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Zeitung der Universität Stuttaart
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Nr. 39 / Mai 1989
BMFT fördert Forschungsprojekt:
Verarbeitung natürlicher Sprachen —
internationale Zusammenarbeit
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Rege Beteiligung:
Tag der offenen Tür ’89
zin neues Forschungsprojekt zur automatischen Erzeugung von Texten aus inhaltlichen Strukturen fördert
jas Bundesministerium für Forschung und Technologie an der Universität Stuttgart. Das mit 1,4 Millionen
Mark über einen Zeitraum von drei Jahren geförderte Projekt wird gemeinsam vom Institut für Informatik
Abteilung Intelligente Systeme, Prof. Dr. Egbert Lehmann) und dem Institut für Maschinelle Sprachverarbeitung
(Abteilung Computerlinguistik, Prof. Dr. Christian Rohrer) durchgeführt. Mit dem Namen des
Yrojekts, Polygioss, wird bereits ausgedrückt, daß die Texte gleichzeitig in mehreren Sprachen erzeugt
verden sollen.
zund 80 Institute beteiligen
sich am diesjährigen Tag der
»fenen Tür, zu dem die Universität
Stuttgart am Samslag,
dem 10. Juni 1989 einlädt.
/on 9 bis 15 Uhr bieten Instiute
und zentrale Einrichtun-Jen
den Besuchern Einblick
n ihre Arbeit in Forschung
Jnd Lehre mit Präsentationen,
/orführungen, Ausstellungen
ınd Vorträgen. Vertreten sind
Zinrichtungen aus allen vierzehn
Fakultäten der Universi-'ät
von Architektur bis Informatik.
Die Studienberatung
nformiert über Studiengänge,
möglichkeiten und -vorausjetzungen.
Wie in den Vorjah-‚en
— der erste gemeinsame
"ag der offenen Tür fand übri-Jens
am 4.Juli 1981 statt —
/erbindet ein kostenloser
3uspendelverkehr im 20-Minuten-Takt
die Universitätsbe-'eiche
Stadtmitte, Vaihingen->faffenwald
und Böblinger
Straße. Schnell erreichbar
jind die Standorte Stadtmitte
ınd Vaihingen-Pfaffenwald
ıuch mit der S-Bahn. Mit
nem Informationsstand im
'oyer Pfaffenwaldring 9 beteigt
sich auch das in unmittel-»arer
Nähe der Universitätsintitute
angesiedelte Technoogiezentrum
Stuttgart Pfafenwald
GmbH (siehe dazu
ıuch den Beitrag in diesem
deft auf Seite 3). Musik und
Spezialitäten aus aller Welt —
ıngeboten von ausländischen
studentengruppen — gibt es
ıb 12 Uhr beim Sommerfest
m Universitätsbereich Pfafenwald.
Jas ausführliche Programm
‚um Tag der offenen Tür ist
ıuf den Seiten 5 bis 8 abge-Iruckt.
Vier wissenschaftliche Mitarbeiter
werden sich für den Zeitraum von
drei Jahren mit den Problemen der
zrzeugung von Texten u.a. in
Jeutsch, Englisch und Japanisch
aus Repräsentationen von Bedeuungen
beschäftigen, wobei das
dauptanwendungsgebiet die maschinelle
Übersetzung sein wird.
Aufbauend auf den Ergebnissen
3ines Vorgängerprojekts solien besonders
Probleme des Aufbaus
zusammenhängender Texte, der
sprachunabhängigen Darstellung
‚on Bedeutung und der Organisaion
des Lexikons im Vordergrund
jer Arbeiten stehen.
zine wichtige Zielsetzung des Proekts
ist die Förderung der internajonalen
Zusammenarbeit auf dem
äebiet der Verarbeitung natürlicher
Sprache. Die Stuttgarter Wissenschaftler
arbeiten zusammen mit
Yartnern aus Japan (Advanced Te-3acommunications
Research Laboatories
[ATR], Osaka) und den
JSA (International Center for Ma-;hine
Translation an der Carnegie
Mellon University in Pittsburgh,
Dennsylvania und Center for the
Study of Language and Information
an der Stanford University in Palo
Alto, Kalifornien). Die Zusammenarbeit
beinhaltet vor allem den Aus-’ausch
wissenschaftlicher Mitarbeier
für längere Forschungsaufentıalte
an den Partnerinstituten; es ist
aber auch gedacht an die gemein-;ame
Entwicklung und den Ausausch
von Software. Seit Oktober
1988 hält sich bereits ein Mitarbeier
des Projekts für ein Jahr bei
ATR in Osaka auf.
nnerhalb Europas ist das Vorhaven
in EUROTRA, dem Projekt der
zG zur maschinellen Übersetzung,
aingebunden und arbeitet diesem
Jurch grundlagenorientierte Be-Jleitforschung
zu.
n Konzeption und Zielsetzung fügt
ich das Projekt ein in das System
‚on Forschungsvorhaben im
Jaden-württembergischen „Forschungsschwerpunkt
Maschinelle
Sprachverarbeitung“, der 1987 vom
Stuttgarter Ministerium für Wissenschaft
und Kunst an den Universitäen
Stuttgart und Tübingen eingeichtet
worden ist.
Aufgaben und Zielsetzungen
des Projekts
Jas zentrale Programmodul, das in
liesem Projekt entworfen werden
5oll, ist ein Generator, der aus senantischen
Strukturen Sätze in verichiedenen
Sprachen erzeugt.
diese Strukturen können aus verschiedenen
Quellen stammen: Bei-;pielsweise
können sie das Ergebis
der Analyse von Textstücken im
3ahmen eines maschinellen Über-'etzungssystems
sein, oder aber
Per Hmndı
us einer anderen Anwendung
z.B. Expertensysteme oder Daten-‚janken)
stammen.
lauptanwendung:
laschinelle Übersetzung
as maschinelle Übersetzungssytem,
für das der Generator eingeetzt
werden soll, arbeitet in zwei
schritten: Zunächst wird ein Texttück
der Queilsprache in eine geignete
_Zwischenrepräsentation
sozusagen die „Interlingua“) überihrt
aus der der Generator im
weiten Schritt den entsprechenen
Text in der Zielsprache ereugt.
Dabei kommt der Wahl einer
eeigneten semantischen Zwi-Chenstruktur
eine wesentliche Beeutung
zu.
)a im Rahmen des Projekts mit
ehr verschieden strukturierten
prachen, wie z. B. dem Deutschen
nd dem Japanischen gearbeitet
ird, ist es nicht von vornherein
lar, ob eine gemeinsame inhaltche
Darstellung für beliebige
eutsch-japanische Satzpaare geınden
werden kann. Aufarund von
Erfahrungen, die im Vorgängerprokt
ebenso wie in anderen Projek-‚en
am IMS gemacht wurden, wird
ıls Zwischenstruktur eine logikbajerte
künstliche Repräsentationsiprache
(Diskursrepräsentations-‚trukturen)
verwendet.
jie Forschungsschwerpunkte lielen
vor allem auf den folgenden
jebieten:
irzeugung von Texten in
nehreren Sprachen
)er Generator soll in der Lage sein,
us einer Ausgangsstruktur Texte
ı mehreren Sprachen (u. U. gleicheitig)
zu erzeugen. Dazu ist eine
tarke Modularisierung des Proıramms
notwendig, wobei die Ei-‚enheiten
der betroffenen Einzelprachen
in den Modulen separat
‚erücksichtigt werden. So wird es
atürlich für jede der Sprachen (und
wtl. auch für jedes der Anwenlungsgebiete
innerhalb einer Spra:
he) ein eigenes Lexikon geben,
'benso wie eine eigene Gramma-Fortsetzung
Seite 2)
/
Sonderprogramm für Hochschulen:
36,5 Stellen für Stuttgart —
Erster Schritt zum
Abbau der Überlast
36,5 Stellen und mehr als 1,7 Millionen Mark hat die Universität
Stuttgart aus dem zwischen Bund und Ländern vereinbarten Hochschul-Sonderprogramm
erhalten. Die Schwerpunkte der Zuweisungen
ijegen bei den Ausbaufächern Betriebswirtschaft und Informatik sowie
jen Geistes- und Sozialwissenschaften. Die Universitätsleitung
oegrüßte die Maßnahme als einen wichtigen Schritt zum Abbau der
Überlast, hält jedoch angesichts der bestehenden Engpässe in
Zukunft weitere Programme für notwendig.
?9 der zusätzlichen Stellen entfalen
auf den wissenschaftlichen
dienst. Die Universitätsbibliothek
Äird durch vier Bibliotheksinspektoan
verstärkt. Rund 40 Prozent be-’ägt
der Anteil der zwei Ausbaufäher
an den Stellerizuweisungen: In
er Betriebswirtschaft — mit einem
'guen Lehrstuhl und sechs Assitenten
— kann die Zahl der Stujenplätze
ab dem Sommersemeter
1989 somit um 40 erhöht weren,
in der Informatik — mit zwei
‚Uusätzlichen Lehrstühlen und fünf
\ssistenten — um 30.
:in weiterer Schwerpunkt der Zuveisungen
liegt im geistes- und
ozialwissenschaftlichen Bereich.
J)ort soll die Überlastsituation zunindest
erträglicher gestaltet wer-'en.
Jeweils eine Assistentenstelle
rhalten die Germanistik, die Litera-Jrwissenschaft
sowie die Philoso-.hie.
Der Politikwissenschaft und
lem Sprachenzentrum stehen jeveils
1.5 Assistentenstellen zu.
zine weitere Professorenstelle gibt
’s für die Kunstgeschichte.
)arüber hinaus wurden die physijalische
Chemie (ein Lehrstuhl und
wei Assistentenstellen), die Phyik,
Geographie und Architektur (jeveils
ein Assistent) sowie Maschiıenwesen/Verfahrenstechnik
(zwei
’rofessoren) in das Programm ein-‚ezogen.
lahezu alle der genannten Institute
dazu Anglistik und Mathematik) er-1alten
Mittel für Aushilfskräfte — insjesamt
mehr als 800 000 Mark. Da-‚eben
werden Gelder für Sachmitel
und für die Anmietung von Unerrichtsräumen
bereitgestellt.
zund 400000 Mark erhält die Uni-3ibliothek
zur Aufstockung ihrer
sestände.
m Rahmen des Uni-Sonderprojramms
hat das baden-württem-»jergische
Wissenschaftsministe-‘um
den Hochschulen des Landes
140 Stellen und 18,8 Millionen Mark
Ugewiesen.
Stuttgarter Wissenschaftler in Hannover:
Messebeteiliaunag erfolareich
:rfolgreich verlief für die Universität Stuttgart die Beteiligung an der Hannover Messe
1dustrie vom 5. bis 12. April 1989. Fachbesucher, Vertreter von Presse, Rundfunk
nd Fernsehen und politische Prominenz zeigten großes Interesse für die Exponate,
je in diesem Jahr aus dem Themenbereich „Energie und Umwelt“ stammten (siehe
‚azu auch Uni-Kurier Nr. 38/März 1989, S. 1/S. 9). Unser Bild zeigt Ministerpräsident
othar Späth, der sich von Dr. Fritz Schmidt und Anita Böhm vom Institut für
’ernenergetik und Energiesysteme ein Experiment an einer Workstation vorführen
2ß, die über eine HDF-Leitung direkt mit dem Baden-Württembergischen Forchungsnetz
(BelWue) und der Stuttgarter CRAY-2 im Regionalen Rechenzentrum
ier Universität verbunden war. Mit dem Experiment konnte erstmals nachgewiesen
'erden, daß mit Hilfe dieser „Umweltanalysestation“ Daten aus bundesweiten Meßetzen
auch unter Zeitdruck so schnell gesammelt, für Politiker aufbereitet und
‚terpretiert werden können, daß Maßnahmen zur Schadensbegrenzung (etwa bei
‚adioaktivität) rechtzeitig möglich sind. Die Daten stammten von den 2000 über das
esamte Gebiet der Bundesrepublik verteilten radiologischen Meßstellen des Bunesamtes
für Zivilschutz: sie wurden speziell für die Hannover Messe vom Institut für
imosphärische Radioaktivität in Freiburg gesammelt, überprüft und in das BelWue-‚etz
eingespielt. Von dort konnten sie in Hannover aktuell abgerufen werden. —
'gene Exponate stellten in Hannover auch das Institut für Physikalische Elektronik
nd das Institut für Verfahrenstechnik und Dampfkesselwesen vor. (Foto: Novum)