Volltext : Mitteilungen der Vereinigung der Elektrizitätswerke (1902, Jg. 1)

Vertraulich!

MITTEILUNGEN

der

Vereinigung der Elektrieitätswerke

Expedition:
stadtbaurat Uppenborn, München, Ledererstr. 2/um. | Buchdruckerei R. Oldenbourg, München, Glückstr. 8.

Redaktion:

Heft 12. München, den 1. September 1902. Jahrgang I
Inhalt: Stenographischer Bericht über die Generalversammlung der Vereinigung der Elektricitätswerke in München
vom 2, mit 5. Juni 1902, S, 161. — Nachrichten aus der Vereinigung: Kommissions-Sitzungen. S. 172. — Ölprüfapparat.
S. 173. — Verschiedene Mitteilungen. S. 173. — Wie können sich Elektricitätswerke gegen diejenige Entwendung
elektrischer Arbeit schützen, welche nach dem Gesetze vom 1. April 1900 nicht strafbar ist? S. 173. — Über die Einführung
 des Mittelleiters im Motorzähler bei Dreileiteranlagen. S. 175. — Mitegliederstand. SS. 176.

Stenographischer Bericht über die Generalversammlung
 der Vereinigung der Elektrieitätswerke
 zu München.
Vom 2. mit 5. Juni 1902.
(Fortsetzung.)
Direktor Singer: Es ist seinerzeit auf der Versammlung
 in Bonn beschlossen worden, dafs bezüglich
 der Lieferungsbedingungen für Dampfmaschinen
unbedingt daran festgehalten werden soll, dafs eine
zweijährige Garantiezeit zugestanden werden muls,
da eine Garantiezeit von nur einem Jahre zu knapp
bemessen ist. Meine persönlichen Erfahrungen gehen
dahin, dafs die meisten Fehler sich nicht im ersten,
sondern erst im zweiten Jahre zeigen und die gröfsten
 Maschinenfabriken haben, wenigstens bei uns
in Frankfurt, nicht die mindeste Schwierigkeit gemacht,
 eine zweijährige Garantiezeit zuzugestehen
und das wird auch die Erfahrung der meisten der
Herren Kollegen sein. Wenn wir mit dem Verein
deutscher Maschinenbauanstalten unsauf Bedingungen
geeinigt hätten, mit welchen wir im allgemeinen
hicht einverstanden sein können, so würden wir uns
selbst Schwierigkeiten bereitet haben, Es ist selbstverständlich,
 wenn die Elektrieitätswerke Normalien
aufstellen, dafs sich, soweit möglich, die einzelnen
Mitglieder auch daran halten. Wenn aber in den
vorgeschlagenen Normalien Angaben gemacht sind,
mit welchen wir uns nicht einverstanden erklären
können, so dürfen wir eben solche Bedingungen
von vorneherein nicht annehmen. Eine Einigung
mit dem Verein deutscher Maschinenbauanstalten
war zur Zeit nicht zu erzielen und, wie der Herr
Vorredner richtig bemerkte, ist sie auch gar nicht
mehr nötig, denn jetzt sind wir in der Lage, einigermafsen
 strenge Bestimmungen von den Maschinen-{abrikanten
 zugestanden zu erhalten

Direktor Prücker: Ich möchte den Antrag
stellen, dafs Sie die Kommission beauftragen, der
detreffenden Kommission der deutschen Maschinenvauanstalten
 mitzuteilen, dafs unsere diesjährige
Versammlung es abgelehnt hat, derartige Bedingungen
zu acceptieren.
Direktor Döpke: Ich habe der Sitzung in
3erlin beigewohnt und kann den Antrag Prücker
ıur unterstützen, obwohl, wie schon Herr Direktor
Singer bemerkte, der eigentliche Zweck augenblickich
 nicht mehr vorliegt. Damals waren die Ma-‚chinenfabrikanten
 sozusagen im Übergewicht; heute
ıaben diese Herren selbst anerkannt, dafs sie, wenn
» gefordert wird, bereit sind, eine zweijährige
arantiezeit zuzugestehen, da sie nicht anders
zönnen.
Der Antrag wird einstimmig genehmigt.
Vorsitzender Stadtbaurat Uppenborn: Zu Ie
ler Tagesordnung ist zu bemerken: Den Bericht
ler Kommission V für Tarife hat Herr
Direktor Prücker in Heft 8 unserer Mitteilungen
»jereits veröffentlicht und ich möchte ihn fragen.
»b er weiteres hinzuzufügen hat.
Referent Direktor Prücker: Auch hierzu
nöchte ich eine kurze Mitteilung dahingehend
nachen, dafs die frühere Tarifkommission, welche
Zericht erstattete in den Versammlungen zu Hamrg,
 Frankfurt und Kopenhagen, die einheitliche
\nsicht ihrer Mitglieder mitteilen konnte. Inzwischen
st die Sache ganz anders geworden. Die neue
<ommission hat so viele Ansichten als Mitglieder.
diese merkwürdige Thatsache erscheint insoferne
ırfreulich, als es mir gelungen ist, sämtliche Mitzlieder
 der Kommission zur schriftlichen Mitteilung
hrer Ansichten zu bewegen, welche abgedruckt
and ergänzt sind durch einen Auszug aus
            
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