Nr. 157. Mitteilungen der Vereinigung der Elektrizitätswerke, ‚499
Allgemeine Angelegenheiten,
Personalien.
PA
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Am 10. September fand der Mitgeschäftsführer
des Kraitwerks Stettin, Herr
Stadtbaurat Schürmann,
Oberleutnant der Reserve
auf einer Erkundigungsfahrt im Kraftwagen zwischen
Löwen und Tirlemont (Belgien) den Tod für sein
Vaterland.
Am gleichen Tage fand den Heldentod
an. der Spitze seiner Kompagnie bei
St. Benoit der Hauptmann der Landwehr
Herr Louis Vigier,
Direktor des städt. Elektrizitätswerkes Düren.
Direktor Nicolaas Jan Singels +.
Am 20. September verschied plötzlich Herr
Nicolaas Jan Singels im Alter von 49 Jahren,
Der Verstorbene war von 1902 an bis zu seinem
Tode Direktor vom Haager Elektrizitätswerk, das
nach seinen Plänen und unter seiner Leitung ge-Ddaut
wurde und das er zu großer Blüte brachte.
Das Werk verliert in ihm einen hervorragend
tüchtigen Betriebsleiter, das Personal einen humanen
Oheft.
Antworten,
Antwort auf Frage 198.*) -
Stromabgabe für Schausteller und Händler auf
Schützenfesten u. dergl.
Wir geben seit mehreren Jahren an die Marktreisenden
hier Strom für Lichtzwecke ab. .
Wir berechnen für Vorhaltung der erforderlichen
Anschlußleitung vom provisorischen Verteilungsnetz
bis-zur Sicherung in den Märktbuden inkl. Stromverbrauch
an 3 Abenden
Anschlüsse bis 10 Lampen A bis zu 50 Kz. 1,25 M,
+ von 10—20 » ä „ » 50 Kz. 1,— „,
„ v.mehrals20 „ a „ » 50 Kz.—,85 „.
Zähler sind nur vereinzelt verlangt worden.
Ein einmaliger Versuch ist auch gemacht, ist
aber wegen der in keinem Verhältnis zum Objekt
stehenden Unkosten sofort wieder aufgegeben.
Angeschlossen sind im Durchschnitt hier
ca. 500 Lampen bis 50 Kz. mit einem Gesamtstromverbrauch
für 3 Abende von ca. 250 kWSt.
Elektrizitäts- und Wasserwerke der Stadt Neumünster.
Antworten auf Frage 211.**) ©
Durchschlagsgefahr für Hochspannungskabel
bei Anschluß an Freileitungsstrecken,
Kabelnetze, die mit Freileitungen zusammenhängen,
sind in der Hauptsache durch Kurz- und
Erdschlüsse gefährdet. Tritt in der Freileitung an
*) „Mitteilungen“ Nr. 151, S. 184.
**) Mitteilungen“ Nr. 154, S. 347. und Nr. 155. S, 400.
irgend einer Stelle ein Kurzschluß auf, so breiten
sich die Entladewellen nach beiden Seiten mit der
vollen Spannung der kurzgeschlossenen Leitung
aus. Treffen sie auf Induktivitäten (Transformatoren),
so werden sie nach dem Reilexionsgesetz mit der
loppelten Spannung zurückgeworfen.
Hängt eine Freileitung mit einem Kabel zusammen,
und tritt in ersterer der Kurzschluß auf,
so entlädt sich die Kapazität des Kabels schwingend
über die Induktivität der Freileitung. Dabei können
sehr hohe Spannungen auftreten, deren Höhe wesent-'ich
von der Kapazität, also von der Länge des
Kabelnetzes abhängt. Deshalb ist im allgemeinen
Iringend vor einem Anschluß lan ger Kabelstrecken
an Freileitungen zu warnen.
Im vorliegenden Falle handelt es sich nur um
eine verhältnismäßig kleine Kabelstrecke im Ver-‘ältnis
zu einer sehr langen Freileitung. Eine
wesentliche Überspannungsgefahr besteht also nicht.
ch empfehle deshalb, das Kabel einfach für die
loppelte Betriebsspannung zu bemessen und es so
‚or den oben erwähnten Spannungssprüngen zu
ıchützen. Die Mehrkosten sind nicht bedeutend,
edenfalls nicht wesentlich höher als komplizierte
Schutzvorrichtungen an der UÜbergangsstelle, die
ıoch dazu unter Bedachung montiert werden
nüßten.
Ich pflege schon seit Jahren. in solchen Fällen
die Kabel für die doppelte Betriebsspannung zu
wählen und habe in solchen Anlagen noch nie die
geringste Störung erlebt. Ein besonders schwieriger
Fall lag im Jahre 1914 bei der 5000 Volt-Anlage
der Hamburg-Amerikanischen Uhrenfabrik in Schramerg
vor. Die Leitung vom Kraitwerk bis zum
Transiormatorenhaus verlief dort annähernd folgendernaßen:
30 m Kabel, 3000 m Freileitung, 300 m
Kabel, 500 m Freileitung, 300 m Kabel. Im Kraftverk
und Transformatorenhaus sind Hörnerfunkenıbleiter
(Grob- und Feinschutz) mit Wasserwider-;tänden
eingebaut. Selbst bei den schwierigsten
Störungen auf der Freileitungsstrecke (direkte
3litzschläge, Auffallen von Bäumen usw.) ist
ıe die geringste Störung an den 10000 Volt-Cabeln
aufgetreten. Vor einigen Jahren ist die 500 m
ange Freileitungsstrecke aus baulichen Gründen
lurch Kabel ersetzt worden.
Ober-Ing. Heinrich Büggeln - Stuttgart.
Wir haben in unserem 15000 Volt-Überlandnetz
ine ähnliche Ausführung, wie sie hier projektiert
st. Eine von der Zentrale ausgehende Ringleitung
von 12,7 km einfache Länge, die als Freileitung
ausgebildet ist, speist die Sammelschienen einer
zrößeren Transiormatorenstation. Der Ring in
lieser Station ist normalerweiser geöffnet. Von
Jiesen Sammelschienen zweigt nun ein 1 km langes
Kabel ab, welches eine Endstation mit 2 Trans-'oormatoren
ä 500 kVA-Leistung speist. Die ansommende
Freileitung obengenannter Ringleitung
sowie das Kabel am Anfang und Ende sind mit
Jberspannungs-Vorrichtungen ausgerüstet, die aus
Hörnern in Verbindung mit Wasserwiderständen