Juni 1981
Stuttgarter Uni-Kurier
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Toilette dient als Energiespender
Siedlungswasserbauer helfen ihren koreanischen Kollegen
Das Institut für Siedlungswasserbau,
Wassergüte- und Abaliwirtschaft
der Universität
Stuttgart wurde von der Deutschen
Gesellschaft für Technische
Zusammenarbeit (GTZ) beauftragt,
die Forschungsvorhapen
des Korean Institute for
Science and Technologie (KIST)
iber „Hygienisierung und Nutzung
von Fäkalien‘“ fachlich zu
jetreuen. Zur Durchführung dieser
Aufgabe besuchten Professor
Dr.-Ing. O0. Tabasaran und
Dr.-Ing. K. C. Shin im November/Dezember
1980 die Volksreoublik
China, Korea, Philippinen
und Japan. Hierzu schickte uns
Dr.Shin den folgenden Bericht.
In China und auf den Philippinen
ging es um die Identifizierung von
Problemen und die Erfassung von
vorliegenden Grunddaten auf
dem Gebiet der Abfallwirtschaft
sowie des Abwasserwesens. In
Japan wurden zusätzlich neue relevante
Anlagen zur Abfallbeseitigung
besichtigt. Auf Einladung
des Gesundheitsministeriums
konnten Eindrücke der verschiedenen
Problemiösungen in Beiling
gewonnen werden. Es wurde
ain gut funktionierendes Abfallsammelsystem
vorgefunden, das
Kurz und knapp
Die Technische Hochschule
Darmstadt hat einen „Kleinen
„eitfaden zur Forschungsfördeung“,
THD Schriftenreihe Wissenschaft
und Technik 9, heraus-Jegeben.
Der Leitfaden stellt nach
Bigener Aussage die umfassendste,
systematischste und am besten
erschlossene Informationsquelle
über die Möglichkeiten der
>orschungsförderung für die
Nissenschaftler an den Hochschulen
der Bundesrepublik
deutschland dar. Gegen einen
Jnkostenbeitrag von 12,— DM
kann der Leitfaden bei der TH
Darmstadt, Presse- und Informationsstelle,
Karolinenplatz 5, 6100
Darmstadt, erworben werden.
Das Sekretariat der Ständigen
Konferenz der Kultusminister der
Länder in der Bundesrepublik
Deutschland — Geschäftsstelle für
die Studienreformkommissionen
- hat den „Zweiten Jahresbericht
der Ständigen Kommission für die
Studienreform — Juli 1979 bis Juni
1980 —“ im Oktober 1980 verabschiedet
und vor kurzem heraus-Jebracht.
Kontaktadresse: Sekre-(ariat
der Kultusministerkonferenz.
Nassestraße 8 5300 Bonn 1
Der Sonderforschungsbereich 64
„Weitgespannte Flächentragwerke‘
hat seinen Jahresbericht
1979/80 herausgebracht. Er ist
Jegen einen Unkostenbeitrag von
10,— DM beim SFB 64, Geschäftsstelle,
Pfaffenwaldring 4g, Postfach
1140, 7000 Stuttgart 80. zu
arwerben
Die Bundesanstalt für Materialprüfung
in Berlin hat unter dem
Fitel „Schäden erforschen —
Schäden vermeiden‘ eine Broschüre
herausgegeben, die Bei-3piele
aus der Arbeit von fünf europäischen
Materialprüfungsanstalten
enthält. Exemplare sind
arhältlich bei der Pressestelle der
3undesanstalt für Materialprüfung
(BAM), Unter den Eichen 87,
1000 Berlin 45. Telefon (030)
14 047-4 AA
auf standardisierten Müllbehältern
und modernen, geschlossenen
Müllsammelfahrzeugen bajiert.
Im Bereich der öffentlichen
ind privaten Toiletten besteht
ıoch die Möglichkeit zu Verbesserungen.
Siedlungswasserbau hat ein Verständigungsabkommen
mit KIST
Jeschlossen, welches u.a. ge-Jenseitige
technische Hilfestellungen
und wissenschaftliche An
'eitungen zum Inhalt hat.
\uf den Philippinen sind große
Anstrengungen der zuständiger
3ehörden vorhanden, die in Zu-;ammenarbeit
mit der Firma Phi
ippine Standart, dem Herstelleı
‚on sanitären Artikeln, unter
ıommen werden, um die sanitä
en Einrichtungen entscheidenc
zu verbessern. Besonderes Ge
wicht wird dabei auf die Erzie
ung und Aufklärung der Landbe
völkerung hinsichtlich hygieni
scher Probleme geleat.
)as Fehlen von Kanalnetzen mit
inschließenden Behandlungsanagen
führte dazu, daß in China
jehr viele Biogasanlagen in Berieb
sind. Dadurch wird eine
sinnvolle Verwertung menschli-;her
und tierischer Exkremente
ıngestrebt. Das dabei entsteı1ende
Biogas wird zum Kochen
ınd für Licht verwendet. In näch-;ter
Zeit soll auf Anraten der Beichterstatter
in China ein umweltechnisches
Seminar durchgeührt
werden.
n Korea entstand durch die
norme Konzentration der Bevölterung
in den Städten eine Verjachlässigung
der Interessen von
3ewohnern ländlicher Gebiete,
ror allem auf dem Sektor der saniären
Einrichtungen. Es ist daher
iringend erforderlich geworden,
°orschungs- und Entwicklungsırbeiten
zur Verbesserung der
"oiletten und zur Verarbeitung
jer anfallenden Abfallstoffe
durchzuführen. Das Institut für
in Japan besitzen zur Zeil
41,2 Prozent der Bevölkerung
aine Toilette mit Wasserspülung.
vovon je die Hälfte durch öffentliche
Kanalisation und durch Haus-(läranlagen
entsorgt werden
8,8 Prozent der Bevölkerung be-;itzen
Grubentoiletten, von denen
19,5 Prozent geordnet entleeri
verden. An die Müllabfuhr sind
33,1 Prozent der Bewohner angeschlossen.
Die Abfälle werder
Jlurch Verbrennung (58,6%)
Kompostierung (1,6%) und Depo-1ieruna
(39.8%) beseitigt.
3edankenaustausch über Biogasanlagen in einer chinesischen Gemeinde.
Neuer Flugzeugbauer
Prof. Arendts ist Nachfolger von Prof. Hütter
zeit Anfang dieses Jahres ist
>rof. Dipl.-Ing. Franz Joseph
\rendts Direktor des Instituts für
:lugzeugbau. Er ist damit Nacholger
des inzwischen emeritieren
Professors Dr. techn. habil.
Jlrich Hütter.
>rof. Arendts wurde 1935 in Mün-:hen
geboren. Nach dem Abitur
953 studierte er von 1953 bis
‚958 das Fach „Allgemeiner Ma-;schinenbau‘‘
an der TH München
ind schloß mit der Diplomhaupt-)rüfung
ab. Seit 1959 arbeitete er
n der Abteilung Aerodynamik ei-1er
Flugzeugbaufirma in Mün
;hen. Zu seinen Aufgaben ge
1ıörte hauptsächlich die Durchührung
und Auswertung vorı
Nindkanalversuchen. Anfang
‚960 ging er als Wissenschaftli-»her
Assistent an den Lehrstuhl
ür Leichtbau und Flugzeugbau
jer TH München und war dort uner
anderem auf theoretischem
3ebiet mit Krafteinleitungspro-»lemen
neuer Sandwichkonstrukjonen
beschäftigt. Ende Novem-Jer
1966 ging er wieder in die Inlustrie
und arbeitete für den Be-'eich
Drehflügler, Abteilung Statik
ınd Festigkeit, an Festigkeitspro-Jemen
für das Kranhubschrauyjerprojekt
Bo X und für die Bo
05.
n Frühjahr 1968 wurde er Proıktlaitar
+4as 771 -Praaramme
Zukunfts-Technik-Luft). Mit diesem
Programm sollte eine gegeniber
dem Ausland verbesserte
technologische Basis auf den Ge-Jieten
Konfigurationsentwickung,
Struktur, Systeme sowie der
'heoretischen Grundlagen geschaffen
werden. In diese Zeit fie!
Jnter anderem der Beginn der Ak
ivitäten mit Kohlenstoff-Fasern-/erstärktem
Kunststoff.
m November 1973 wechselte eı
nnerhalb der Firma vom Unterıehmensbereich
Drehflügler zum
Jnternehmensbereich Flugzeuge
Jnd übte diese Tätigkeit bis zum
Eintritt in die Universität Stuttaart
am 1 Januar 1981 aırc
drmnf FEranz-.losenh Arandıte
£OMmposıipillaotanıage In KROo--.
Bildung auf Sparflamme
WRK: Zuwenig Geld für die Bildung
von Hermann zu den Buchen
zigentlich stand die diesjährige
Jahresversammlung der West
Jeutschen Rektorenkonferenz
inter dem Thema „Bildungspoli
ik —- kein Thema mehr?“. Daß es
lennoch bildungspolitische
Themen gibt, wurde im Verlaui
der zweitägigen Verhandlungen
n Aachen bald deutlich. Doch
mußte der Beobachter den Eindruck
gewinnen, daß diese Themen
nur noch die von Speziali
sten, von Insidern der bildungs:
politischen Szene sind. Am deut:
lichsten wurde das bei der Eröff
nungsveranstaltung.
Der WRK-Präsident George Turner
(Hohenheim) fächerte in seinen
einführenden Bemerkungen
zum Thema eine ganze Reihe vor
Problemen auf, die Bildungspoli:
tik in einer Zeit der weiter steigenden
Studentenzahlen und de:
immer einschneidender spürbaı
werdenden Mittelkürzunger
heute drücken: Überlast als Dau
erlast, Chancenlosigkeit der Ab
solventen, Gefährdung der Zu
<unftssicherung unserer Gesellschaft
durch wachsende Defizite
im Bereich der Grundlagenfor
schung und in den Ingenieurwissenschaften
gehörten zu den
Stichworten, die er dabei anführte.
Aufgabe für Europa‘ kamen die
französische Universitätsministerin
Alice Saunier-Seite und der
(Hannoveraner) WRK-Vizepräsident
Hinrich Seidel zu Wort. Die
„Leistungsfähigkeit in der Forschung‘
behandelten WRK-Vizepräsident
Kröll (Marburg), DFG-Präsident
Seibold und SEL-Chef
Lohr. Der letztere meldete deutliche
Ansprüche an Design und
Output der Hochschulforschung
an: die Industrie habe die organisatorischen
Voraussetzungen für
eine Verbesserung der Aufgabenteilung
zwischen Hochschulen
und Industrie geschaffen; nun
sollten sich die Hochschulen anpassen.
Hierzu paßte auch seine
Aufforderung, die Hochschulen
müßten sich mehr der Forschungsplanung
zuwenden.
Folgen des Planungsstops
Beim letzten Themenblock: „Bil
dungsplanung —- Ausbaugrenzen‘
schilderte der Karlsruher WRK:
Vizepräsident Kunle eindringlich
die Situation, die sich durch den
abrupten Stop der Planung ergeben
hat. Hier waren wieder Politiker
gefordert: die Ministerpräsidenten
Rau (SPD) und Stoltenberg
(CDU). Doch auch von ihnen
bekamen die Rektoren und Präsidenten
nur Steine statt Brot.
Keine kurzfristigen Erfolge
Trotz des vergleichsweise milden
Schlußwortes des WRK-Präsidenten
Turner setzte sich doch der
Eindruck fest, daß Bildungspolitik
nur ein Thema für finanzielle
Schönwetterlagen ist. Die Politiker
— die immerhin bereit waren,
darüber zu reden — werden an ihrer
Bereitschaft gemessen werden,
auch in Zeiten der schmalen
Finanzpolster verantwortungsjewußt
für diesen Bereich zu
handeln, auch wenn kurzfristige
Erfolge hier nicht mehr zu holen
sein werden.
Zwang zum Sparen
Mit Spannung wurde daraufhin
lie Rede des Bundeskanzlers ernartet,
der — zum erstenmal in der
5eschichte der WRK — grundle-Jende
Bemerkungen zur Bil
jungspolitik machen wollte, Eı
jeschränkte sich im wesentlichen
edoch darauf, dem WRK-Präsidenten
in all den Punkten zuzu-;timmen,
in denen er sich mit Forderungen
und programmatischen
Aussagen an die Hochschuler
nandte. Kein Wort war von ihm zu.
ıören, welche konkreten Beiträge
lie Politik zur Lösung der Zu:
<unftsprobleme des Bildungswe-;ens
leisten will und kann. Stat!
lessen rühmte er die — auch vor.
Turner anerkannten — Leistungen
‚on Bund und Ländern in der Ver-Jangenheit,
die sich in der Höhe
der Ausgaben für Hochschulbau
Studentenheimbau und sonstige
Ausgaben für den Bildungsbereich
in den vergangenen zehn
Jahren niederschlagen. Für die
Zukunft verwies er auf den Zwang
zu Einschränkungen, der durch
die hohen Ölrechnungen verursacht
sei.
Sommeruniversität
in Versailles
Die im Jahre 1978 gegründete iniernationale
Sommeruniversität
der Stadt Versailles (Universite Internationale
d’Ete de Versailles)
organisiert Lehrveranstaltungen
für Studenten und Akademikeı
vom 2. bis 30. Juli 1981. Auf dem
Programm stehen alle Aspekte
der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts:
Architektur, Bildhauerkunst,
Malerei, Geschichte, Literatur,
Musik, Geschichte der Wissenschaft
und Technik, Landschaftsgestaltung
und Gartenbau.
Lehrveranstaltungen für
französische Sprache und zeitgenössische
Landeskunde werden
abenfalls abgehalten. Auskünfte
U.LE.V., Palais de Congres, 10, rue
de la Chancellerie, 78000 Versaillag
Frankraich
Industrie: Mehr Planung
Dann hatten die Insider das Wort:
zum Thema ‚„Studierfähigkeit —
Berufsfähigkeit‘“ referierten deı
(Würzburger) Vizepräsident deı
WRK, Theodor Berchem, und die
Vorsitzende der Kultusministerkonferenz,
Hanna-Renate Lau-:jan
flhear Bildunaspalitik — eine