lch komme nun zur Vorführunꝗg einiger Beispiele, die eine
ganz zufslliqe Auslese aus einigen wenigen bezirken darstfellen.
ich bin aber überzeuqi, dat es auch aus den anderen
Bezirken ohne Schwierigkeit möglich gewesen vwöre,
ebenso charakferisfische Beispiele -· nach der quien, wie nach
der schlimmen Seife zu finden. Es kommt ja aber nicht darauf
an, wo die Beispiele her sind oder von welcher Kunstlerhand
sie entworfen wurden, sondern lediꝗqlich darsauf, sich
an Hand dieses Anschauunꝗsmaferials noch weifere Klarheii
zu verschaffen und das Urfeil zu scharfen.
Bem.: Von den im Anschlufj an die vorsfehenden Ausfuũhrunꝗgen
ꝗezeiꝗqten lLichibildern geben die Abb. 1-20 einiqe
ehrreiche Proben.
Unser Spazierqanꝗ durch die Schuabische Baukultur und Baudisziplin
iss beendetf. Nun die Moral von der Geschicht!
Abb. 10. Ein vollkommen verbauies Haus. Hler und in ahnlichen fFällen
af dis sSpekulafive Baudesinnund Pafe destanden
Abb. 11. kin schlechier Vorschlaq fur den An-und Aufbau eines besfehenden
Hauses, losqelöst von jedem fraditionelssen Bau- und Handverkesschaffen
Abb. 12. Schlechies und verbessertes beispiel eines Vorbaues. Abꝗesehen
von der formalen Verbesserunq des Vorbsues durch einfache
Dachausfuhrunꝗ, sei darsuf hingewiesen, dat; Terrassen in dieser Art
in den allerse Fensften Föllen wasserdicht bleiben
Wenn Sie in der Hoffnunꝗg hieher gekommen sein sollfen,
nun für jeden denkbaren fall ein untrüꝗgliches, sicher wirkendes
Rezept mifzubekommen, das Sie nur aus der Schublade
zu ziehen brauchen, so wären die aufgewendefen Reisekozfen
umsonst verfan. Auch die heufigen und morgiqen Vorräꝗe
kõnnen lhnen nur allgemeine Gesichtspunkte geben,
Jie Sie zu weiterem Nachdenken anregen sollen, Richtlinien,
an Hand deren Sie im einzelnen fall sich zu einer Enfscheidunꝗ
durchrinꝗen mussen. Das ist ja das Schöne, aber ꝗleichzoitiq
Schwieriꝗge bei unserer Täafiꝗqkeit, daf sie nie im Schenatismus
erstarrt, das sie sfets und immer wieder zu neuem
Böohren zwinꝗt- und nun, nach inkrafffreten unserer Novelle
in ꝗqanz besonderem Masl Das Gesetʒ ist ja nicht nur in seinem
bisherigen Rahmen in einzelnen Bestimmungen geändert,
sondern es haf diesen Rahmen gesprendt und ist auf
ein Gebiet überqꝗetrefen, das nicht - wie z. B. Brandmauer-,
Hõhen- oder Absfandsvorschrifften -rein versftandesmahiꝗ
und zahlenmähiꝗ erfahjbar und zu behandeln ist, Sondern im
Mesenflichen künsflerische Quslifäten, kuünsflerisches Einfühlungsvermögen
erfordert. Bisher waren bei allen fragen,
die besonderes kunsilerisches Verständnis voraussetʒten, die
siastlich besfellten Kunstverständigen eingeschalfeft. Heufe
sind Sie, m. H. bei Beurteilunꝗq der äauhzeren Gestalfunꝗ der
hauten zunachst und in der Haupfsache auf sich selbst anꝗeviesen.
Es werden also an Sie, die Sie bei Durchfũührunꝗ des
Sesetʒes an mahʒꝗeblicher Sfelle mifzuwirken berufen sind,
Anforderunꝗgen ꝗganz neuer Arf gestellt, und es wird hrer
nermũdlichen sfrengen Arbeit, auch an sich selbst, bedũren,
diesen Anforderunꝗgen gerecht zu werclen. Dabei sind
wei Gefashren denkbar:
Einmal: Lassen Sie sich nun nicht dazu verleifen, unter Vernachlãssiqunꝗ
lhrer bisherigen Obliegenheifen sich in feuriger
Beꝗeisterunꝗ einseifiqg auf die neue schöne Aufꝗqabe zu
werfen und womödglich jedes einsommende Bauqgesuch als
Tummoelsplafsf; für lhre architektonische Befäatiqunq anzusehen
und es nach lhrem persönlichen Geschmack umgesfalfen zu
wollen: Sie könnfen damit in peinliche Konflikte mit hren
Kolleꝗgen im freien Beruf kommen, und u. U. auch riskieren,
von Aufsichtswegen im Stich gelassen zu werden. Sie müssen
sich immer dessen bewuhtf bleiben, dafß die Baupolizei
nicht den Beruf hat, das Bauen durch kleinliches Nörgelo,
durch Schikanieren z2u erschweren, sondern die Aufꝗabe, es
in geordnefe Bahnen zu lenken und Ausswüchse zu beschneiden.
Die andere Gefahr kann darin bestehen, datß Sie aus
Furcht vor der Verantworfunꝗq überhaupft jeder Einwirkunꝗ
auf die Gestaltunꝗq der Baufen aus dem Weꝗqe gehen möch-—V
vereinbar waàre. bedarf keiner Erörferunq.
hre Aufgabe ist nicht, ich wiederhole dies, schöpfeisch
selbst zu ꝗesfalten, Sondern das Gute von dem Schlechen
zu unferscheiden und das Letjfere anzuhalten. Bei die-;em
Ausmerzen des Geschmacklosen, des Exzentfrisschen,
Ibeririebenen und Verkrampffen wird- bildlich gesprochen-Forfisetzuno
3. Umschladoseife