Nr. 135.
Mitteilungen der Vereinigung der Elektrizitätswerke.
Kaiserliche Oberpostdirektion.
Halle Saale, 27. Juli 1912.
Zum Schreiben vom 25, 7. 12.
0.2.
Als wesentliche Erweiterung einer Starkstromanlage,
die der Oberpostdirektion vorher mitzuteilen
ist, muß jede Herstellung neuer, oder Umlegung
vorhandener Starkstromleitungen angesehen werden,
wenn dadurch Reichs-Telegraphen- oder Fernsprech-'eitungen
getährdet werden können und zum Schutz
lieser Leitungen besonders Vorkehrungen zu treffen
sind. Demgemäß ist auch die Herstellung von
Hausanschlüssen, sobald dabei Kreuzungen oder
Näherungen mit Reichsleitungen vorkommen, als
wesentliche Erweiterung zu betrachten.
Es wird daher ersucht, künftig die Pläne für
solche Erweiterungen rechtzeitig vorher vorzulegen.
L V.: Schmidt.
An die
Allgemeine Deutsche Kleinbahn-Gesellschaft A.-G.
in Bahnhof Mansteld.
519
Fragen.
Frage 144.
Anmeldung der Erweiterungenzvon Starkstromleitungen.
Verhandlungen mit der Oberpostdirektion.
Die Allgemeine Deutsche Kleinbahn A.-G. stellt
lolgende Anfrage:
„Mit der Oberpostdirektion Halle a. S. führten
wir folgenden Schriftwechsel:
Kaiserliche Oberpostdirektion.
Halle/Saale, 20. Juli 1912.
Wie festgestellt worden ist, haben Sie am
18. Juli in Hettstedt die nebenstehend skizzierte
Starkstromerweiterung ausgeführt.
Sie werden um alsbaldige Einreichung des
Planes hierüber und um Äußerung ersucht, weshalb
Sie den Plan nicht vor der Bauausführung vorvelegt
haben.
LV.
Schmidt.
An die .
Allgemeine Deutsche Kleinbahn-Gesellschaft
in
Mansteld - Bahnhof.
In der Auslegung dieser Bestmmung geht
die Oberpostdirektion Halle a. S. so weit, daß sie
auch die Herstellung der Hausanschlüsse (Niederspannung),
die oberirdisch in Freileitungsdraht mit
Hackethalisolation ausgeführt werden und die Reichs-:eitungen
kreuzen bzw. sich ihnen nähern, als eine
wesentliche Erweiterung ansieht. Demgemäß verangt
sie vor der Herstellung Planvorlagen und geneinsame
Besichtigung durch die Vertreter von
Jberpostdirektion und Werk, vor der Ausführung
ınd nach derselben behufs Abnahme. Nicht nur,
laß die Fertigstellung über Gebühr hinausgezogen
wird, denn die Oberpostdirektion nimmt sich bekanntermaßen
genügend Zeit für ihre Prüfungen,
as entstehen dem Werk auch ganz erhebliche Unxosten
durch die zweimalige Entsendung eines Inzenieurs
für die Örtliche Besichtigung, die bei der
-äumlichen Ausdehnung unseres Netzes oft einen
ganzen Tag in Anspruch nimmt, abgesehen davon,
daß die Oberpostdirektion für die Reisen der Oberpostinspektoren
nicht unerhebliche (Gebühren liquidiert.
Wir richten deshalb die Anirage an die Verwaltungen
von Überlandzentralen, wie sie sich zu
den vorstehenden Fragen stellen, bzw. ob solche
Anforderungen auch an sie ergingen und wie sie
ıehandelt wurden.
Allgemeine Deutsche Kleinbahn-Gesellschaft
Aktiengesellschaft
Betriehbsdirektion Bahnhof Mansfeld.‘‘
Allgemeine Deutsche Kleinbahn-Gesellschaft
Aktiengesellschaft
Betriebsdirektion Bahnhof Mansteld.
Bahnhof Mansfeld, den 25. Juli 1912.
Wir bestätigen Ihnen den Empfang des gell.
Schreibens vom 20. cr. —— VI. 1279 — und teilen
nit Bezug auf dasselbe ergebenst mit, daß nur
„wesentliche Erweiterungen oder Veränderungen vorhandener
Starkstromleitungen“ der zuständigen Oherpostdirektion
anzuzeigen sind.
Wie der anliegende Plan ergibt, kann aber die
Aerstellung der fraglichen Anschlußleitung als
wesentliche Erweiterung unseres Netzes nicht aufyefaßt
werden.
Falls dortseits unsere Auffassung nicht geteilt
wird, bitten wir um geil. Rückäußerung.
Kleinbahn-Gesellschaft
Aktiengesellschaft
Betriebsdirektion Bahnhof Manstield.
Kaiserliche Oberpostdirektion
Halle a. Saale.