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lahrlicher Bezuꝗspreis RM. 3. 40
Sfufqart, April 1935, 30. Jahrq., Nr. 4
Die Handhabunꝗg des Art. 98 der Würtf. B.O. Foretuno
Dem heufigen Vorfraꝗg, möchte ich vorsusschichen, detß es
sich nicht darum handeln kann, eine Art Lehrꝗganꝗ im Stfädtedau
zu veranstalten; meine Auiꝗabe ist vielmehr, in erster
Linie die Anderunꝗ der Bauordnunꝗ vom 15. Dezember 1933
zu behendeln, soweit diese für die Orfsbauplanunꝗg von
Nichfiꝗkeit ist. Anschlietzend daran werde ich dann an Hand
on lichtbildern allgemeine und Einzelfraqgen der Orisbauolanunꝗq
besprechen.
hnen allen ist geläufig, dat die Orftsbauplanunq, die Anlade
der Orte und Orisstrafzen, im zweiten Abschnitt unserer
Nũurft. Bauordnunꝗ gereqelt ist. Die betreffenden Bestimmungen
sind so, dat; sie bei verständnisvoller Anwendunqꝗ
und in Verbindunꝗ mit einer geeiqneften Orisbausatzunꝗq -Anbauvorschriffen
-der einzelnen Gemeinde auch heute noch
unter den noch dem Inkraffftreten des Gesetzes vor menhr als
20 Iahren doch sfark verönderfen Verhalinissen und Ansschauunꝗgen
vollkommen ausreichende rechfliche Grundlagen für
sgine planmatiqe, geordnete, allen sfäödftebaulichen Anforderunꝗen
Rechnunꝗ fragende bauliche Entwicklunꝗ der Städfe
und Dörfer biefen. Was dem von der Orfsbauplanunꝗ handelnden
Absschnift der Bauordnunꝗg zu einem wirklichen
fãdfobauqesetʒ noch fehlt, sind nur Besfimmungꝗen ũber die
Aufsfellunꝗ von Pläãnen ũber weifere Gebiefsfeile ohne Ruckzicht
auf Markunꝗqs- oder Bezirksgrenzen, die sogenannte
Landesplanunꝗ. Es isf zu hoffen, datj diese in Balde durch
ain Reichsqeset; qereqelt wird.
die wichigsfen stüdiebaulichen Besfimmungen der Bauordnunꝗg
darf ich kurz zusammenqefafeft anführen:
Arf. 11 9gibt allqemeine Richtlinien für die flächenmähiꝗge
Sesfaltunꝗ der Ortsbauplane: Rũcksichinahme auf die Gesundheit,
den Verkehr, die fFeuersicherheit, das Wohnunꝗsdedũrfnis,
die wirtschafflichen Verhàltnisse der Einvwohner;
viezu im einzelnen insbesondere Anordnunꝗ öffentlicher
olatʒze, Abstufunꝗ der Stratzenbreifen und Baubloddiefen nech
den örflichen Verhaltnissen und Bedürfnissen, Anordnunꝗ
/Oon Vorqarien und Vorplatjen an den Strafzen und was vor
allem wichtiꝗ isf, zwecks freihaltunq besftimmfer flächen von
der UOberbauunqꝗ, die festsetzung von Bauꝗrenzen innerhalb
oder auherhalb derer die Errichtunꝗg von Bauten ausqeschlossen
oder nur unfer beschränkenden Bestimmunqgen gestsftet
istf. Sodann Bedachinahme suf Bau- und Neturdenkmöler,
friedhöfe, schöne Stratzen- und Landschaftsbilder, Neuschaffunꝗq
schöner Orisbilder.
Art. 17 u0d 34 regeln die Sftellung und Lage der Geböude
ur Baulinie bezw. Stratzenqrenze,
Arf. 36 gibt die Mödlichkeit, durch Orftsbausetzunꝗ bestimungen
ũber die Ar · Wesensart- der an den Sirafʒen zulassijen
Gebsude und darũüber, ob sie mit der Irauf-oder Gieelseifse
qeqen die Stratße zu stellen sind, zu freffen.
Vrf. 39 enihält die Grundlaꝗe für weitergehende Beschränunqen
der Höhe und Stockwerkszahl der Gebäude als sie
n der Bauordnunꝗ allꝗqemein festꝗesetʒt sind,
Art. 56 für die Regelung der Baudichte, offene und gechlossene
Bauweise, Zuläãssiꝗkeit, Stellunꝗ, Bauert und Grõhe
ler Hinterqebsaude, ferner in Verbindunq mit
Art. 59 für die Einfteilung des Orfserweiterungsgebieis in
/ierlel von verschiedener baulicher TZweckbesfimmunq n-Justrievierfel,
Wohnvierfel. Landhausvierfel, Kleinhausvieriel).
rf. 98 behandelft baukünsflerische Rücksichten und den
lafur- und Heimasschufz.
orschen wir nun nach den Ursachen dafur, daf; wir frotʒ aller dieer
Machsmiffel, die das Bauꝗgeset;ʒ den Gemeinden fũr die Gefaltunꝗ
ihres Erweiferunꝗsraumes an die Hand qeꝗeben hot,
och weif enfferni sind von einer wirklich planmãhʒiꝗen, sinnollen
und geordneten baulichen Enfwiclunꝗq der Stfädfe
nd Dörfer, so finden wir neben der vielfach mangelnden
rkenninis von der Wichfigkeit und Nofwendiꝗkeit einer
orausSchauenden durchdachten Planunꝗqg und ganz abqeↄhen
von der Unzulanꝗlichkeit sehr vieler Planunꝗgen den
msfand, das; es uns bis zur Anderunꝗ der Bauordnunꝗq vom
5. Dezember 1933 an Bestimmunqgen gefehlt hat, die es
röglich gemacht haben, die Baufatiꝗkeif räàumlich so zu lenan,
dah eine orꝗanissche Orfserweiferunqg im Rahmen der
orhandenen Orfsbauplane in Wirklichkeit sfafffand. Der allemeine
Zuꝗ in die Natur in Verbindunꝗq mit der Entwicknꝗ
der Verkehrsmiffel, häaufig auch mangelndes Anꝗebot
n Bauplatʒzen im nafurlichen Orfserweiferunꝗsqebiet, haben
iazu ꝗeholfen, dat landauf landab zahlreiche vom Ortfsetfer
/eif abꝗeleqene kFinzelhsuser oder kleine Siedelunqen ent-—
uf eine Gesamfemwicklunꝗq und fast immer zum Schaden
ier Landschaff. Wohl oder übel muhtte dieses Bauen in der
reien Landschaff hingenommen werden, weil nafurꝗgemaf;
rur in qanz selfenen Fällen „feuer-oder qesundheifspolizeierlao
und Versand: cesmchs Berasunꝗsstelle fur das Baugewerbe beiĩm Murtff. Leandesgewerbeamtf, Stutigar, —ED
ür den lnhalt: Bauraf Schlsicher. Vorsfarnd der Wurftemnb. Bérafunꝗsstelse für das Baugewerbe. -Hersfellunq: Druckerei Ofto Kösler, Stuttqari
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