4. Jeder Anstrich soll naß in naß erfolgen, d.h. es darf mit
der feuchten Anstreichbürste keine angestrichene Stelle be-‚ührt
werden, die schon matt geworden ist. Dies läßt sich am
eichtesten erreichen, wenn auf jedem Gerüst ein Mann steht
ınd dem anderen entgegenarbeitet.
Das Anstreichen selbst hat mit breiten Anstreichbürsten in
gleichmäßiger Abwärtsbewegung zu erfolgen. Die Farbe ist
gut zu verschlichten, damit keine Kleckse entstehen.
Bei rein weißem Anstrich ist der Kalkmilch aufgelöstes Ultramarinblau
in geringer Menge zuzuseben, weil die weiße
Fläche sonst einen Stich ins Gelbliche erhält.
Kommen Nachmischungen in Frage, so müssen die Farb- und
Kalkmengen zuvor immer gewogen bezw. gemessen werden,
damit in den einzelnen Anstrichen keine Unterschiede auftreten.
Kalkfarbanstrich wird in der heißen Jahreszeit am besten in
den Morgen- oder Abendstunden, den Tag über während
des Sonnenscheins nur auf den Schattenseiten ausgeführt.
| Teil Weißkalk wird gewöhnlich mit 4-5. Teilen Wasser vermischt.
Bei einmaligem Anstrich rechnet man auf 1 qm etwa
1/, | Kalkteig.
Müssen dunkle Farbtöne gestrichen werden, dann ist es notwendig,
zur Erhöhung der Bindekraft der Farbe Kasein zuzuseben.
Auch durch Zusat von Milch, entbutterter Milch
oder Quark kann die Mischfestigkeit erhöht werden.
In der Herstellung von Mischtönen ist größte Vorsicht am
Plabe. Reine Farbtöne lassen sich dabei nicht erzielen, weil
durch die Vermischung mit Kalkmilch stets eine Abstumpfung
eintritt.
Der Innenputz und seine Ausführung
von Karl Lade, Architekt
An einen guten Innenpubß werden folgende Anforderungen
gestellt:
1, Der Putz soll an den Wänden und Decken vollständig rißfrei
bleiben.
2. Die Deckenpukflächen sollen tadellos eben sein und eine
gleichmäßige Bearbeitung aufweisen.
3. Die Wandpubkflächen sollen eben, flüchtig und im Senkel
ausgeführt sein, ein- und ausspringende Ecken müssen in
gerader Linie, im Senkel und Winkel verlaufen.
A. Der Deckenput und seine Ausführung
Die verschiedenen Deckenbauweisen bedingen naturgemäß
auch entsprechende Deckenpubausführungen., Es ist deshalb
allgemein zu unterscheiden zwischen Deckenput ohne Pukiräger
und Deckenpufts mit Pukträger.
1. Der Deckenpuk auf Massivdecken (ohne Pukträger).
Hier ist vor allem von Wichtigkeit, die Eigenschaften des
Untergrunds, d. h. des Deckenmaterials genau zu kennen,
denn ein Untergrund aus Ziegel verhält sich anders als ein
solcher aus Beton. In erster Linie ist darauf zu achten, daß
eine gute Pukhaftung erzielt wird. Gegossene Betondecken:
sowie Ziegelhohlkörperdecken sind an der Unterseite meist
sehr glatt, Für die Putshaftung, insbesondere bei der Verwendung
reinen Kalkmörtels, ist dies sehr unzweckmäßig. Hier
muß die Deckenfläche vor dem Verpuben entweder aufgerauht
oder mit einem feinen Zement- oder Zement-Kalk-Mörtel
angeworfen werden. Im letzteren Falle ist mit dem
eigentlichen Pubauftrag erst zu beginnen. wenn der Anwurf
abgebunden hat
Zesondere Rücksicht erfordert auch das Material der Decke.
Zeton ist im allgemeinen, besonders wenn er ausgetrocknet
st, sehr hikig, d.h. er saugt das Wasser aus dem Mörtel be-Jierig
auf und stört den Abbindeprozeß. Es treten dann im
ut Risbildungen auf, oder der Putz löst sich nach einiger
Zeit von der Decke los. Ist die Decke gut ausgetrocknet, so
nuß vor dem Beginn des Pubens gut angenett werden.
7euchtigkeit innerhalb der Decke wirkt auf den Put, besonders
Gipspuk, sehr nachteilig ein. Aus diesem Grunde soll
ıuf eine feuchte Massivdecke nicht gepukt werden, zum mindesten
nicht im Herbst oder Winter.
2. Der Deckenput mit Putsträger
intsprechend den verschiedenen Arten von Pukträgern sind
auch die Deckenpubausführungen zu unterscheiden nach
Deckenput auf Spalierlatten (rheinländ, System)
Deckenput auf Gipslättchen (saarländ. System)
Deckenputs auf Rohrgewebe (württ,, bad., pfälz, System)
Deckenput auf Holzstabgewebe
Deckenput auf Rabit- und Drahtgewebe
6. Deckenput auf Gewebematten
7, Deckenput auf Gipsdielen und Leichtbauplatten.
dierzu kommen noch die verschiedenen Pukmörtelarten und
rwar
reiner Weißkalkmörte!
Gipskalk-, Gipssand- und reiner Gipsmörtel
‚ Sackkalkmörtel
4, Verlängerter und reiner Zementmörte!
>. Edelpubmörtel.
Zezüglich der Ausführung von Rohr- und Spalierdeckenputs
chreiben die Technischen Vorschriften für Bauleistungen vor:
‚Für Rohrpub-ist die Schalung quer zur Holzrichtung mit wechelnden
Stößen derart zu berohren, daß die Rohrstengel etwa
cm voneinander entfernt sind. Die Drahtzüge sind in Ab-;tänden
von nicht mehr als 20 cm anzuordnen und alle 10 cm
zu befestigen. Diese Vorschrift gilt auch für fertige Rohrgewebe.
Für Spalierdeckenput sind die Spalierlatten mit Zwi-;ichenräumen
von etwa 2 cm durch 5 cm lange Spaliernäge!
zu befestigen. Der Mörtel ist in mehreren Lagen aufzubringen,
‚on denen die erste (rauhe) Schicht aus Heu- oder Haarmörtel
rheinländisches System) bestehen soll und derart durchzu-Irücken
ist, daß sie sich zwischen und über die Rohre oder
„atten legt und diese gut umhüllt, Bei Spalierdeckenputz ist
ı1ach dem Antrocknen dieser Schicht eine weitere dünne
deu- oder Haarkalkmörtelschicht nur dann aufzubringen,
venn sie in den Ausschreibungsunterlagen vorgesehen ist,
Vach dem Antrocknen der Unterschichten ist bei beiden Putırten
die Feinpukschicht wie beim Wandputz anzutragen”.
a) Der Deckenputs auf Spalierlatten, wie er im Rheinland
:blich ist, kommt in der Weise zur Ausführung, daß nach dem
\usdrücken der Latten mit Heu- oder Haarkalkmörtel mit
sinem Kalk- oder Gipskalkmörtel (ohne Heu und Haare)
jrundiert wird.
»)) Der Deckenput auf Gipslättchen (saarländ. Arbeitsnethode).
Er stellt eine der einfachsten Deckenpubausfühungen
dar, Auf das Deckengebälk werden in Abständen von
‚wa 60 cm gewöhnliche Latten als sogenannte Kontrelatten
‚ufgenagelt, die dann als Unterlage für die Gipslättchen
lienen, Ein Überspannen mit Rohrmatten kommt nicht mehr
n Betracht, es wird vielmehr auf die Gipslättchen, und zwar
it reinem Gipsmörtel ohne jeden Zusatz von Kalk oder
and direkt gepukt. Die Decke wird abgeglättet.
) Deckenpuß auf einfache Rohrmatten
Die Unterlage des Rohrgewebes bildet entweder eine Breterschalung
aus schmalen Breitern (bayerisches System) oder
sine Lattung aus 24/48 mm starken Latten, welche in finger-Hcken
Abständen (13 Latten auf 1 m) und mit wechselnden