Volltext : Für Bauplatz und Werkstatt / Monats-Zeitschrift der staatlichen Beratungsstelle für das Baugewerbe (Jg. 1933, Bd. 28, Heft 1/12)

Alle anderen Verwahrungen können aus weichem Kupfer 0,5
oder 0,6 angefertigt werden und müssen bei Anbringen an
den Stößen und Nähten doppelt gefalzt oder qgenietet und
verlötet sein,
Ablaufröhren aus halbhartem Material 0,5 oder 0,6 werden
 gefalzt, Bogen und Winkel werden doppelt gefalzt und
verlötet.
Rohrschellen hierzu aus Flachkupfer.
Rinnenkessel aus halbhartem Material 0,6 oder 0,7 müssen
 an den Stößen wenn möglich gefalzt, andernfalls mit
Nähten versehen, genietet und verlötet werden.

Eindeckung mit Kupfer

3eim Eindecken von Türmen, Erkerdächern, Plattformen
 mit Kupfer müssen alle Stöße und Nähte, auch Quernähte
 doppelt gefalzt und hart gelötet werden. Weich ge-‚ötete
 Nähte platsen gerne wieder auf und werden dann
undicht. Es ist auch dringend notwendig, an den nötigen
Haften nicht zu sparen, da sonst die Gefahr besteht, daß bei
Stürmen das Kupferblech sich aufwirft, sich streckt und sich so
mit der Zeit Risse bilden. Als Materialstärke kommt 0,6 oder
3,7 in Betracht.
Große Vorsicht ist angebracht, wenn an einem Gebäude
 nur teilweise Kupferbleche Verwendung finden. Es
entsteht z. B., wenn Dachrinnen von Kupfer und Ablaufröhren
von Zink ausgeführt sind bei Regenwetter zwischen den beiden
 Materialien ähnlich wie bei elektrischen Elementen
Ströme, die die bekannten Korrosionserscheinungen nach sich
ziehen. Die Folge ist, daß das Zinkrohr in kurzer Zeit zerstört
 wird. Kupfer soll niemals mit Zink oder verzinktem Blech
verarbeitet werden.

ANNE NEISEN

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Abb.'74. FREITRAGENDE HÄNGE:
ZNNE

TRAUFBRET
VORSTOSSBLEC

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Dachanstriche besprochen von Dr. Hausen, Berlin

Seit langen Jahren benutt man als hauptsächlichstes Dachschußmittel
 bei der Pflege von Pappe- und Blechdächern den
in Gasanstalten und Kokereien anfallenden Teer, nachdem
er vonleicht-flüchtigen Oelen ganz und von phenolartigen
 Bestandteilen zum Teil befreit worden ist. Die Teerung
 ist billig und liefert einen dichten, chemisch wenig veränderlichen
 Überzug. Aber sie ist auch mit einer Anzahl von
großen Übelständen behaftet, die einem jeden, der mit geieerten
 Pappe-, Beton-, Blech- oder andersartigen Dächern
zu tun hat, so geläufig sind, daß es sich erübrigen dürfte, in
diesem Rahmen eingehender darauf einzugehen. In kurzen
Worten ausgedrückt: dem Teer fehlt meist eine genügende
Elastizität und damit die wichtigste Eigenschaft, die ein brauchbares
 Dachschubmittel besitsen muß. Es ist eine altbekannte
Tatsache, daß Teer in der Kälte so spröde wird, daß er durch
einen Hammerschlag in tausend Stücke zerspringt oder zwischen
 den Fingern leicht zerrieben werden kann. Infolge dieser
 Eigenschaft werden Teerdachbeläge bei Kälte leicht rissig
und verlieren dadurch ihren Wert als Abdichtung. Andererseits
 wird Teer in der Wärme sehr leicht flüssig. Es ist eine Tatsache,
 daß der Teer unter der Einwirkung der Sonnenbestrahlung
 im Sommer von schrägen Dachflächen abtropft und
Rinnen und Fallrohre verstopft, sodaß man meist alljährlich
genötigt ist, diese Flächen neu zu teeren. Abgesehen von
dem hierdurch verursachten regelmäßigen Kostenaufwand
bedeutet die Notwendigkeit einer Neuteerung immer auch
ainen erheblichen Zeitverlust. Zudem ist sie keine besonders
angenehme Arbeit, erfordert sie doch das Heranschaffen eines
Teerofens. das Erhiken des Teeres usw.

Bei Blechdächern und Dachrinnen wird an Stelle von
Teer im allgemeinen Olfarbe als Schubanstrich verwendet.
 Wenn nun bei Olfarbe auch ein weitaus elastischereı

i—- WULST
_ROHRSCHELLE 25/2 mm

WULST
AWMDEr Le

Abb. 75. FREITRAGENDE HÄNGERINNE
mit Traufblech und Rinnenkasten

ZINKLEISTE. GEGEN
TRIEBSCHNEE U. A.
RINNENBÖÜGEL MIT ‚—
TRAUF* U. STIRNBRET
VERSCHRAURT

RINNENBÜGEL. 40/6
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Abb. 76. BEGEHBARE KASTENRINNE

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