Volltext : Stuttgarter Uni-Kurier (6/10, 1982)

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Zeitung der Universität Stuttaart

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(4

Nr. 8/Juni 19892

Samstag, 26. Juni 1982
Tag der
Universität
Stuttgart

Dffene Tür und
Sommerfest

estschlitten für die Prüfung von Sicherheitsaurten

Ab Oktober: Gurtmuffel
sollen Bußgeld zahlen
Stuttgarter prüfen Sicherheitsqurte

von Markus Bohn
Bußgeld sollen ab Oktober diejes
 Jahres alle diejenigen Auto-'ahrer
 bezahlen, die sich nicht
ınschnallen. Denn obwohl in der
3Zundesrepublik seit 1976 eine
Jesetzliche Anschnallpflicht be-;teht,
 ist die Gurtanlegequote
1ach wie vor unbefriedigend.
Joch immer kann man die Aus-’ede
 hören, der Gurt sei in man-:hen
 Fällen sogar die Ursache für
ödliche Verletzungen — etwa weil
ar verhindere, daß man bei einem
schweren Aufprall überlebt, injem
 man aus dem Fahrzeug ge-;schleudert
 wird. Daß dieses Ar-Jument
 lediglich die eigene Be-Juemlichkeit
 verschleiern soll, ist
schon daraus ersichtlich, daß sich
lieselben Leute ausgerechnet auf
ler Autobahn eher anschnallen

ıls im innerstädtischen Verkehr —
bwohl der Gurt gerade bei Ge-»hwindigkeiten
 um 50 km/h opnalen
 Schutz gewährt. Dies ist
attsam bekannt, und trotzdem
;hnallen sich — seit 1976 nahezu
‘onstant — weniger als die Hälfte
ller Autofahrer im Stadtverkehr
n. Erfahrungen z.B. der Norweer,
 die 1979 ein Bußgeld eingeihrt
 haben, zeigen indessen, daß
ıch durch diese Maßnahme die
iurtanlegequote deutlich steiern
 1äßt

Stuttgart ist Prüfstelle
‚icherheitsgurte sind wie alle
/ichtigen Fahrzeugteile bauartenehmigungspflichtig,
 sie unter-‘gen
 also einem Zulassunasver-{Fortsetzung

 auf Seite 2)

Sinzigartiger Windkanal im Pfaffenwald
benso wie die Luftfahrt ohne Windkanäle undenkbar ist, braucht auch die Entvicklung
 von Windturbinen spezielle Windkanäle. Man benötigt nicht nur große
\‚bmessungen bei relativ niedriger Antriebsleistung, sondern muß vor altem Böen
achbilden können. Ein weltweit erster Windkanal dieser Art entsteht zur Zeit am
’stitut für Aerodynamik und Gasdynamik der Universität Stuttgart. Er wird durch
'as Bundesministerium für Forschuna und Technologie und durch das Land Baan-Württemberna
 finanziert

Sinen „Tag der Universität Stutt-Jart‘““
 gibt es am Samstag, 26.
Juni 1982. Er besteht aus Besichigungen
 von Instituten in den
Irei Universitätsbereichen Wanjen,
 Stadtmitte und Pfaffenwald.
\nschließend findet vor dem In-‚enieurwissenschaftlichen
 Zenrum
 im Pfaffenwald ein großes
jommerftest statt.

ıstitute aus allen 13 Fakultäten
er Universität nehmen an dieser
‘’eranstaltung teil, die nach 1981
um zweitenmal stattfindet. Die
ıstitutsbesichtigungen beginnen
ı den Bereichen Stadtmitte und
faffenwald um 10.30 Uhr und
lauern bis 15.30 Uhr; im Bereich
Vangen sind die Türen von 10.00
jis 15.00 Uhr für das Publikum
‚eöffnet.

äegen 16.00 Uhr beginnt auf dem
)latz vor dem Ingenieurwissenchaftlichen
 Zentrum ein großes
jommerfest. Auf dem gleichen
)latz werden von vormittags an
ı.a. in- und ausländische Studenengruppen
 mit Informations- und
‘'ssenständen vertreten sein. Eine
'‚esondere Attraktion, die bereits
n Vorjahr auf große Zustimmung
;tieß, wird ein Bewegungsspiel-»latz
 für Kinder und Erwachsene
‘ein. Sollte es wider Erwarten
'egnen, finden diese Aktivitäten
m Foyer des Ingenieurwissenschaftlichen
 Zentrume statt

Nährend der Zeit der Institutsbezichtigungen
 werden in halbstün-Jigem
 Abstand Busse zwischen
der Stadtmitte und dem Pfaffenwald
 fahren. (Ausführliche Informationen
 über das Programm
finden Sie auf den Seiten 3.4, 5.)

Jni-Abend mit
Yrof. Eigen
“obelpreisträger

Der Nobelpreisträger für Chemie,
 Prof. Dr. Manfred Eigen,
st Gastredner des nächsten
Jniversitätsabends, der am
Mittwoch, 23. Juni 1982, stattändet.
 Prof. Eigen, der vom
Max-Planck-Institut für Bio-Jhysikalische
 Chemie Göttin-Jen
 kommt, spricht über das
Thema ‚Die Selbstorganisa-:'jon
 lebender Strukturen‘‘. Die
/eranstaltung beginnt um
8.00 Uhr c.t. und findet im
"iefhörsaal Keplerstraße 17.
HH etatt

Die Elfenbeinküste wurde
großflächig vermessen
Wertvolle Hilfe durch Satelliten
von Leo Bosten
‚Didabu! — Weißer Mann!“ Die-'»en
 Ruf von Kindern des westıfrikanischen
 Staates Elfen-‚einküste
 hörte der Stuttgarter
Konrad Rösch oft während sei:
ıes mehrwöchigen Aufenthaltes.
‚Immerhin habe ich in den fünf
Nochen, die ich in der Südwestscke
 dieses Landes zugebrachl
ı1abe, lediglich zwei Europäer
jesprochen“‘, erklärt der Ingeıeur
 und Mitarbeiter des Geodäischen
 Instituts der Universität
stuttgart die Aufregung, die sein
irscheinen verursachte. Dabei
‚og ihn keineswegs der Tourisnus
 in dieses Land; seine Aufjabe
 war es vielmehr, gemein-'am
 mit Mitarbeitern anderer
‚eodätischer Institute mit Hilfe
‚on Beobachtungsstationen und
jatellitenbeobachtungen das
;»taatsgebiet großräumig zu
'‚ermessen und einheimische
Aitarbeiter an modernem Gerät
ıuszubilden.
die Entwicklung der Infrastruktur
jines Landes — der Bau von Strajen
 und Eisenbahnen, Staudämıen,
 Städten, Dörfern, die Ausveisung
 von landwirtschaftlich
‚der industriell genutzten Flä-;hen
 etc. - bedarf einer möglichst
jenauen topographischen und
'artographischen Erschließung
n der Elfenbeinküste fehlte bisher
jäin einheitliches geodätisches
3ezugssystem, was sich bei deı
Jurchführung einzelner Bau- und
zntwicklungsmaßnahmen dieses
3ich wirtschaftlich sehr rasch
antwickelnden Landes oft nach-'eilig
 ausgewirkt hatte, da trotz
ler seit der Unabhängigkeit im
Jahre 1960 unternommenen Anstrengungen
 die geodätische Inrastruktur
 noch unzureichend
war und große Lücken aufwies.
diesem Mangel sollte mit dem von
ler Gesellschaft für Technische
Zusammenarbeit finanzierten
>rojekt abgeholfen werden. Im
\bstand von 200 Kilometern wurjen
 insgesamt 17 Stationen erichtet,
 auf denen Doppler-Beobchtungen
 von Satelliten des
US-Navy-Satellite-Systems
Hrchgeführt werden. Dahaji wur.

Schulung von Mitarbeitern des Geographischen Instituts Abidian.

len die Satelliten gleichzeitig von
nehreren Erdstationen beobachet.
 Rund 180000 Einzelregistrieungen
 wurden auf diese Weise
‚emacht, die jetzt der Auswertung
arren und die für jede zu betimmende
 Koordinate dieses
letzes die derzeit höchstmöglihe
 Genauigkeit von 50 Zentimeern
 gewährleisten. Ein Vergleich:
die Genauigkeit der astronomischen
 Punkte bisher lag zwischen
30 und 80 Metern
Grundlage für Entwicklung
\uf der Grundlage der jetzt abgeschlossenen
 Untersuchungen
;Ollen schrittweise die bisher beeits
 am Erdboden durchgeführen
 geodätischen Messungen in
lieses großflächige Netz über-Äährt
 und ergänzende Messungen
ür lokale zwecke vorgenommen
verden. Dieses Pilotprojekt legt
jamit die Grundlagen für eine
strukturelle Landesplanung, für
jen Verkehrswegebau, die Ener-Jiewirtschaft,
 das Katasterwesen,
‘ür Landinformationssysteme etc.
Fünf Institute

\nhand von Doppler-Messungen werlien
 metenraingische Daten erfaßt
            
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