Die Form der Pergola (deutsch: Laube)
Abb. 181. Ein Musterbeispiel von Pergola”. das in allen Teilen zeigt, wie
man es nicht machen soll
Abb. 182. Gute Anordnung und sachgemäße Konstruktion. Man beachte
u.a, beim Auflager der Pfette auf der Mauer deren Abstand vom
Mauerwerk.
Eine einzige Pfette mit aufgenageltem kurzen Querbälkchen
von 50—70 cm Länge, die auf der Pfette
balancieren (s. Abb. 181) ist kaum noch mit Pergola
zu bezeichnen. Im Süden, wo die Pergola zu Hause
ist (lateinisch pergula) ist sie die Überdachung eines
Vorbaues von ziemlicher Breite oder eines Laubenganges,
der vom Weinstock überwachsen ist und
im Sommer Schatten bietet. Die Südtiroler haben den
lateinischen Namen verdeutscht zu Perg]. Bei ihnen
versteht man darunter ganz allgemein das Holzgerüst
zum Tragen der wagrecht gezogenen Weinstöcke,
das entweder auf Stein- oder Holzsäulen ruht.
Bei uns ist aus der rein praktischen Pergl ein mehr
ästhetisches Zubehör zum guten Wohnhaus geworden,
das den einen guten Sinn hat, eine Verbindung
des Hauses mit dem Garten zu schaffen
und dort im Garten räumliche Wirkungen zu ermöglichen.
Auf dieses architektonische Hilfsmittel
wollen wir heute nicht mehr verzichten. Im Sprachgebrauch
wäre es am vorteilhaftesten, wenn wir
statt der Bezeichnung Pergola den guten deutschen
Namen Laube gebrauchen würden, dann würde uns
auch immer klar vor Augen sein, daß ein Gebilde
mit einer einzigen Unterlagspfette nicht mehr als
Laube bezeichnet werden kann. Es ist nur noch
Dekoration. Räumliche Wirkungen, wo sie notwendig
sind, werden besser als mit solchen Halbheiten
mit einfachen Mauerteilen in niedriger Höhe erreicht.
Wenn schon vom architektonischen Standpunkt
etwas derartiges notwendig erscheint, dann
sei einer „Laube” der Vorzug gegeben, die genügend
breit ist und deren Gebälk sachgemäß auf
zwei Pfetten ruht.
Richtiges Auflager auf dem Mauerwerk
Gut wird stets eine Konstruktion sein, wo wenigstens
ein Teil der Laube auf einer Mauer in gleicher Höhe
aufliegt. Ist diese aus Naturstein ausgeführt, dann
umso besser. Genau so wie an der Hauswand muß
aber auch hier das Holz vor direkter Berührung mit
der Mauer verwahrt werden, damit die Luft das
Holz möglichst weitgehend umstreichen und austrocknen
kann. Das Mauerwerk, sei es nun Naturstein,
Beton oder Backstein, wird stets Feuchtigkeit
enthalten, die dem Holz fern gehalten werden muß
(vergl. Abb. 182).
Wird zur Befestigung des Holzes Metall verwendet,
so ist dieses vor Rost zu schügen. Rost ist dem Holz
genau so abträglich wie Feuchtigkeit. Das durch
Rost gebildete Eisenoxyd dringt mit dem Regenwasser
in undichte Stellen des Holzes ein, verfärbt
dieses, wodurch es ein schlechtes Aussehen annimmt,
zerstört es durch chemische Einwirkungen
und wirkt auf die Schubanstriche wie Olfarbe und
dergl. zersegend, sodaß sie sich ablösen. Alle rostenden
Metallteile sind gut mit Mennige zu grundieren
und dann pünktlich mit mehrmaligem Ölfarbanstrich
zu versehen.