Volltext : Stuttgarter Uni-Kurier (66/69, 1995)

Stuttgarter Uni-Kurier

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Zeitung der Universität Stuttgaft \u EN 66/ März 1995

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__-Spitzenposition

 Im Supercomputing:

| Zeitschriftenstelle
erstes Bundesrechenzentrum für Stuttgart

Aus dem Inhalt:
Das Thema: Zeit - aus meßtechnischer
und philosophischer Sicht $. 10-13
Forschung & Wissenschaft
4ausübergabe bei VEGAS S.6
:volution natürlicher Strukturen 5.7
Natur im Kopf“ jetzt als Buch S7
iesuch im Robotik-Labor 8.8
leuer SFB gestartet S.8
ZE-Achsgetriebe S.9
Vas kostet die Mobilität? S.9
‚Vissenschaftsminister besucht Institut
ür Maschinelle Sprachverarbeitung S.9
Aaterialien mit maßgeschneiderten
:igenschaften 5.15
Xie Nähe der Ferne S.15
Vachrichten & Berichte
4Jeuer Rekord bei Drittmitteln 5.2
nterview zur Struktur- und
intwicklungsplanung S.3
3insteins subtile Rache 5.4
Jürgen Mittelstraß zur Ethik des
echnologischen Wandels 5.5
Jniball in der Liederhalle 5.5
»5 Jahre Kinderladen Hegelstraße S.6
ehre & Studium
’ann Bildung kostenlos sein? S.16
‚veaterluft im Hörsaal 5.16
Andeslehrpreise verliehen S.17
rankophone Literatur des Maghreb 8.17
945 —- Zusammenbruch oder Befreiung $S.17
‘DV-Fachleute beenden Ausbildung 5.18
leranstaltungen
tegionale Strukturprobleme S.18
‚ymposium über Eiermann S.18
Tertigungstechnisches Kolloquium 5.19
Shange Management “ 5.19
‚uftreinhaltung am Arbeitsplatz S.20
Serie: Wissenschaftlerinnen an der Uni S.20
nternationale Beziehungen
Neuer DVA-Stiftungsprofessor S.21
Dartnerschaft mit der Tongji-Universität
Shanghai 5.21
Studieren im Ausland: Connecticut 5.21
=ortschritte beim CIM-Projekt in China 5.22
Personalia #7

:rfolg für die Universität Stuttgart: Das Rechenzentrum der Universität wird zum ersten Bundesrechenzentrum ausgebaut. Dieser Beichluß
 des baden-württembergischen Ministerrates vom 12. Dezember und die geplante GmbH zum Betrieb von Höchstleistungsechnern
 zwischen dem Land, der Universität Stuttgart, der Daimler-Tochter debis Systemhaus und Porsche werden es dem Standort
3aden-Württemberg ermöglichen, auf internationaler Ebene eine Spitzenposition im Supercomputing einzunehmen. „Wir schaffen danit
 eines der leistungsfähigsten Zentren Deutschlands“, betonte Ministerpräsident Erwin Teufel bei der Vorstellung des Projekts vor
Jer Presse am 13. Dezember.

as neue Bundesrechenzentrum
ıeht auf den Antrag der Universität
tuttgart zur Einrichtung eines
öchstleistungsrechenzentrums im
‚usammenhang mit der Beschaf-„ng
 eines Nachfolgerechners für
ie CRAY-2 zurück. Die Deutsche
orschungsgemeinschaft und der
Nissenschaftsrat hatten das von
ler Universität Stuttgart vorgeschlajene
 technische Konzept nachjrücklich
 befürwortet und zur soforigen
 Realisierung empfohlen. Das
_and Baden-Württemberg und der
3und haben die Finanzierung zuge-‚agt.
 Das Land stellt zunächst seien
 Finanzierungsanteil von 15 Milnen
 Mark und für eine zweite
ranche nochmals 20 Millionen
Aark bereit; parallel dazu finanziert
‚er Bund die erste Ausbaustufe des
jundesrechenzentrums ebenfalls
nit 1R Millianen und die zweite Stu-€e

 dann nochmals mit 20 Millionen
Viark. Mit der Umsetzung dieses
‚onzepts wird letztlich eine Recherleistung
 zur Verfügung stehen,
nit der mehr als 1.000 Milliarden
techenoperationen pro Sekunde
lurchgeführt werden können. Die
jrößten heute im Land installierten
}echner leisten davon nur etwa ein
rozent. Damit werden für wissenchaftliche
 und industrielle Anwenıungen
 Probleme zugänglich, die
islang aus Mangel an Rechenkapaität
 nicht lösbar sind.
Von der Einrichtung des Bundesechenzentrums
 werden Wissenchaft
 und Wirtschaft gleicherma-‚en
 profitieren. Damit wird die jahalange,
 sehr erfolgreiche Zusam-1enarbeit
 der Institute und des Renenzentrums
 der Universität Stuttjart
 mit der Industrie in eine organiatorische
 Form übergeführt. aus

der alle Beteiligten Nutzen ziehen
‚werden. - Voraussichtlich wird der
Nachfolgerechner für die CRAY-2
=nde 1995 installiert werden könden

 Anwendern raschen und bejuemen
 Zugang verschafft, haben
die Stuttgarter Wissenschaftler in
internationaler Zusammenarbeit zu
einem hohen Standard entwickelt.
Dies ist eine entscheidende Voraussetzung,
 die Rechenleistung nicht
nur lokalen Nutzern, sondern ebenso
 Wissenschaftlern auch an weit
antfernten Standorten zur Verfüzung
 zu stellen

zrfolgreiche Vorarbeit
die Universität Stuttgart hat die
386 mit der CRAY-2 begonnenen
rfolgreichen Arbeiten in den letzten
ahren fortgeführt und alle für den
jetrieb auf Höchstleistungsrechnern
ler Spitzenklasse notwendigen Verıhren
 und Methoden wie multiple
/ektorprozessoren mit shared menory,
 massiv-paralleles Rechnen
ind Visualisierung bzw. die Ausvertung
 der großen Datenmenger
ıuf dem internationalen Stand der
echnik eingeführt und weiterentvickelt.
 Insbesondere die Einbetung
 von Höchstleistungsrechnern in
iin superschnelles Netzwerk, das

Anspruchsvolles Konzept
Trotz der idealen technischen Voraussetzungen
 stieß die Realisierung
Jieses anspruchsvollen Konzeptes
ıuf erhebliche Probleme - vor allem
vegen der schwierigen wirtschaftlichen
 Randbedingungen.
Den Durchbruch bedeutete ein
3espräch der Rektorin mit dem Miaisterpräsidenten,
 in dem die Universität
 Stuttgart ein Konzept zum
Betrieb eines Höchstleistungsrechenzentrums
 in der Kooperation
‚on Land, Universität und Industrie
vorstellte. Der Ministerpräsident
griff diese Anregung unmittelbar auf;
und die sich anschließenden Vernandlungen
 zwischen der Universi-(Fortsetzung
 auf Seite 2}

Zroßer Senat:
Jens Weitkamp neuer
Brorektor

Neithin sichthar jet die Ratanische Versuchsstation auf dem Dach des Gebäudes Pfaffenwaldrina 57 !Werkfoto: Firma Kräss)

Symbol für Fortschritte der Pflanzenvirologie:
Botanische Versuchsstation in luftiger
Höhe

eben Jahre lagen zwischen Antragstellung und Fertigstellung, erste Handskizzen haben sogar das
tolze Alter von 24 Jahren — jedoch am 15. November 1994 war es dann endlich soweit: nach nur
8monatiger Bauzeit konnte Bauamtsleiter Klaus Schmiedek die Botanische Versuchsstation auf
lem Dach des Gebäudes Pfaffenwaldring 57 der Abteilung für Motekularbiologie und Virologie der
Tanzen des Biologischen Instituts übergeben. Spektakulär und in Deutschland einmalig ist der
tandort dieser Versuchseinrichtung in 40 Metern Höhe. Unter 800 Quadratmetern Glasfläche sind
lort auf 500 Quadratmetern Gewächshäuser und Laborräume untergebracht, die in direkter Verbinlung
 zum Biologischen Institut im 9. Stock des Gebäudes stehen. Die Anlage dient vor allem der
Morschung virusresistenter Pflanzen.

Vit der Fertigstellung der 4,6 Millio-N
 Mark teuren Versuchsstation
Ind nun alle Einrichtungen der Bio-ViSsenschaften
 der Universität
°tuttgart in Vaihingen konzentriert.
Jie Bauzeit war nicht ganz einfach,
richtete Klaus Schmiedek: Hubhraphar
 tranenartiartan din Aue

stahl, Aluminium und Glas besteande
 Konstruktion und die Einrichıng
 auf das Dach; zudem mußten
iele Installationen durch die Dachaut
 hindurch erfolgen. Planung und
auleitung hatten das Architekturüro
 Reiner Graf und das Planungsra
 Für CGawäcnhsehaushalntr Diater

'elzel. Die Arbeiten am Gewächs-‚aus
 führte die Firma Kräss aus
Veissenhorn aus. Die Botanische
'ersuchsstation war in den verganıenen
 20 Jahren auf dem Gelände
ler Universität Hohenheim untergeracht.
 Mit der Einweihung endete
{Fartsetzuna auf Seite 4!

Mit deutlicher Mehrheit wählte der Große Senat der Universität
Stuttgart am 18. Januar den Direktor des Instituts für Technische
Chemie I, Prof. Dr.-Ing. Jens Weitkamp, zum Prorektor für Struktur-
 und Entwicklungsplanung. Prof. Weitkamp konnte 34 Stimmen
 bei neun Enthaltungen und acht Ablehnungen für sich verbuchen.
 Der Große Senat folgte damit der Empfehlung des Seaats
 und dem Vorschlag der Rektorin, Prof. Dr. Heide Ziegler. Sie
natte dem Gremium Prof. Weitkamp als „fast idealen Kandidaten
für die neue Aufgabe“ vorgestellt, der in seinem Werdegang
SGrundiagenforschung und Technologietransfer in optimaler Wei
je verbinde. Damit ist das Führungsteam für die zweite Amtspe-‚jode
 des Rektorates unter Leitung von Prof. Ziegler nun vollständig.


\ls „gestalterische Chance” begreift
'rof. Weitkamp, wie er in seiner
‚rogrammatischen Rede vor dem
jroßen Senat betonte, seine neue
\ufgabe. Strukturelle Entwicklungslanung
 werde „immer wichtiger, ja
iberlebenswichtig“, hob er hervor.
:;r betrachte diese Aufgabe als
ibergreifend, die er „in enger Zu-‚ammenarbeit
 mit den Fakultäten
ınter Berücksichtigung gewachseıer
 Stukturen” ausüben wolle. Die
‚or zwei Jahren unter dem Rektorat
‚on Prof. Giesecke erarbeiteten
Struktur- und Entwicklungspläne der
-akultäten betrachte er als Basis für
‚eine Arbeit; es sei jedoch zu kläen,
 inwieweit die darin enthaltenen
jedanken noch aktuell seien, ob sie
‚er Modifizierung oder Weiterent-"icklung
 bedürften.
An einigen Beispielen verdeutchte
 er Möglichkeiten einer gezielan
 Struktur- und Entwicklungsplaung:
 So könne die Universität
stuttgart dem aktuellen Strukturnandel

 in der chemischen Industrie
technung tragen, indem sie u.a.
18eue Studienschwerpunkte konzi-»iere.
 Erfolgreich war die Universiät
 Stuttgart in der Gestaltung der
3Zeziehungen zu den mit der Univertät
 personell verknüpften Stuttgarer
 Max-Planck-Instituten oder —
lurch die Initiative des ehemaligen
'rorektors für Forschung, Prof.
‘chatz, - bei der Gründung einer
ibergreifenden Arbeitsgemeinschaft
ür Materialwissenschaft und Werkitofftechnologie.
 Diese gelte es nun
veiter zu fördern und das Bild des
Jeplanten Studienganges Materialvissenschaft
 unter angemessener
3erücksichtigung der Ingenieurwisenschaften
 zu präzisieren.
„Wir sollten wie ein Industrieunernehmen
 die Konkurrenz beobachen
 und von ihr lernen”, betonte
Neitkamp. Er denke dabei insbe-;ondere
 an Universitäten mit ähnli-:hem
 Profil, wie die ETH Zürich
{Fartsetzuna auf Saite 2'
            
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