Berthold Burkhardt
NATÜRLICHE KONSTRUKTIONEN - NATÜRLICH KONSTRUIEREN
Einführung zur Grundlagenforschung des Institutes für leichte Flächentragwerke an
der Universität Stuttgart (IL).
Zu Beginn des Symposiums gab Frei Otto einen zusammenfassenden Überblick zum
Thema "Natürlich Bauen" (Siehe Kapitel 1.1). Die folgenden Beiträge von Mitar-Deitern
des Institutes für leichte Flächentragwerke sind die näheren Erläuterungen
zu wesentlichen Grundsätzen des Leichtbaus, Sie sind eine geraffte Zusammenfassung
einiger Arbeiten am IL. Dabei geht es nicht so sehr um vertiefte und detailjerte
Ausführungen, vielmehr wird hier ein Gedankenmodell vorgestellt, in dem
die Konstruktion selbst als Bestandteil des natürlichen Bauens Beachtung findet.
Architekten und Ingenieure werden manchmal mit Aufgaben betraut, deren Lösung
‚etztlich kein Haus, keinen Bau und keine technische Maßnahme erfordert. In unserer
<limazone können jedoch viele Funktionen und Bedürfnisse nur mit Hilfe unterschiedlicher
Konstruktionen und Baumaterialien erfüllt werden. Das reicht vom Haus für die
*amilie, fur soziale und kulturelle Einrichtungen bis zu Bauten für Produktion und
Lagerung von Gütern und Energie, wie für Transport, Verkehr und Ent- und Versorgung.
Die Frage, welche Aufgaben nun tatsächlich an welcher Stelle und in welchem Umfang
zu erfüllen sind, steht nicht nur auf diesem Symposium zur grundsätzlichen Dis-<ussion,
sondern vor jedem Projekt, vor jedem technischen Eingriff selbst.
Allzu häufig wird übersehen oder vernachlässigt, daß nicht nur Schadstoffe von
Industrie oder Kraftwerken problematisch sind, sondern Bauten selbst Landschaft,
„ebensraum, Biotope stark beeinflussen oder gar zerstören können,
Zin Teil unserer Arbeiten befaßt sich folglich mit der Frage, welche Konstruktionen
‚nd Methoden stehen Architekten und Ingenieuren zur Verfügung, die bei ihrer Anwendung
sowohl im Einklang mit der Funktion als auch im Einklang mit der Natur
stehen, Das bedeutet letztlich die Suche nach Konstruktionen mit der geringsten
Belastung und Veränderung von Natur und Umwelt.
Zwischen einer ganzheitlichen Aufgabe, der Struktur, Form, Kraft und Masse beste-1en
untrennbare und sich gegenseitig beeinflussende Zusammenhänge. Wir mußten
'eststellen, daß nur relativ wenige Fachleute überhaupt sehen, daß es sich hier um
ain weitgehend ungelöstes Problem mit großer Komplexität handelt.
Konstruktionen werden heute überwiegend mit verschiedenen freien oder systematischen
Methoden entworfen, danach berechnet und danach vermessen, Begleitende
Optimierungen finden in der Regel am Detail statt.
Zs gibt nur einige Methoden in den großen Bereichen der gesamten Technik, wie man
die Formen der Konstruktionen mit einem geringen Masseaufwand direkt und integriert
ermitteln kann. Einige Ansätze und Lösungen werden in den folgenden Beiträgen
der Mitarbeiter des Instituts fur leichte Flachentragwerke vorgestellt, an Beispielen
von: Netzen, Membranen, Schalen, Türmen, Stützen und Bögen.
197 nogn
Berthold Burkhardt
NATURAL STRUCTURES - NATURAL CONSTRUCTION
Introduction to basic research at the Institute for Lightweight Structures at
the University of Stuttgart (IL).
At the beginning of the Symposium Frei Otto gave a comprehensive report on the
theme "natural building" (see chapter 1.1). The following contributions by memoers
of the Institute for Lightweight Structures are further explanations of important
basic principles of lightweight construction, They are a brief summary of some
of the work at IL. These are not so much "in depth" detailed expositions, but are
presented more as models for discussions, in which the structure itself is considered
as a constituent of natural building.
Architects and engineers are sometimes entrusted with problems whose solution in
the end requires no house, no structure and no technical steps. In our climatic
zone, however, many functions and needs can only be fulfilled with the aid of
diversified constructions and building materials. That applies to a house for a
Family, to social and cultural arrangements, as well as to buildings for production
and storage of goods and energy, such as for transport, traffic and services.
The question of which tasks should actually be fulfilled at which place and to
what extent, presents itself not only for fundamental discussion at this symposium
out before every project, before every technical operation.
All too frequently it is overlooked or ignored, that it is not only the waste materials
of industry or power stations that cause problems, but buildings too can
greatly affect or even destroy landscapes, living space, biotopes.
A part of our work is consequently involved with the question of the structures
and methods which are available to architects and engineers, which in usage
will be in tune with function as well as in tune with nature. That in fact means
searching for constructions which place the lowest burden on and cause the least
change to nature and environment.
In between the total problem, of structure, form, force and mass there exist
inseparable and reciprocally influential relationships. We had to establish that
only relatively few experts could in fact see that this was an extensively unsolved
problem of great complexity.
Today constructions are predominantly designed by different free or systematic
methods, then analysed, and then dimensioned. Accompanying optimisations
usually take place in the details.
However there are only a few methods in the large field of total technology
which enable one to determine in a direct and integrated manner the forms of
structures with a low mass expenditure. Some formulations and solutions are
given in the following contributions by the members of the Institute for Lightweight
Structures, for example on nets, membranes, shells, towers, supports
and arches. However trivial i+ mav sound. no-one has even been successful