Volltext : Bambus = Bamboo (IL31, 2000)

II. MODERNE KONSTRUKTIONEN AUS GESPALTEM BAMBUS
Eigene Untersuchungen

[n unserer Zusammenarbeit mit der School of Architecture
 (SA), Ahmedabad, Indien, wird der Ver
such unternommen, neue konstruktive Anwendungen
yon Bambus durch eine Verbindung der groBen
nandwerklichen Bambus-Tradition mit modernen
_eichtbauweisen zu entwickeln (*),
Wir haben vor, Bambus als druck- und zugbeanspruchtes
 Material einzusetzen und entsprechende
 Konstruktionsarten zu untersuchen. Der
Schwerpunkt unserer Arbeit lag bisher in dem
Bereich der druck-biegebeanspruchten Konstruktionen.
 Untersucht werden vor allem Gitterschalen
 aus gespaltenem Bambus. Im Bereich zugbeanspruchter
 Konstruktionen fanden vorerst nur
einige Vorversuche statt.

Jie Untersuchungen sind vorwiegend praktischer
Natur, gearbeitet wird vor allem an Versuchsbauten
 und Modellen. Die Experimente werden größtenteils
 mit Studenten in Lehrveranstaltungen
an der SA durchgeführt. Bei den Arbeiten sind
wir auf die gelegentliche Hilfe der lokalen Bam->ushandwerker
 angewiesen, so daß solche Experimente
 nur in Indien sinnvoll durchgeführt werder
können. Die ersten Erfahrungen, die zu diesem
gemeinsamen Projekt führten, stammen aus den
Versuchsbauten, die wahrend meiner ersten Lehrtdtigkeit
 1976/77 an der SA entstanden. Schon
damals bauten wir Gitterschalen (Spannweite 4m)
> 32 aus gespaltenem Bambus - allerdings noch
mit genieteten Knotenverbindungen - und ein Modell
 (1 mal 1,2m) einer zugbeanspruchten Netzkonstruktion
 aus Bambusstreifen > 33. Diese Versuche
 zeigten bereits, daß Bambus für derartige
Leichtbaukonstruktionen qut geeignet ist.

Zu Gitterschalen

dei Gitterschalen, einer am IL entwickelten Konstruktion,
 bilden relativ dünne Stäbe ein räumlich
 gekrümmtes Tragwerk (9). Das konstruktive
Prinzip basiert auf der Idee der "Umkehrung der
Kettenlinie" (gebildet z.B. von einer an beiden
Enden aufgehängten Kette) zu der Stützenlinie
eines Bogens. Diesem Prinzip folgend, werden die
Formen der Gitterschalen nicht entworfen, sondern
 in Hingemodellen gefunden (z.B. aus Kettennetzen)
 > 34. Eine praktisch unbegrenzte Anzahl
von Formen ist möglich.

*) Dieses gemeinsame Projekt des Instituts für leichte Flächentragwerke
IL) und der School of Architecture (SA), Ahmedabad, Indien, wurde 1981
jegonnen und wird vom Internationalen Büro der KFA Jülich gefördert.
Jas Projekt wird van F Sehaur (TI) ind 1 DO Vacavarda (SAY hatrant

II. MODERN STRUCTURES MADE OF SPLIT BAMBOO
Dur own Studies

In our collaboration with the School of Architecture
 (SA) of Ahmedabad, India,.we attempt to
develop new constructional applications of bamboo
 by combining the great tradition of the
bamboo craftsman with modern methods of lightweight
 construction (*).
We intend to use bamboo as a material subject
to compressive and tensile stresses and to exa
mine the corresponding types of construction.
Hitherto we have centred our efforts on the
area of structures under compressive and bending
 stresses. We have mainly examined grid
shells made from split bamboo. In the field of
structures under tensile stress only some pre-Timinary
 experiments have taken place.

The studies are mainly of a practical nature,
i.e. the work is carried out mainly on experinental
 buildings and models. As a part of the
curiculum of the SA, the students participate
in the majority of the experiments. In these
studies and investigations we occasionally
have to call upon the help of the local bamboo
 craftsman, which means that such experinents
 can reasonably only be carried out in
India. The first experiences which led to this
common project were gained with experimental
buildings which were created during my first
period of teaching at the SA (1976/77). Even
then we built a grid shell (of 4 m span) > 32
From split bamboo - albeit with rivetted noda’
joints - and a model (1m by 1,2m) of a bamboo
grid structure under tensile load made from
oamboo strips > 33. These experiments showed
already that bamboo is very suitable for such
lightweight structures.
On the subject of arid shells

In grid shells, which are a method of construc
tion developed at the IL, relatively thin bars
form a spatially curved load-bearing structure
 (9). The constructional principle is
hased on the idea of reversing the catenary
[ine of a chain and making it into the thrust
“ine of an arch. Following this principle, the
shapes of grid shells are not designed but determined
 using suspended models (e.g. nets of
chains) > 34. The number of shapes in such way
is practically infinity.

(*) This common projekt of the Institute of Lightweight Structures (IL)
and the School of Architecture (SA) of Ahmedabad, India, was started in
1981 and is sponsored by the International Bureau of the KFA, Jülich.
ho mrniort ic lod hu TC Schaunr /HYX and R 1 Vacavada (SAY

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