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stuttgart, Oktober 1930
25. Jahrgang / Nummer 10
Flachdaãcher
Von der Reichsforschungsgesellschaft für Wirtschaftlichkeit in Baue und Wohnungswesen wurde in Sonder—
heft 4 eine Veröffentlichung über das Flachdach aus der Versuchssiedlung in Frankfurt a. M.-Braunheim
herausgegeben. Wir geben dieses Studienmaterial unserem Leserkreis zur Betrachtung und bitten, die
Praktiker ihrerseits diese Forschungsergebnisse kritisch zu werten und etwaige Mängel und weitere Er
gänzungen unserem Verlag bekanntzugeben.
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Als eigentliche Konstruktionsteile der Flachdächer können sowohl
sämtliche Massivdecken, als auch Eisenträger- und Holzbalken—
decken verwendet werden, jedoch wird man naturgemäß bei
reinen Beton- und Eisenbetonbauten die an Ort und Stelle
gestampften, eisenarmierten Massivdecken wählen, bei Eisen—
skelettbauten die Eisenträgerdecken und bei Montagebauweisen
nöglichst die Montagedecken. Bei normalen Ziegelsteinbauten
sind sämtliche vorgenannten Konstruktionen anwendbar.
l. Massivdãcher
Als Unterkonstruktion der Massivdächer ist bei den folgenden
Ausführungen die Montagedecke angenommen worden. Bei
Anwendung der übrigen Massiodecken werden sich ähnliche
Lösungen für die Ausbildung der Flachdächer ergeben. Während
bei der Konstruktion der Zwischendecken die Herstellung des
auf der Decke befindlichen Fußbodens verhältnismäßig einfach
ist, weil die Isolierung gegen Temperatureinflüsse und Feuch—
tigkeit hierbei nicht so wichtig ist, entstehen beim Flachdach aus
der Forderung einer einwandfreien Isolierung ganz erhebliche
Schwierigkeiten. Hinzu kommt, daß die Massiokonstruktionen,
die der Witterung und den Temperaturänderungen sehr stark
ausgesetzt sind, unangenehme Bewegungen und Veränderungen
zeigen, die zu Rissebildungen im Beton und zu Zerstörungen
der empfindlichen Isolierschichten führen können. Das Haupt—
ziel bei der Konstruktion der Massivdächer muß daher dahin
gehen, die Bewegungen des Betons möglichst zu verhindern
bzw. unschädlich zu machen. Die Rissebildungen bei den Mas—
sivdecken entstehen entweder durch Schwindung des Materials
beim Austrocknen oder durch Bewegungen bei Temperaturver—
inderungen und durch innere Spannungen im Beton selbst.
Erhöht werden diese letzteren Spannungen noch durch Ver—
wendung verschiedenartiger Materialien bei ein und derselben
Konstruktion, z. B. Eisen mit Beton, Kiesbeton mit Bims—
heton., fertige Platten oder Steine mit Stampfbeton. beson—
ders auch bei Verwendung von Holzstoffen in Verbindung mit
Beton. Die Rissebildungen erstrecken sich nicht nur auf die
Decke selbst, sondern infolge der Bewegungen der Massivdecke
m Ganzen werden auch die anschließenden Wände in Mit—
eidenschaft gezogen. An den Auflagerstellen tritt oft eine
Lockerung des Mauergefüges ein, die meist die Putzflächen so—
vohl an der Außenwand als auch an der Innenwand allmäh—
ich zerstört. Oft werden sogar erhebliche Risse im Massiv—
nauerwerk hervorgerufen, sowohl an den unter der Decke lie
jenden, als auch an den höher geführten Teilen der Mauern.
Besonders zeigen sich an den Anschlüssen der Massivdächer an
»as aufsteigende Mauerwerk schon nach kurzer Zeit Haarrisse,
zie meistens Undichtigkeiten zur Folge haben.
Am diesen Übelständen zu begegnen, muß die Konstruktion der
Massivdächer sehr sorgfältig durchdacht und die Ausführung nur
jewissenhaften Unternehmern und zuverlässigen Arbeitern über—
ragen werden. Die wichtigsten Gesichtspunkte bei der Konstruk
ion der Massivdächer sind folgende:
Isolierung der eigentlichen Massiv-Traadecke gegen Tem—
peratureinflüsse,
Festlegung bestimmter Dehnungsfugen sowohl bei der Mas—
sivdecke als auch bei der Zementestrichschicht, die als Trö—
gerin der eigentlichen Dachhaut dient,
hesonders sorgfältige Konstruktion aller Auflager- und An—
schlußstellen,
Anordnung von besonderen Dehnungsfugen an den Kopf—
enden der Massivdecken, um ein Zerstören des Mauerwerkes
zu verhindern.
Die zweckmäßigsten Konstruktionen ergeben sich nun wie folat:
1. Das nicht begehbare Massivdach. (Ausbildung s. Bild 1u. 2)
Es empfiehlt sich, den eigentlichen Konstruktionsteil des Daches,
also die Massivdecke, im Gefälle des Daches zu verlegen, um das
Aufbringen einer besonderen Magerbetonausgleichsschicht zu
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