Volltext : Für Bauplatz und Werkstatt / Mitteilungen der Württembergischen Beratungsstelle für das Baugewerbe (Jg. 1928, Bd. 23. Heft 1/12)

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Die Wände der Turnhalle sollen glatt sein; die nötigen
Schränke, soweit sie nicht außerhalb der Halle anzubringen
sind, können in die Wand eingelassen werden. Zur Erleichte⸗
rung der Reinigung sollte der Boden möglichst frei von Gerä—
ten sein; Matten sind aufzuhängen.
Bei der Anlage der Fenster ist darauf Bedacht zu nehmen,
daß genügend Wandfläche für die Anbringung von Geräten frei
bleibt (Klettergerüst, Leitern, Sprossenwand); mindestens an
ziner Wand sollten die Fenster 2,80 m über dem Boden liegen.
Die Anlage eines Weichbodens in der Halle empfiehlt
sich nicht; sie ist in allen Schulturnhallen außerhalb Würt⸗
embergs verpönt und sollte auch bei uns aus hygienischen
Gründen unterbleiben.
Genügender Lüftung, die am besten auf einfachem, mecha⸗
nischem Wege geschieht, ist besondere Aufmerksamkeit zu
chenken.
Die Anbringung der Geräte soll so erfolgen, daß möglichst
oiele Geräte gleichzeitig benützt werden können. Die Haupt⸗
geräte sollten in der vollständig ausgestatteten Turnhalle drei⸗
zis vierfach vorhanden sein.
Der begreifliche Wunsch, die Turnhalle auch anderen Zwecken
dienstbar zu machen, hat da und dort dazu geführt, daß die
Turnhalle als Festhalle eingerichtet wurde. Vor dieser
Ferbindung ist eindringlich zu wärnen. Die allzureichliche
Verwendung zu festlichen Zwecken, Versammlungen, Ausstel⸗
ungen hat' fast überall zu einer nicht erträglichen Störung
des Schuͤl- und Vereinsturnens geführt. Es empfiehlt sich da⸗
her, den Bau nur auf die turnerischen Bedürfnisse abzustellen;
jegen die Verwendung der Halle als Festsaal für die Schule,
schließlich auch für gelegentliche Vorträge ist nichts einzuwenden.
Tierausftellungen sind in Turnhallen unzulässig.
In einer größeren Turnhalle sollte eine Wohnung für
den Hauswart eingebaut werden, auch kann die Unterbrin—
gung von Wannenbädern, einer Jugendherberge, sowie
der Einbau eines Sitzungszimmers für Vereine oder eines
Sing- und Vortragssaals in der Turnhalle empfohlen werden.
Zur turntechnischen Beratung ist die Landesturnanstalt in
Stuüttgart, Hoizgartenstraße 11, bereit, deren Gutachten zur
Frlangung eines Staatsbeitrags und der Genehmigung zur
Schuldaufnahme notwendig ist und vor Inangriffnahme des
Baus eingeholt werden sollte.
Für die Geräteausstattung empfiehlt sich die Einho—
lung von Angeboten bei mehreren Firmen; es kommen hiebei
u. a. folgende Turngerätefabriken in Betracht:
Gotthilf Benz, Winnenden,
Dietrich u. Hannak, Chemnitz, Vertreter C. Maier, Stutt⸗
gart, Hohenheimerstr. 5,
T. 8 Pfeiffer, Frankenthal i. d. Pfalz,
d. Volffs u. Hesse, Braunschweig,
Beorg Stöhr, Schwabach bei Nürnberg,
Heinrich Meyer, Hagen i. W.
Hersteller des „Saturns“:
Pflugfabrik Eberhardt in Ulm.
Literatur:
dans Hacker, Ubungsstättenbau, Weidmannsche Buchhandlung,
 Berlin.
Schutz, Die neuzeitliche Turnhalle, v. Dolffs u. Helle,
Braunschweig.

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