Volltext : Mitteilungen der Vereinigung der Elektrizitätswerke (1908, Jg. 7)

Vertraulich!

MITTEILUNG

der

Vereinigung der Elektrizitätswerke.
Direktor W. Meng. Dresden 14, Strehlenerstr, 72, Dresden 14. Strchlenerste. 72.

=

Heft 9.

Dresden, September 1908. Jahrgang VI.

Inhalt. Mitteilungen aus der Vereinigung: Stenographischer Bericht über die 17. ordentliche Generalversammlung der
Vereinigung der Elektrizitätswerke in Brüssel. Fortsetzung S. 115. — Fragekasten: Frage 21. Erfahrungen mit Hochspannungsmotoren.
 5S. 138. — Mitgliederstand: S. 138. — Berichtigung S. 138.

Stenographischer Bericht über die 17. ordentliche
 Generalversammlung der Vereinigung
der Elektrizitätswerke in Brüssel.
Vom 1. bis 4. Juni 19058,
(Fortsetzung.)

Diplomingenieur Peucker: Die Herren sagten,
wie man es nicht machen soll; ich bitte noch zu
zagen, wie man es machen muß. Ich möchte die
Herren daher fragen, welche Erfahrungen sie mit
Höchstverbrauchsmessern gemacht haben. Unsere
Konsumenten verlangen Genauigkeitsgarantien, und
zwar wollen sie die Genauigkeit zu 2% garantiert
haben. Die Genauigkeit wird aber illusorisch, wenn
man zuviel vorschreibt .... Vorsitzender: Ich bedauere,
 den Herrn Redner unterbrechen zu müssen.
Das Erwähnte gehört nicht zum jetzigen Thema,
Wir kommen später auf die Doppeltariffrage. Ich
bitte das aufzusparen.
Direktor Wunder: Ich glaube, daß es auf die
Benutzungsdauer des Maximums von großem Einfluß
ist, welche Art von Konsumentengruppen durch die
Änderung des Tarifs vermehrt werden. Wenn z. B.
der Lichtpreis herabgesetzt wird, kann es sein, daß
vor der Ermäßigung des Preises die Ladenbesitzer
die Hauptkonsumenten waren, und nach der Herabsetzung
 werden die Wohnungsinhaber die Hauptkon:
sumenten sein. Dadurch wird aber für Licht die Benutzungsdauer
 im Maximum erheblich erhöht. Ein
gutes Mittel, die Benutzungsdauer des Maximums
zu erhöhen, scheint mir auch darin zu liegen, daß
bei Abschluß mit den Großkonsumenten zwei Tarife
angeboten werden; einer mit Beschränkung der
Stromabgabe während der Sperrzeit und ein anderer,
aber wesentlich höherer, mit Lieferung zu jeder
beliebigen Zeit. Wir haben auf diese Weise im

vergangenen Jahre zwei Großkonsumenten, einen
mit 100 und einen mit 200 Pferden gewonnen,
welche mit 10 Pf. pro KW-Stunde bei Entnahme
von Strom lediglich außerhalb der Sperrzeit angeschlossen
 sind. Schließlich möchte ich bemerken,
daß es schwer sein dürfte, aus den Meßinstrumenten
der Schalttafeln festzustellen, welcher Teil des Maxinums
 auf Licht entfällt. Die daran geknüpften
Folgerungen werden immer nur Berechnungen
bleiben.
Dr. Klein-Posen: Ich möchte dem Herrn
Referenten darin beipflichten, daß man solche Tarifragen
 nicht verallgemeinern darf, Die Stadt Posen
stand vor der Erweiterungsfrage, wollte dieselbe
noch vertagen und hat zur Konsumreduktion den
Lichttari£f Anfang April 1907 erhöht und alle Ra-)atte
 gestrichen. Der Erfolg war ein unerwarteter,
Das Dezember-Maximum hatte trotz der Tariferhöhung
 um ca. 11% zugenommen, die Benutzungsdauer
 war die gleiche geblieben. Der Lichtkonsum
ist zuerst gegen das Vorjahr um 17°%, gesunken,
‘at sich dann aber gegen das Vorjahr um 6—9%
vieder erhöht, so daß am Ende des Jahres insgesamt
a1och eine Abnahme von 2,07% gegen das Vorjahr
ich ergab. Der Kraftkonsum, dessen Tarif ungeändert
 blieb, hat um 14,33 % zugenommen. Der
Gesamtkonsum ist dadurch — infolge des ca. 60%
jetragenden Lichtkonsums — immerhin um 2,88 %
gegen das Vorjahr gestiegen. Die einseitige Tarifsrhöhung
 für Licht bedingte auch eine Verschiebung
des Durchschnittspreises für die verkaufte KW-Stunde,
der von 41,3 Pfg. auf 43,2 Pfg. stieg. Die Einnahmen
vetrugen gleichfalls mehr als im Vorjahre und auch
lie Konsumenten hatten an Zahl zugenommen. Also,
zurz zusammenfassend: ein gewisser Konsum kann
auch durch eine stark hemmende Tarifsteigerung
nicht dauernd unterdrückt werden.
            
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.