Volltext : Mitteilungen der Vereinigung der Elektrizitätswerke (1916, Jg. 15)

Jan. 1916 Mitteilungen der Vereinigung der Elektrizitätswerke. Nr. 172.
Wir sehen, daß die Lichtbogendauer und damit Kinpolige Abschaltung 8000 Volt, 740 kW, ohmsche
die Schalterarbeit für eine gegebene Abschaltleistung Belastung, Maschine 11.
nach einer hyperbolischen Kurve mit wachsender Abreißkontakt Sprecher & Schuh; r==55 cm Sek.
Schaltgyeschwindigkeit abnimmt, gemäß dem Gesetz (Versuchswerte),.

» Die Lichtbogenlänge s wächst von einer
bestimmten Geschwindigkeit an langsam mit dieser,
so daß eine weitere Steigerung der letzteren wenig
mehr zur Verkleinerung der Bogendauer beiträgt.
Dieser nützliche Grenzwert hat sich für den Versuchsschalter,
 Konstruktion Carl Maier, für nicht zu
yroße Abschaltleistungen zu etwa 100 cm/Sek. ergeben,
 beim untersuchten M. F. O.-Schalter (altes
Modell für 200 A, 10,000 V), für rund 60 cm/Sek.
Schaltgeschwindigkeit gebaut, liegt der Grenzwert
vei 60—80 cm/Sek. Wir können daraus den Schluß
ziehen, daß für solche Abschaltleistungen eine
Steigerung der Schaltgeschwindigkeit über den für
moderne Konstruktionen gebräuchlichen Wert hinaus
nicht mehr von großem Einfluß auf die Größe der
Schalterarbeit ist. Für große Bogenlängen, wie sie
beim Unterbrechen eines Kurzschlusses entstehen
können, verläuft aber die (te + v)-Hyperbel in unserem
Kurvenbild für diese Geschwindigkeitswerte noch
auf dem stark abfallenden Ast oder in der Gegend
der Krümmung, so daß in solchem Fall die Steigerung
der Schaltgeschwindigkeit noch Erfolg versprechen
würde. Wir hoffen, diese Verhältnisse noch durch
Versuche mit sehr großer Abschaltleistung überprüfen
 zu können.
Die mehrfache Unterbrechung ist, wie
zu erwarten war, von günstigstem Einfluß auf die
Schalterarbeit, indem sowohl die Lichtbogendauer
als auch die spezitische Wärmeentwicklung c mit
steigender Unterbrechungszahl zurückgehen. Die
Erscheinung ist dem Fachmann bereits bekannt, es
genügt hier, die Erfahrung durch Beigabe einiger
Versuchswerte von neuem zu bestätigen. Fig. 9

_ Maschine 1.
Sin Ga
74 0900 Vo}
7 790000

En
‚be UM ent;
A
“a llnferbrercs

Shrbnen
0 1000 kW
Zig. 9. Einfluß mehrfacher Unterbrechung.
Bildstock des Bulletin des S. E.V
zeigt den Verlauf der t.-Werte mit der Abschaltleistung
 für veränderliche Unterbrechungszahl, die
nachfolgende Tabelle gibt für eine bestimmte Abschaltleistung
 deren Einfluß auf die Schalterarbeit.

Zahl der Unterhbrechungen


. : ; Ain”"
ein Cin A=cC-te: Jo -E "
Sek.” in kW Sek. der Nor-N


1
0.
0.015

1048

‚09;
* 50,
m
# rt
(0.13.

100
54,5
36,0
23,5
120

Es verbliebe noch die Berichterstattung über
las Verhalten des Druckölschalters. Wir
ıaben für diese Untersuchungen einen besonderen
DJruckschalter gebaut, der zugleich auch den thermo-Iynamischen
 Untersuchungen des Abschaltvorgangs
liente. Da die Druck- und Temperaturverhältnisse
u Ölschalter im engsten Zusammenhang mit der
jröße der Schalterarbeit stehen, soll über diesen
{. Teil unserer Versuche im Zusammenhang referiert
verden, sobald der diesbezügliche Originalbericht
arschienen ist. Es sei zum Abschluß dieser Miteilungen
 nur bemerkt, daß das Verhalten des
Druckölschalters beziiglich der Schalterarbeit nicht
jen wohl vielfach verbreiteten Erwartungen entspricht.
Insere Versuche ergaben, daß sowohl die Licht-‚oogendauer
 als die spezifische Wärmeentwicklung mit
‚öheren Überdrücken rasch ansteigen, so daß hier-‚ei
 die Schalterarbeit sehr hohe Werte annimmt.
)azu kommt, daß sich unter gewissen Bedingungen
tarke momentane Überdrücke im Schalterinnern
‚usbilden, die auf eine weitere Vergrößerung der
sogenlänge hinwirken. In Berücksichtigung der
Xomplizierung, die die Verwendung von Druckjlschaltern
 ohnehin in der Anordnung der Schaltınlagen
 nach sich zöge, scheint uns dieser Apparat
weder vom konstruktiven noch betriebstechnischen
Standpunkt aus empfehlenswert zu sein.

Bau und Organisation des größten
deutschen Elektrizitätswerks.
Es spricht sicherlich für die Stärke des deutschen
Wirtschaftslebens, daß trotz der gewaltigen kriegeischen
 Anforderungen großzügige Projekte und
3auten planmäßig weiter verfolgt werden. So einlrucksvoll
 die Fertigstellung des Leipziger Hauptjahnhotes
 im zweiten Kriegsjahr war und so kraftvoll
lie Sprache ist, die mit der Fortführung, z. B. der
3erliner Untergrundbahnbauten und der Erweiterung
ler Staatsbahnbetriebsanlagen im Innern der deutichen
 Reichshauptstadt bekundet wird, genau so
‚jemerkenswert ist die Fortsetzung der Vorarbeiten
            
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