Volltext : Mitteilungen der Vereinigung der Elektrizitätswerke (1914, Jg. 13)

Nr. 150. Mitteilungen der Vereinigung der Elektrizitätswerke.
Statistik der Vereinigung der Elektrizitätswerke be- Bezüglich der technischen Einzelheiten entreits
 im Jahre 1911 10,8 km betrug.*) 1ehmen wir dem Aufsatz unter Berücksichtigung
Beim. Vergleich mit diesen Werten können wir ler sich daran anschließenden Diskussion folgendes:
in Deutschland feststellen, daß sich die Verhältnisse Soweit Holzmaste benutzt werden, kommen im
bei uns doch etwas besser entwickelt haben. Winter gefällte und mit Teeröl, nach der Bethel-Als
 besonders hinderlich für die Anlegung der nethode, getränkte sogenannte Rottannen zur Ver-Freileitungen
 in England werden die langwierigen wendung. Man schätzt die Lebensdauer dieser
Verhandlungen über die Erwerbung der Benutzungs- Maste auf Grund der Erfahrungen auf 35 bis
rechte betrachtet. Diese Verhandlungen ziehen sich 0 Jahre, wenn sie kurz, nachdem die Tränkung
so in die Länge, daß dadurch die größten Schwierig- rfolgt ist, verwandt werden. In der Diskussion
keiten bei Errichtung: von Freileitungsnetzen ent- wurde auch erwähnt, daß bei Auswechselung der
stehen. Der Verfasser hat auf Grund der englischen Maste gegen stärkere gefunden wurde, daß alle
Praxis unter Berücksichtigung der vorhandenen Maste, welche bereits vierzig Jahre standen, noch
Schwierigkeiten Durchschnittskosten für Errichtung vollständig gut erhalten waren.
von Freileitungen und Kabelstrecken berechnet, die Wie wir aus unseren Erfahrungen in Deutschaus
 Tabelle 1 ersichtlich sind. and wissen, ist nicht nur die Art der Tränkung auf
Tabelle 1. die Lebensdauer vom Einfluß, sondern auch der
schwankende Feuchtigkeitsgehalt im Erdboden. Da
n England trockene und nasse Zeiten wohl weniger
;tark als bei uns wechseln, so werden sich die Holznaste
 durchschnittlich in England länger halten,
als dies in Deutschland der Fall ist. Die Frage:
Holz- oder Eisenmaste, erscheint auch weniger
wichtig, da man bei den höheren, zurzeit für neue
Anlagen benutzten Betriebsspannungen fast ausschließlich
 Eisenmaste benutzt. In bezug auf das
_eitungsmaterial wird mitgeteilt, daß 95 Prozent
aller vorhandenen Hochspannungsleitungen Kupfer
als. Leitungsmaterial verwenden. In neuerer Zeit
wird aber der Anwendung von Aluminiumleitungen
höhere Beachtung geschenkt, insbesondere nachdem
 es gelungen ist, Kompositionen zu schaffen,
die den Aluminiumleitungen eine hohe Zugfestigzeit
 geben. Der Verfasser ist auf Grund der Er-'ahrungen
 an Aluminiumfreileitungen mit einer Gesamtlänge
 von 450 km der Ansicht, daß die Belenken
 inbezug auf mechanische Festigkeit vollständig
 fallen gelassen werden können, und nur
lie Preisfrage bei der Wahl von Kupfer oder Aluminium
 für Freileitungen: entscheidend ist.
Es wird vorgeschlagen, bei Verwendung von
„eitungen aus Aluminium Seile mit nicht weniger als
7 Drähten pro Seil zu verwenden. Die Fig. S. 132 zeigt
die Anordnung einer Dreiphasenleitung mit Erdschutzdraht,
 wie sie von der Twickenham & Tedding-:;on
 Electric Supply Co. und von der Fite Power Co.
jenutzt wird. Wenn die Hochspannungsleitungen
parallel zu den Telegraphenleitungen verlegt werden,
;o wird verlangt, daß der Abstand beider Leitungen
ım das 1V2:fache größer ist als die Entfernung des
1öchst gelegenen Drahtes vom Erdboden. Über
lie Wirkungsweise der ‚mit Merz - Price - Relais
Differentialschutzsystem) ausgerüsteten Leitungen
wird die Ansicht geäußert, daß die Ausschalt-*)

 Siehe ETZ 1913. Seite 592.
            
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