Volltext : Für Bauplatz und Werkstatt / Monats-Zeitschrift der Staatlichen Beratungsstelle für das Baugewerbe (Jg. 1935, Bd. 30, Heft 1/12)

eine Unferrosfunꝗq (Abssprinꝗgen der Walzhaut) und im Unfergrund
 befindliche feuchtiꝗkeit.
kine Sondersftellung nehmen noch die Olfarbenansfriche auf
Zzemens- oder frischem Kalkputt ein. Ohne vorheriꝗqe lsoierunꝗ
 mit einem flust ist bei diesen, namenflich den ersteren
Uberhaupf nicht auszukommen. Vor Ablauf eines Jahres sind
Olfarbansfriche auf Zemenf aber immer eine riskante Sache
(Verseifunꝗsꝗefahr).
Auch auf harzhaltigem Grunde irodnen Olfarben schlecht
(bleiben schmieriꝗq oder kleben). Durch Abwaschen mitf Telralin
 oder ahnlichem ist harzreiches Holz erst zu enfharzen
oder mit ölfreion Grundiermiffeln zu behandeln. Zum lsoliseren
 von Asten wird neben letzferen auch Schellack vervendef.
 Det; Harzꝗgallen auszusfechen und auszubrennen
sind, dürffe allgemein bekannt sein. Gleiches ꝗqilt wohl auch
bezũqlich der Michtiꝗkeit, dis dem Enfrosten und Entzundern
dei Eisenschufzanstrichen zukbommi. Weniꝗ bedacht zu werdon
 scheint indessen, daf; Eisensschuhanstriche am besien bei
heitzem Wefter und unmifielbar nach dem Entrosten usw.
ausqeführf werden sollfen. Nach Möqglichkeif sollte ungrundierftes
 kEisen überhaupi nicht der Feuchliqkeit ausgqesetzt
bzw. ins fFreie gebracht werden. Vor dem Ansfreichen ist
selbsfredend die Eisenoberfläàache auch von efwaiꝗgem fFaett
Mineralöl) zu befreien, weil auf solchem Olfarbe nicht durchftrocknetf.


Tum Schlusse Kommend sei noch kurz auf Autzenlackierungen
ind auf solche in Ireppenhausern, Durchꝗgangen u. à. hinqgeviesen.
 Diese Laccierungen und ebenso auch die von
enstersimsen (eichen) werden sich nur dann als dauerhett
ↄrweisen, wenn der letzte Uberzuꝗ mit hochwerftigem feftem
uff-oder Kufschenlack usu. erfolqi.

quf weifere Einzelheifen soll hier nicht wehr eingeqanqgen
verden.

II. ZuSammenfass ung
ẽs durffe klar geworden sein, dat; Anstrichmängel nicht nur
auf die Verwendunꝗq schlechter oder ungeeiqneter Werknoffe,
 verfehlfe Arbeissverfahren und Unpunkflichkeit sondern
vaufiꝗ auch auf Tücken, die im Unferꝗqrunde und in den ꝗejebenen
 Verhaltnissen verborgen liegen, zurüũckzuführen
zind -sofern nicht Voreingenommenheit, Unbelehrbarkeif
und Dränqen das Verhänqnis heraufbeschworen hoben.

Am besfen wird das Werk qedeihen, wenn der Architelkt, der
reuhânder des Bauherrn, und der Maler sich mitf gegenzeitiger
 Verständnisbereiftschaft begeqnen und wenn jeder
der Befeiligten in bezuꝗ auf Leistung und Geqenleistunꝗ
nichts Unbilliqges für sich beansprucht.

Die Werksfoffe der Anstrichtechnik
von Prof. Dr. Hans Waqner

Die Zahl der Werkstoffe für den Anstrich ist eine so unꝗeheure,
 daf eine auch nur einigermasßen erschöpfende
geschreibunꝗq im Rahmen dieses Blattes nicht möglich ist.
lm folgenden sollen daher nur die allerwichtigssten Gruppen
 gꝗekennzeichnet sein, über die auch der Architekt
3escheid wissen sollte.

. Farben, Meitaus die meisten der zum Schutz- und
Schmuckanstrich dienenden gebrauchsfertigen Anstrichstoffe
 setzen Ssich zusammen aus dem Farbpulver (fFarbkörper,
 Körperfarbe, Pigment) und dem Bindemittel. Das
Farbpulver, auch einfach Farbe oder Farbstoff genannt
leinheitliche Bezeichnungen gibt es bis jetht nichth, ist im
allgaemeinen der beständiqge, mechanisch widerstandsfähigere
 Teil. Die Pigmente sind entweder mineralischer
Naeatur (Erd- und Mineralfarben) oder organischer Natur
(eerfarbstoffe auf mineralischer Grundlaꝗge). Wasserlõsliche
 Teerfarbssstoffe („Anilin“) sollen nach Mödlichkeit
ganz vermieden werden, auch sprit- und öllösliche Anilinfarben
 lassen sich grötztenteils vermeiden. Es gibt eine
Sruppe sehnr lichtechter Teerfarbstoffe, die als Echt-,
Siꝗnal-, Schilder-, Permanentfarben bezeichnet werden und
sich auch für den Aufzenanstrich, jedoch nur in der Oltechnik.
 verwenden lassen. Ffür Arbeiten von langer Leoensdauer,
 für Anstriche auf kalkhaltigen Untergründen,
sowie für Emulsionsanstriche in der Ausjentechnik sollen
seerfarbstoffe möõꝗlichst nicht verwendet werden, weil sie
an licht- und besonders Kalkechtheit im allgemeinen
wesentlich hinter den Erd- und Mineralfarben zurückstehen.
 farben, die den höchsssten Ansprüchen in bezuꝗ auf
Licht-⸗, Wetter- und Kalkechtheit genũûũqen, heifzen Fassadenfarben.
 ks sind nur Mineral-und Erdfarben, und
zwar: Bleiweif, Titanweit, Zinloveit, Lithoweift, Eisenoxydqelb,
 Marsgelb, Neapelqelb, Ocker, Terra di Siena, Chromoranꝗe,
 Eisenoxydrot, Marsrot, Ultramarinviolett, Kaput
mortuum, kisenoxvydbraun, Terra di Siena qebr., Umbra,

Iltramarinblau, Manꝗganblau, Chromoxydꝗrũn, Chromoxydvdratꝗqrüũn,
 Permanentꝗrũn, Ultramarinqrün, kisenoxydchwarz,
 Elfenbeinschwarz, Manganschwarz, Rebsschwarz.
—Da es unter diesen Farben an reinen, schönen sTönen
ziemlich fehlt, vird es manchmal nötiꝗq, auch autzen Teerfarbstoffe
 zu verwenden, doch sind hiefür nur einiqe
veniꝗqe roten und gelben Sorten geeiꝗqnet und es ist
desonders zu beachten, das; sie nicht stark aufgehellt
verden dũrfen, da sie sonst an Lichtechtheit bedeutend
achlassen. Die Kalsechtheit ist fast bei allen Teerfarbtoffen
 ungenüũgend. Es gibt zwar im Handel eine be-—
ondere Gruppe von fFarben, die aus Jeerfarbstoffen
jewonnen sind und als Kalkfarben bezeichnet wer-Jen.
 Hiebei handelt es sich aber um ein genz billiges
Material, das nur zu gewöhnlichen Kalkanstrichen vervendet
 werden sollte, von denen man keine lanꝗge lLedensdauer
 erwartet. Nur in grüner Tönunꝗg (Kalkqrũn),
ind diese Kalkfarben einigermezen haltbar, die übrigen
Kalkrosa, Kalkviolett, Kalkqelb, Schüttqelb, Kalkblau) sind
n Kalk- und Lichtechtheit mãʒiꝗ. Für die Oltechnik sind
liese Kalkfarben gar nicht geeiꝗnet, da sie zu rauh sind.
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icher sind, d. h. dem Namen eine bestimmte chemische
usSammensehunꝗq entspricht, werden die seérfarbstoffe
nit Fantasienamen beleꝗt, 2z.B. Echtrot, Kaneriengelb,
apaꝗeiꝗqrũn usv. Es ist deshalb stets ꝗrötzte Vorsicht ꝗeoten,
 wenn man solche farben kauft und verarboeitet.
ür alle besseren Autzentechniken empfiehlt es sich daher,
ꝛur Vermeidunꝗq von Miferfolgen, die in der Farbe be-Jrũûndet
 liegen, nur Fassadenfarben vorzuschreiben. Für
nnenarbeiten aber können wir kaum ohne Teerfarben auscommen.
 Aber auch hier empfiehlt es sich, nur die echtesten
 zu wählen, und zwar diejenigen, die der Händler als
niversalfarben bezeichnet. Sie haben eine recht
dqute Licht- und Kalkechtheit und lassen sich in Leim-,
(alk- und ODltechnik verwenden. Für den Architekten ist

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