Volltext : Für Bauplatz und Werkstatt / Mitteilungen der Württemberg. Beratungsstelle für das Baugewerbe (Jg. 1927, Bd. 22, Heft 1/12)

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stuttgart, Februar 1927

22. Jahrgang / Nummer 2

Merkblätter zur Unterstützung der Holz⸗
und Steinbildhauer und des Steinhauergewerbes

Das Württ. Landesgewerbeamt hat im vergange—⸗
nen November ein Merkblatt herausgegeben, das den
Zweck hat, die Holz- und Steinbildhauer zu unter—
stützen. Dies geschah auf Grund einer Besprechung, zu
welcher der Württ. Handwerkskammertag und eine vom
Staatsministerium im Landtag beantwortete „Kleine
Anfrage“ die Anregung gaben. Vertreten waren in der
Besprechung die staatlichen Baubehörden, die vier
Handwerkskammern, der Bund Deutscher Architekten,
der Werkbund und eine Anzahl von Verbänden der
Holz⸗ und Steinbildhauer. Verschiedene Gutachten von
Sachverständigen bezeugten, daß die Lage des Bild
hauergewerbes in Württemberg zurzeit äußerst ungün—
stig ist. Die Bildhauer wollen versuchen, im Wege der
Selbsthilfe sich vermehrte Aufträge zu verschaffen. Sie
sind aber dabei in weitgehendem Maße auf die Unter—
stützung der Architekten angewiesen.
Die Versammlung beschloß, die Bitte der Bild—
hauer an die Architekten dringend zu unterstützen. Die
staatliche Förderung ist den Bildhauern durch den Ver—
treter der staatlichen Bauverwaltung zugesagt worden.
Es wurde die Bitte ausgesprochen, daß die in Würt⸗
lemberg vertretenen Reichsbehörden, alle öffentlichen
Körperschaften, insbesondere die Städte und Gemein—
den und die Kirchenbehörden sich dem Beispiel der staat—
lichen Bauverwaltung anschließen und den Bildhauern
über die Zeit der ihnen so unguͤnstigen Stilrichtung hin⸗
weghelfen.

Wie baue ich rationell? Von

Diese Frage kann nicht mit einer bestimmten
Lösung beantwortet werden, da je nach dem Einzel—⸗
fall ganz verschiedene Anforderungen gestellt werden.
Um eine Lösung zu finden, die in einem gegebenen Fall
die rationellste ist, sollen nachstehende Untersuchungen
angestellt werden. Rationell ist ganz verschieden zu be—
werten, im einen Fall heißt es nur billig, im andern
heißt es trocken, im dritten schnell, im vierten Fall leicht
Was bei einem Winterbau durchaus rationell ist, kann
im Sommer falsch sein. Der Fachmann wird zu ent—⸗
scheiden haben, was er als rationell zu wählen hat. Fer—
ner ist rationell nur das, was später geringste Unter—
haltungskosten verursacht, also die Miete nicht unnötig
verteuert.
Für weitere erprobte Vorschläge — immer mit

Ein zweites Merkblatt wurde vom Landesge⸗
werbeamt für das Steinhauergewerbe ausgearbeitet
und wird an unsere Leser verschickt werden. Gerade
Württemberg besitzt eine große Auswahl wertvoller
Natursteine. Trotzdem ist das früher blühende Gewerbe
n den letzten Jahren mehr und mehr zurückgegangen.
Die Notlage beschäftigte den Landtag und gab Veran—
assung zu diesem Merkblatt.
Es enthält einen Aufsatz von Professor Dr. Keß⸗
ler am Geologischen Institut in Tübingen mit der
Frage: „Warum sollen wir einheimische Natursteine
remden Steinen vorziehen?“ und deren Beantwortung
durch Gründe der Wirtschaftlichkeit und der Schönheit.
Es folgt eine Abhandlung über das Vorkommen
und die Verwendungsmöglichkeiten württembergischer
Natursteine von Architekt Fr. Schittenhelm,
Feuerbach. Es wird darin festgestellt, daß die starken
Preisunterbietungen vor dem Krieg und die Empfind⸗
ichkeit der Archilekten in Bezug auf Farbenüberein⸗
stimmung Hauptursachen für die heutige Sachlage
varen. Die allgemeine Verarmung tat das Übrige.
Im zweiten Teil der Abhandlung werden die
wichtigeren Natursteine Württembergs aufgeführt. Sie
werden ihrer Beschaffenheit nach geschildert und ihre
Verwendungsmöglichkeit angegeben. Beispiele ausge—
führter Bauten und die Angabe der Hauptbrüche des
beireffenden Steins schließen sich jeweils an.
* Bei der Beratunasstelle für das Baugewerbe erhältlich.

Architekt P. Zettler

Preisangabe auf der gegebenen Grundlage —, ist die
Beratungsstelle für das Baugewerbe den Erzeugern
rationeller Bauweisen dankbar.

Decken (Gebälke)

Nachstehend sollen zunächst die Decken Gebälke)
für den Wohnungsbau untersucht werden. Weitere
Untersuchungen behalten wir uns vor.
Die eingesetzten Preise sind die heutigen Tages—
preise, wie sie bei Vergebungen anfallen. Die Endsum⸗
men können nicht ohne weiteres verglichen werden, da
der Bodenbelag ganz verschieden angenommen ist; sie
können aber ohne Mühe auf gleichen Bodenbelag ab⸗
gestellt werden. Sämtliche Preise gelten für 1qm.
            
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