Volltext : Für Bauplatz und Werkstatt / Monats-Zeitschrift der staatlichen Beratungsstelle für das Baugewerbe (Jg. 1933, Bd. 28, Heft 1/12)

Papp- und Flachdächer

Die Voraussekungen für die Herstellung einer einwandfreien
>appbedachung sind in erster Linie hochwertige Werkstoffe
und eine sorgfältige, sachgemäße Verlegung.

=s wird darauf verzichtet, Spezialerzeugnisse und -Verfahren
anzuführen und die verschiedenen Pappdächer und Eindek-<ungsarten
 zu bewerten, was umso weniger möglich ist, als
sichAuswahl und Anordnung nach den verschiedenen Zwecken
und Umständen richten. Es ist Aufgabe des Ausführenden
3der des Sachberaters, die geeignete Wahl zu treffen, Auch
veraltete, wenig gebräuchliche oder strittige Methoden der
Verlegung sind unbeachtet geblieben, So ist z. B. nichts gesagt
 über das Leistenpappdach, das heute nur noch sehr selen,
 in Zukunft wohl garnicht mehr in Erscheinung treten
dürfte.

I. Allgemeine Anweisungen

a) Werkstoffe
.Teerdachpappen.
Teerdachpappen und die zu ihrer Herstellung verwendeten
Rohstoffe müssen folgenden DIN-DVM-Normen entsprechen:
z DIN-DVM 2117 Rohdachpappe
= DIN-DVM 2118 Prüfung von Rohdachpappe
DIN-DVM 2121 Teerdachpappen, beiderseitig besandet
DIN-DVM 2122 Tränkmassen für besandete Teerdachpappen

DIN-DVM 2123 Prüfung von Teerdachpappe
DIN-DVM 2124 Prüfung von Tränkmassen für Teerdachpappen

DIN-DVM 2125 Teerdachpappen, einseitig besandet
DIN-DVM 2126 Nackte Teerpappen
DIN-DVM 2127 Tränkmassen für nackte Teerpappen.
I, Dachanstrichstoffe (Dachlack)
und Klebemassen für Teerdachpappe
Dachanstrichstoffe und Klebemassen aus Steinkohlenteer für
Teerdachpappe müssen folgenden DIN-DVM- Normen entsprechen:

DIN-DVM 2136 Dachanstrichstoffe, Steinkohlenteere
DIN-DVM 2137 Prüfung von Steinkohlenteeren als Dachanstrichstoffe

DIN-DVM 2138 Klebemassen für Dachpappe
DIN-DVM 2139 Prüfung von Steinkohlenteererzeugnissen
als Klebemassen für Dachpappen.

ll. Steinkohlenteerfaserkitt
Das Erzeugnis besteht aus Steinkohlenteerprodukten, denen
Faser und Mineralstoffe zugesett sind.
IV. Asphaltbitumendachpappen (teerfrei)
Asphaltbitumendachpappen und die zu ihrer Herstellung verwendeten
 Rohstoffe müssen folgenden DIN-DVM-Normen
entsprechen:
E DIN-DVM Prüfung von Wollfilzpappe
= DIN-DVM 2119 Wollfilzpappe
DIN-DVM 2128 Asphaltbitumenpappen (teerfrei) mit
beiderseitiger Asphaltbitumendeckschicht
DIN-DVM 2130 Prüfung von Asphaltbitumenpappen
(teerfrei) mit beiderseitiger Asphaltbifumendeckschicht

Nackte Asphaltbitumenpappen (teerfrei)
Prüfung von nackten Asphaltbitumenpappen
 (teerfrei),
V. Dachanstrichstoffe und Klebemassen (teerfrei)
aus Asphaltbitumen für Asphaltbitumendachpappen

Dachanstrichstoffe und Klebemassen aus Asphaltbitumen für

Jachpappe müssen folgenden DIN-DVM-Normen entsprechen:

z DIN-DVM Dachanstrichstoffe (teerfrei) aus Asphaltbitumen
 für Dachpappe
E DIN-DVM Klebemassen (teerfrei) aus Asphaltbitumen
 für Dachpappe.
/. Asphaltbitumenfaserkitt
Das Erzeugnis besteht aus Asphaltbitumenprodukten, denen
*aser- und Mineralstoffe zugesebt sind.
Al. Holzzementpapier
lolzzementpapier muß gutes, lochfreies, faseriges, schwach
jeleimtes Papier sein und darf nicht unter 140 g/am wiegen.
All. Holzzement
J)as Erzeugnis ist ein Steinkohlenteerprodukt mit gewissen
Zusäben, z. B. Harz, Schwefel.
X. Nägel
?appnägel sollen sogenannte Stahlpappnägel von 25 mm,
ıuch 20 mm Länge sein; ihr Kopfdurchmesser soll etwa 10—
3mm betragen. Bei einlagigen Asphaltbitumenpappdächern
iind im Vollbad verzinkte Pappnägel, für Eindeckungen auf
nassiver Unterlage kurze Stahlpappnägel zu verwenden.

<. Nesselstreifen
Die Streifen müssen gleichmäßig breit und sollen möglichst
Jezupft sein. Ihre Breite soll 6 cm betragen, sofern nicht für
>esondere Zwecke 10 cm breite Streifen benötigt werden,
je müssen mindestens 25 Fäden insgesamt auf 1 qcm aufveisen
 und sollen möglichst aus 12er Garn in Schuß und 36 er
Sarn in Kette hergestellt sein. Die Binden sind einzeln mit
’apierstreifen. zu umgeben, sodaß sie auf dem Wege zur
Arbeitsstätte nicht aufrollen können.
<l, Kies (Perlkies)
Der Kies, möglichst frei von lehmigen und erdigen Bestandeilen,
 soll aus Quarz oder Gemischen von Quarz und andeem
 Naturgestein wie Granit, Basalt, Quarzit u. a. bestehen.
impfehlenswert ist ein Gemisch von rundem und eckigem,
aber nicht gebrochenem Korn. Die Körnung soll zwischen
| und 10 mm liegen, der Anteil an 2--7 mm Korn jedoch
nöglichst 70° betragen.
b) Unterlage.
|. Schalung.
Schalbretter sollen gesund, trocken, ohne hervorstehende
ınd lose Äste, nicht blau, nicht wurmstichig, gleichmäßig stark
ınd scharfkantig sein.

zei einem Sparrenabstand von 55-60 cm, wobei sogenannte
3Zohlensparren von 45/150 mm bezw. 50/180 mm verwendet
verden können, genügt eine Brettstärke von 20 mm bei dem
iblichen Sparrenabstand von 80-100 cm soll die Brettstärke
ıicht unter 25 mm sein. Keinesfalls darf die Schalung federn;
;je muß eben sein, glatt und dicht liegen. Am geeignetsten
;ind Bretter von 18-22 cm Breite. Eine Spundung ist nicht notvendig,
 doch ist sie bei Überständen vorzusehen. Astlöcher
ınd Stoßfugen, die nicht dicht sind, müssen durch aufgenajelte
 Papp- oder Blechstücke überdeckt werden.
Die zur Befestigung der Schalung dienenden Nägel sind je
ıach Stärke der Breiter und des Grades der Dachneigung
55-80 mm lang.
» Massive Unterlage.
Massive Dachkonstruktionen werden ausgeführtals Vollbetondächer
 (Beton zwischen T-Trägern, Eisenbeton) oder unter
/erwendung von Gips-, Zement- oder Bimsbetondielen. Ein
Sefälle kann schon in der Konstruktion vorgesehen sein,
»der es wird durch einen Überbeton geschaffen. Meist beinden
 sich in Vollbetondecken zum Ausgleich für die Ausdehnung
 des Materials Dehnungsfugen, die besonders abzedichtet
 werden müssen.

23
            
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.