Metadaten: Für Bauplatz und Werkstatt / Monatszeitschrift der Staatlichen Beratungsstelle für das Baugewerbe (Jg. 1932, Bd. 27, Heft 1/12)

Die Gitterskelettbauweise von Frits Kreb.

Abb. 23. DAS ERSTE STADIUM BEIM AUFRICHTEN EINER GITTER-SKELETT
 - KONSTRUKTION ZU EINEM WOHNHAUS VON 9/12 m
AUSMASS.

Abb. 24. DIE GIEBEL-ECKANSICHT EINES HALBFERTIG AUFGE-RICHTET
 ERBAUTEN GEBÄUDETEILES.

Zei dieser Bauweise ist ebenfalls das Prinzip der durchgehenden
 Pfosten eingehalten. Die Pfosten haben normalerweise
ainen Abstand von 50 cm und eine Stärke von 10:10 oder
10/12 cm. Die Pfosten können 2 oder 3 Stock hoch sein; ihre
Stärke richtet sich nach der einzelnen Stockwerksbelastung,
3s können also zum Teilstärkere Pfosten zur Aufnahme größerer
zinzel- und verteilter Lasten eingestellt werden, Ebenso ist
der Abstand nicht streng an 50 cm Stärke gebunden, wird
edoch bei solchen Gebäuden, deren Außen- oder Innenwände
 mit Heraklith, Gipsdielen (je 2 m Normallänge) ver-<leidet
 sind, empfohlen. Über 50 cm Übermaß werden zwecknähigerweise
 auf die Fenster- oder Gitterpfeiler gelegt
‚letztere also dementsprechend breiter oder schmäler gewählt).
hren Namen hat diese Konstruktion von den ähnlich wie
Sitterstüben ausgebildeten Eckpfeilern und den Anfangs-»feilern
 der Mittelwände. Beim Aufstellen der Wände werden
zuerst die Eckpfeiler aufgestellt (Abb. 23). Sie bilden eine
vorzügliche Verstrebung der gesamten Konstruktion und
machen eine weitere Anordnung von Bügen (Streben) oder
eine Schrägschalung überflüssig. Den fertig aufgerichteten
Anfangsteil eines nach der Gitterskelettbauweise erstellten
Wohnhauses zeigt Abb. 23. Beim Dachgebälk bilden die
3alkenköpfe den Dachvorsprung. Das Dach ist auf Kehlgeälkhöhe,
 welches in Längsrichtung durch den Dachstuhl läuft,
abgewalmt.
n Abb. 23 ist die Giebel- und Längswand im ersten Stadium
des Aufrichtens dargestellt. Bei der Längswand gehen sämtliche
 Pfosten bis unter die Dachgebälkpfette und sind in diese
aingezapft. Die Giebelpfosten laufen zum Teil bis unter die
Siebelsparren und bis unter die Pfette für das Kehlgebälk.
Das Neuartige der Gitterskelettkonstruktion geht deutlich aus
Abb. 25 hervor. Die beiden Eckpfosten, von denen beide
0/10 cm oder der eine 10/10 cm und der andere 10/15 cm
»der 10/20 cm stark ist, werden durch Schraubenbolzen verunden.
 Zur Unterteilung der Gitterpfeiler sind die in die
Mosten eingelassenen Spannriegel! g Abb. 26 vorhanden.
„‚ebtere werden durch die Stegbretter i verstärkt. Die Diazonalen
 f sind stumpf eingeschnittene Kanthölzer (10/10 cm)
ınd an die Stegbreftfter angenagelt. Sämtliche Riegel der
Sitterskelettbauweise sind nicht eingezapft, sondern nur
12-14 mm mit ihrer ganzen Stärke in den Pfosten eingelassen.
Zum Zusammenhalten laufen hinter allen Riegeln auf der
inneren Bandseite die Stegbreiter i hindurch. Lettere sind
nit ihrer ganzen Dicke (24 mm) in die Pfosten eingelassen.
Sie werden an die Pfostendiagonalen oder Streben und Riegel
gut angenagelt. Diese Art der Verbindungskonstruktion läßt
sich sehr gut auf mechanischem Wege herstellen und ermnöglicht
 ein glattes Aufstellen der Wände. Da sich für die
Riegel eine große Auflagerfläche ergibt, können lettere auch
für die Auflagerung des Gebälkes benußt werden. Bei den
Tragriegeln unter den Balken übersteht das Stegbreit die
Riegeloberkante um 1-2 cm und greift als durchlaufende
_eiste in die Balken ein. Dadurch sind die Balken also sozusagen
 aufgekämmt. Natürlich kann auch das Stegbrett ausgeschnitten
 oder auf Oberkante Riegel bündig genommen
werden. Die Balken haben allgemein den gleichen Abstand
wie die Pfosten und liegen außerdem direkt seitlich am Pfosten
mit dem sie vielfach noch verschraubt oder nur angenagelt
werden.
Zum besseren Verständnis der Gitterskelettkonstruktion ist
'n Abb. 27 noch die isometrische Ansicht des Knotens A und
in Abb. 28 die Ansicht des Knotens C aus Abb. 26 gezeigt.
Der Knoten B Abb. 26 ist ähnlich ausgebildet wie der Knoten
Z in Abb. 28, Nur ist bei Knoten B das Stegbrett genau so
zreit wie der Riegel. Alle Stegbretter sind, wie dies auch aus
den Abb. 23-25 zu ersehen ist, durchlaufend aufgeführt. In
Jen Pfostenfeldern, wo keine Fenster vorhanden sind, ist auf
die Riegel verzichtet. Die Breite der Fenster erstreckt sich über

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