuser in Grup⸗
den von 12 Stück aneinandergebaut aufweist, wie dies die
Abbildung auf Seite 3 zeigt. Diese Häuser, die heute noch
alle bewohnt sind, wurden den damaligen Wohnbedürfnissen
von Indusitrie⸗Arbeitern angepaßt und weisen im Erdgeschoß
eine kleine Küche auf, die zugleich als Hauseingang dient,
sowie ein Wohnzimmer und einen von auken zugänalichen
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Nummer 1
und Werfkfstatt
Monatsschrift nunmehr wieder für sich abonniert werden.
Alle Bestellungen und Anfragen für den Jahrgang 1928
uinserer Monatsschrift sind daher nur an den obengenannten
Hherein zu richten.
ngebaute Haus
Abort. Im Wohnzimmer führt eine schmale Treppe nach
»em im 1. Stock vbefindlichen Schlafzimmer, von welchem
nus eine an die Wand umklappbare Leiter nach dem Dach⸗
hoden führt, der mittelst eines Klappdeckels gegen das Schlaf—
‚immer abgeschlossen ist. Ein Untergeschoß haben manche
dieser Häuschen nicht, was von den Bewohnern als großer
Uebelstand empfunden wird. Ein solches Häuschen hat ohne
Untergeschoß einen umbauten Raum von etwa 130 chm.
nit Untergeschoß von etwa 150 cbm.
Betrachlen wir vergleichsweise ein Siedlungsgebäude, wie
s zur Zeit vielerorts zur Ausführung gelangt, und als
HZegenbeispiel in der Abbildung auf Seite 3 wiedergegeben
ist, so sehen wir, daß ein solches Gebäude mit einem um⸗
hauten Rauminhalt von ungefähr 460 cbm das 35 ja bei⸗
nahe 4-fache an Raum aufweist, wie das vorher geschilderte
dreifach eingebaute Einfamilienhäuschen.
Als Vorteil des größeren Siedlungsgebäudes ist anzufüh—
en, daß in demselden anstatt einer großen auch zwei kleine
Familien untergebracht werden können, denen je 2 Simmer
ind eine Rüche,- zugeteilt werden. Kber selbst unter Be—
rücksichtigung dieses Cinwandes bleibt die Tatsache bestehen,
daß das kleine häuschen mit 2 Zimmern, Küche, Unter⸗
geschofz und Dachboden noch um 75 cbm kleiner ist, als
rine AZimmerwohnung mit Zubehör im neuen Siedlungs—
Jebäude. Dies rührt davon her, daß bei ersterem der
Korridor oder Vorpliatz fehlt, das Ausme der Küche sehr
zeschränkt ist und die Treppe einen se. derinden Platz
ꝛinnimmt.
Welche Gründe bei der Erstellung dieser alten Siedlung
n heilbronn maßgebend waren, daß häuschen so geringen
Jusmaßes selbst unter teilweiser Weglassung des doch so
rotwendigen Untergeschoßraumes errichtet wurden, können
vir heute nicht mehr ermitteln. Auf jeden Fall zeigt uns
aber diese Siedlung, wie weit die Wohnbedürfnisse herab—
geschraubt werden können, ohne daß die Gesundheit der Be⸗
vohner darunter leidet. Vergessen wir nicht, daß diese
zäusergruppen licht- und luftdurchflutet in Gärten liegen.
ha ist ein ganz anderer Maßstab anzulegen, als wenn
zweizimmerwohnungen in einer Großstadtkaserne nach
inem licht⸗ und luftlosen Hofe zu gelegen sind.
In Erkenntnis der vorliegenden Tatsachen wollen wir in
Hachstehendem die Vor- und Nachteile des dreiseitig ein—
gebauten Hhauses an hand der beigegebenen Zeichnungen
untersuchen.
JIe weniger Aukenmauern ein Gebhäude aufweilt. d. b