Fledermauslucken.
Wenn früher große Dachflächen durchbrochen werden mußten, etwa weil die
natürlichste und praktischste Durchlüftung mittels Giebelfenstern nicht möglich
war, oder nicht ausreichte, so griff man zu Fledermauslucken. Sie werden wohl
so entstanden sein, daß man das Dach an einer Stelle emporhob und die Ziegelreihen
unterstügte. Der Vorteil dieser Fledermauslucken liegt auf der Hand.
Aus diesem Grund sollen sie hier gezeigt werden. Sie weisen auf Grundsätßliches
hin, das wir schon früher bei den Aufschieblingen am Dachfuß S. 79 und
bei den oberbayerischen Flachdächern S. 126 besprochen haben. Es handelt sich
sowohl darum, die Dachhaut nicht zu durchbrechen, als auch darum, bei Schnee
sin Zurückstauen von Schmelzwasser zu vermeiden.
Die Ziegel laufen über die ganze Breite der Lüftungsöffnung ohne Unterbrechung
durch, sodaß sich von oben her nirgends eine Naht findet, die dem Regen oder
Schnee Angriffsfläche bietet. Die Kunst besteht darin, in der Form eine möglichst
weiche Linie der Lattung zu erreichen, die der Größe des Ziegelmaterials sowohl
in der Länge als in der Breite angepaßt ist. Das Holz der Latten muß hier
das legte an Biegung hergeben, denn Stöße innerhalb der Luckenbreite müssen
vermieden werden. Die Vorwölbung hat bei Schnee den Vorteil, daß sie den
Stauungen an dieser Stelle entgegenwirkt.
Ein Höchstmaß von Zuverlässigkeit boten diejenigen Lucken, deren Öffnungsfläche
senkrecht zur Dachfläche stand. Diese Art kam mehr für Lüftungsjalousien
in Frage. Sobald die Belichtung und Belüftung mit Fensterflügeln eine Rolle
spielt, kommt man zu senkrecht stehenden Öffnungsflächen mit senkrecht
stehenden Fenstern (s. Abb. 269).
{Fortsetung folgt)
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Abb. 2672
Monatsschrift „Bauplat und Werkstatt” 33. Jahrgang Nr. 10, Stuttgart, Oktober 1929
Rauschäden” haarhaeitet von Raurata DD (* Schleicher Stuantterart