Befprechung aus Bauen, Siedeln, Wohnen
Verlag der Deutfchen Arbeitsfront, Berlin
17. Jahrgang, 15. Aug. 1937, Heft 16
ZEITGEMÄSSE FORDERUNGEN AN DAS SIEDLUNGSWESEN
„Bauplat und Werkitatt‘, Sonderdruck, herausgegeben vom Württ. Landesgewerbeamt.
Somohl die Forderungen des Führers als auch die Probleme um die Schaffung neuer Gemeinkhaftsfiedlungen
als Stätten der Ermeckung und Erhaltung des Gemeinkhaftsgeiftes und damit der Volksgemeinfchaft
ftellen den Architekten im Siedlungsmelen vor neue Aufgaben. Hier erhebt fich in erlter
Linie die Frage, melche Siedlungsgeftaltung dem Ziel der Gemeinfchaftsbildung dienen kann. Die Siedlungsgeftaltung
muß dabei mie keine andere Kulturtätigkeit Spiegel der neuen Lebensform unfleres
Volkes fein. Hier zeigt uns die Baukunft früherer Zeiten, daß es eine Baukunft geben kann, die aus
den Gemüts= und Willensmerten des Volkes heraus geboren ik. So merden auch in dem vorliegenden
Sonderdruck der Monatsfchrift der Staatlichen Beratungsltelle für das Baugemerbe Stuttgart als Ausgangspunkt
zuerft grundfägliche Fragen der Siedlungsgeftaltung behandelt und an Hand von ldeen-[kizzen
und Beifpielen alter Städte die Grundläge erläutert.
Neben der harmonifkchen Eingliederung jedes Siedlungsgebildes in die für es gegebene Landichaft wird
gezeigt, daß die bisherige Art der geometrifchen Gelegmäßigkeit nicht unferem Wollen entfpricht. Jede
Art der Reihung, ob geradlinig oder gefchwungen, wird hier als Ausdruck des Intellektuellen Materialismus
abgelehnt. Denn die Reihe fei gemeinfchaftsftörend, die Kreisform oder Gruppe dagegen
gemeinfchaftsfördernd. Da die Siedlung aber Ausdruck der Gemeinkchaft und der Beziehung der Menkchen
untereinander Fein foll, haben fich diefer Forderung alle anderen unterzuordnen. Alfo nicht nur Einordnung
in Landfchaft und umgebende Natur und gemeinfkchaftsfördernde Gelamtgeltaltung, fondern
auch richtige Zuordnung der einzelnen Häufer zueinander durch ihre Stellung, Form und Farbe. Denn
gerade dies find mwichtige Geltaltungselemente. Deshalb merden auch gerade die Fragen der Geltaltung
des Einzelgebäudes als Element einer Gruppe, die nachbarlichen Beziehungen zueinander, die Möglichkeiten
der verfchiedenartigen Ausdrucksmittel von Giebel= und Traufenftellung, Sattel= und Walmdach
ausführlich behandelt. Beachtenswert find auch die Ausführungen über die farbige Geltaltung der
Siedlung. Es mird hier gefordert, daß die Siedlung eine Fortfegung der fie umgebenden Natur in künftlerifch
gepflegter und geltalteter Farbgebung fein foll.
Zentralblatt der Bauvermaltung vereinigt mit Zeitfchrift für Baumelen
selpricht 1937 in Heft 39:
OSTHUS: NEUGESTALTUNG DER INDUSTRIEBAUTEN Preis RM 4.50
„Baupla6 u. Werkftatt” , Sonderdruck, herausgegeben vom Württ. Landesgewerbeamt
An Hand eines praktifch bis in alle Einzelheiten erläuterten Beifpieles legt der Verfaller Grundläge
über Indultriebauten unter hauptlächlicher Berückfichtigung einer modernen Betriebsführung felt, melche
unnötige Arbeitsmwege zu vermeiden hat. Die richtige "Raumfolge in mwaagrechter und fenkrechter
Richtung, das Vorausbedenken von Ermeiterungsmöglichkeiten, das Eingehen auf alle technifchen
Einzelheiten der Betriebsart und die zu Mellenden arbeitshygienikchen Forderungen im Interefle der
Belegfchaft machen einen Indultriebau erft zu einem Organismus. Bei der fprunghaften Entwicklung
unferer Indultrie wurden diele Grundlägße, häufig namentlich bei Erweiterungen, vernachläffigt und
führten dann zu Zufammenbrüchen in der Wirtfchaft. Eine rechtzeitige Berücklichtigung der hier klargelegten
Grundfäge bietet allein Gemähr für dauernden Betriebsnubßen, Uber diele Zufammenhänge
belehrt der Verfalfer in (ehr anlhaulicherdeile.