Volltext : China

Das  Land

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wärts  reichen  (s.  Kärtchen).  Den  Westen,  Sz’tschwan  und  Umgebung,
bezeichnet  er  als  boreal  winterfeuchtkalt.  Der  äußerste  Nordwesten
von  Kansu  gehört  zum  Steppenklima  Innerasiens.
Jedenfalls  liegt,  ganz  im  großen,  China  unter  der  Herrschaft  klimatischer ­
  Verhältnisse,  die  als  sehr  günstig  für  seine  menschliche
Entwicklung  angesehen  werden  müssen.  Die  Früchte  der  verschiedenen ­
  Wärmegürtel  von  der  Grenze  des  kühl-gemäßigten  bis  zu  der
Grenze  des  warm-subtropischen  Klimas  reifen  innerhalb  seines  Machtbereichs ­
  und  gestatten  ihm  eine  ungewöhnlich  weitgehende  Autarkie.
Im  Norden  wachsen  Weizen  und  Hirse,  in  den  mittleren  Teilen  Baumwolle ­
  und  Maulbeeren  neben  Reis  und  Tee,  denen  sich  nach  Süden  mehr
und  mehr  das  Zuckerrohr  und  die  Früchte  der  tropischen  Wirtschaft
gesellen.  Das  unerschöpflich  nützliche  Bambusrohr  kommt  vom  Süden
bis  an  das  große  Scheidegebirge  hin  vor.
Nirgends  sind  dauernd  so  tiefe  Temperaturen,  daß  sie  die  Entwicklung ­
  einer  Kultur  besonders  erschweren;  im  Norden  nur  jener  den  borealen
  Gegenden  eigene  kräftige  Wechsel  zwischen  ausgesprochenem
Winter  und  Sommer,  der  gewiß  mit  Recht  als  eine  Quelle  besonderer
Gesundheit  und  Nervenkraft  der  Menschheit  gilt.  Nirgends  auch  dauernd ­
  so  hohe  Wärmegrade,  daß  sie  erschlaffend  wirken.  Dazu  überall
die  in  den  entsprechenden  Breiten  erforderliche  Regenmenge,  um  eine
hohe  Bodenkultur  zu  betreiben.  Und  wenn  einerseits  hier  und  dort
die  relative  Geringfügigkeit  dieses  Regenfalls  zu  kunstvollen  Berieselungsanlagen, ­
  andererseits  die  Überfülle  des  Wassers  vielerorts  zu
gewaltigen  Schutzbauten  nötigt,  so  liegt  ja  unfraglich  auch  darin
ein  bedeutsamer  Zwang  zu  kultureller  Erziehung  für  das  diesen  Boden
seit  Jahrtausenden  bewohnende  Volk.
9.  Die  Hauptströme  Chinas.
Ganz  China  im  Bereich  der  achtzehn  alten  Provinzen  ist  peripherisches ­
  Gebiet  Asiens,  d.  h.  besitzt  Abfluß  zum  Meere.  Ausgenommen
davon  ist  nur  der  noch  innerhalb  des  Bereichs  der  Großen  Mauer  gelegene ­
  Teil  der  Provinz  Kansu,  der  sich  längs  der  Yümönn-  Straße
(S.  18)  am  Fuß  des  Nanschan  nach  Zentralasien  hineinzieht.  Die  von
den  Flanken  dieses  Gebirges  herabkommenden  Flüsse,  stark  vermindert ­
  durch  die  Berieselungskultur  an  ihnen,  verlieren  sich  durch
Verdunstung  in  der  Wüste.  Alle  übrigen  Wasserläufe  Chinas  entleeren
sich  nach  Osten  in  den  Großen  Ozean.  Als  Landbildner  und  Umbildner, ­
  als  Lieferer  des  Berieselungswassers  für  die  Feldbestellung  oder
als  Verkehrsadern  spielen  sie  für  das  Leben  Chinas  eine  außerordent-
            
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