Volltext : Bauplatz und Werkstatt / Monats-Schrift der staatlichen Beratungsstelle für das Baugewerbe (Jg. 1939, Bd. 34, Heft 1/12)

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‚BAUSCHÄDEN" 24. Fortsegung

EINFACHE BEISPIELE VON STATIK (Holz)

Gestaltung der Holzquerschnitte.

Frühere Zeiten hatten die restlose Ausnügßung der Baustoffe nicht notwendig,
weil für den verhältnismäßig geringen Bedarf genügende Mengen zur Verfü-Jung
 standen. Unsere Zeit mit ihren umfangreichen Bauaufgaben muß haushälterischer
 verfahren. Überdimensionierungen infolge Schägung der Holzdimensionen
 müssen aufhören. An die Stelle der Schägung tritt heute die rechnerische
 Erfassung der Lasten und darauf fußend eine bestimmte Gestaltung
der Holzquerschnitte. Gefühlsmäßig geschätte Holzstärken werden in den sel-'iensten
 Fällen genau mit der nachprüfenden Berechnung übereinstimmen; meistens
 sind die Dimensionen zu reichlich gewählt, weil eben im „gefühlsmäßigen‘
Schätßen der Holzstärken auch das Pflichtgefühl für die nötige Sicherheit mitspricht.
 In vielen Fällen greift die Schäg ung weit unter die nötigen Abmessungen,
nämlich dort, wo größere Spannweiten in Frage kommen, z. B. bei Unterzügen
und Dachpfetten. Vergleicht man letstere mit den gewählten Spannstärken, so
zeigt sich fast immer, daß die Pfetten verhältnismäßig stark. die Sparren zu wenig
beansprucht sind.
Segen wir also an die Stelle einer unsicheren Schägung die bestimmte rechne-:ische
 Dimensionierung der Holzstärken.
Zunächst ist die Erfassung der Lasten wichtig, die zusammenwirkend mit der
Länge eines Konstruktionsteils die gesamte Beanspruchung ergeben. Anders
ausgedrückt hängt die zu wählende Holzstärke ab von der Art und Größe der
Belastung und von der Konstruktionslänge der Hölzer, einerlei ob es sich um
Druck oder Biegung handelt. Zugspannungen haben auf die Holzlängen keinen
ınmittelbaren Einfluß.
Die folgenden bildlichen Darstellungen zeigen die verschiedenen Arten der Beanspruchungen.

linzelkräfte sind mit P (P,, P,, Ps usw.) bezeichnet, gleichmäßig verteilte Lasten
mit Q (Qı, Os, Qs... .usw.). Mit dem großen Buchstaben Q kennzeichnet man
sine Gesamtlast, die über eine bestimmte Fläche bezw. Länge verteilt ist. Das
ligengewicht, das bei Hölzern in der Regel vernachlässigt werden kann, heißt G.
Will man die Belastung für den lfdm angeben, so wählt man
zur Bezeichnung der Lasten kleine Buchstaben, jedoch sinngenäß
 zu den obigen Bezeichnungen. Es bedeutet g das Eigenzewicht
 pro lfdm, p die Nutlast pro m bzw. m*, q die Gesamtast
 pro m, also g + p = q und folglich auch Q = q-l1. Die
Kralftrichtung zeiat der Pfeil —> an.

Tao

Abb. 305a. Senkrechter Zug. Aufhänagezuag einer Last.

Abb.305zeigt verschiedene Zugbeanspruchungen. In jedem
der drei Fälle a, b und c ist die Kraftwirkung reiner Zug; die
Zugkraft wirkt in der Richtung der Holzfaser, d.h. in der Stabachse.
 Der ganze Holzquerschnitt dient zur Aufnahme der Beanspruchung.
 Schwächungen des Querschnitts durch Schrauben->der
 Zapfenlöcher, Dübel, Einschneidungen usw. sind bei Zug-1ölzern
 unvermeidlich, Selbstverständlich ist der kleinste Querschnitt
 für die Bemessung maßgebend, d.h. jene Stelle, wo die
größte Verschwächung liegt. Die zulässige Beanspruchung auf
Zug beträgt 90 ka/cm?.
            
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