Heft 5 Berlin, den 1. Augusf 6 Hejtpreis: GM 1.—
STADTBAUKUNST
ALTER UND NEUER ZEIT
HERAUSGEGEBEN VON CORNELIUS GURLITT UND BRUNO MOÖHRING
UND
A
EDHOF uNDDE
HERAUSGEGEBEN VON ROBERT B. WITTE- DRESDEN
SCHRIFILEITUNG: WALTER LEHWESS:
AL
DER ZIRKEL - ARCHITEKTURVERLAG_ G. M. B. H., BERLIN W 66, WILHELMSTRASSE 48
POSTSCHECKKONTO BERLIN 48121 — FERNSPRECH-VERBINDUNG: AMT ZENTRUM. NR. 10679
NEUBAUPLAÄNE DER REICHSPOST AM DOMPLATZ
ZU MAGDEBURG.
Nadı einer Mel:
dung der Magde
burgifhhen Zeifung
beablichtfigt
die Reichspojf, die
ihr gehörige alte
Artfilleriekaferne
am Domplags in
Magdeburg abzureißen
und an
der Stelle einen
Neubau für das
Poftiheckamf
Magdeburg zuerrichten.
In einem
längeren Auffaß
bejchäftigt Jich das
genannfe Blatt
eingehend * mif
diejem Plan.
Der Domplaß
in Magdeburg iftf
kein mittelalferlicher
Plaßg. Denn im Miftelalter lagen Klofter
und Dom außerhalb der Stadf. Auf der beigegebenen
Abbildung des Domplaßes aus
dem Jahre 1632 ijt zu fjehen, daß der Domplaß
von Gärten an einer Seite noch begrenzt
war. In jeiner jeßigen, froß einiger neuerer
Zufaten, immer noch würdigen und gejchloffenen
Form ift er alfjo im Wefenflichen ein Werk des
17. und 18. Jahrhunderfs und zwar zunächff
des Fürften Leopold von Defjau. Mif großem
Takf ijff in diejen Plaß dann im Anfang des
18. Jahrhunderfs der Bau der alten Arfilleriekajerne
eingefügt worden, froßdem man Jie
durchaus nicht in den Formen einer früheren
Zeit, jfondern in den damals modijchen Formen
baufe. Aus den fechziger Jahren des vorigen
Jahren Itammf dann das in einer Arf „florenare
5.
ME
“Colar
iPChe
Fllen
Z Uni bebaut
. 2 GErten etz.
Veyklich dies "ni eboebranntes Gebiet
Der Domplatz im Jahre 1632 nach einem Plan
von Guericke
“ha Gebäude
Gebäude
£4/*
Der Domplatz heute
finijdhen“ Stils errichtefe Provinzialfchulkollegium.
In jüngerer Zeit fehltfe dann der
Muf, Neues dem alten Plage hinzuzufügen und
man beließ beim Umbau der alten Privafhäufer
zu Bürogebäuden die alten Faffaden oder
kopierfe ie möalichtt gefreu.
Die neuejte Zufat if das Reichsbankgebäude,
gerade dem Dom gegenüber; es [{teht zwar
ılcht am Domplaßg, aber iff doch von dort aus
zu fehen und Spricht in Jeiner Wirkung mif.
Troß forgfältiger Prüfung und Begutfachtung
les Enfwurfes durch anerkannte Baukünftfler
ınd durch den Provinzialkonjervafor wird der
3au jeßt nach feiner Fertfigjtellung als jförend
ampfunden; der Blik vom breiten Weg auf
len hohen Giebel des Domes iff verbauf: