Volltext : Mitteilungen der Vereinigung der Elektrizitätswerke (1919, Jg. 18)

April 1919 Mitteilungen der Vereinigung der Elektrizitätswerke. Nr. 238. 93
Die Abmessungen von Verdampfer und Vorkondensator
 ergeben im Verhältnis zum Hauptkondensator
 kleine, handliche, leicht unterzubringende
und zu bedienende Apparate. Den einzigen Aulfwand,
 den die Anlage erfordert, ist der Strombedarf
jür den Pumpenbetrieb, der zu 5 kW ermittelt wurde.
Im übrigen erfordert die Erzeugung des Destillates
keine Betriebskosten. Die Art, wie die Destillationsanlage
 zur Erzeugung des Zusatzwassers In die bestehende
 8000 kW Turbinenanlage eingebaut wird,
veranschaulichen Figur 2—4. Es handelt sich in
diesem Fall um den Einbau der Anlage in eine
bestehende Turbinenanlage, bei der also die vorhandenen
 Örtlichen Verhältnisse berücksichtigt
werden müssen. Bei einer von vornherein neu
entworfenen Anlage lassen sich die erforderlichen
Apparate noch bequemer unterbringen.
Das Verfahren läßt sich selbstverständlich auch
zur Erzeugung von größeren Niederschlagmengen ausnützen.‘
 Man kann wohl annehmen, daß 50 bis 60
v. H. des Abdampfes der Turbine für die Verdampfung
auszunützen sind, so daß das Verfahren auch
für gewerbliche Zwecke, für chemische Anlagen,
zum kostenlosen Eindampfen von Laugen, Sälten
und dergleichen ausgenützt werden kann. Man
könnte in diesen Fällen sogar den Hauptkondensator
 kleiner wählen; mit Rücksicht auf den Betrieb
empfiehlt es sich jedoch, den Dampfkondensator so
yroß zu wählen, als wäre die Wärmeabiuhr in der
Verdampferanlage nicht vorhanden.

sein müssen, werden höhere Anforderungen gestellt
 als z. B. an Wasserkocher, die zum Aufkochen
von Wasser nur kurze Zeit benötigt werden. Es
hat sich gezeigt, daß vor allem die in $ 24 ausgesprochene
 Bedingung der Koch- und Heiznormaien
 des V.D.E., nach der bei Kouchapparaten, die
m Gebrauch üblicherweise gespült werden, die
Heizkörper warmwasserdicht abgeschlossen sein
sollen, unbedingt durchgeführt werden muß. Neben
ler Warmwasserdichtigkeit ist auch eine leichte
Auswechselbarkeit und hohe Lebensdauer der Heizxörper
 anzustreben. Eine Temperatursicherung zum
Schutz der Heizkörper gegen Überlastung ist nicht
unbedingt erforderlich; jedenfalls sollte die glatte
Außenform der Kocher mit Bodenheizung dadurch
nicht gestört werden. Kochapparate mit nicht
dicht schließendem Boden bzw. Unterteil sind unter
allen Umständen zu verbieten. Sie bilden eine
direkte Gefahr für die Kocherei, weil sie leicht
Wasser durchlassen und deshalb nach kurzem Gebrauch
 unbedingt fehlerhaft werden.
Ein wasserdichter Verschluß ist bisher erzielt
worden durch Verlötungen. Während bei einigen
Kochern die Lötnaht an der kältesten Stelle, d.h.
am oberen Rande sich befindet, sind bei vielen
Kochern die Lötnähte gerade in der heißesten Zone,
d. h. ganz in der Nähe der Heizkörper. Bei Wasserkochern
 mit Seitenheizung haben sich hierdurch
nicht wesentliche Anstände gezeigt. Dagegen hat
sich bei Kochern mit Bodenheizung herausgestellt,
daß die Lötnähte, die direkt beim Heizkörper sitzen,
bei starkem Gebrauch des Topfes mit der Zeit
schadhaft werden. Aus nachstehender Figur I

Einige Erfahrungen an elektrischen Kochern
und Anschlußvorrichtungen.
Von Coulon-Blankenese.
Es gibt Kocher mit Bodenheizung, bei
denen im Boden der Heizkörper angebracht ist.
Diese eignen sich zum Bereiten aller Speisen und
zum Kochen aller Flüssigkeiten. Außerdem hat
man Kocher mit Seitenheizung bzw. Ringheizung.
 Diese werden zum Wasserkochen verwendet
 und zum Herstellen leichtflüssiger mit
Wasser angesetzter Speisen. Milch und muilchhaltige
 Speisen brennen an den Seitenwandungen
dieser Kocher an. Nur Gefäße aus Aluminium
zignen sich auch bei Ringheizung für das Milchkochen,
 da hierbei die Milch nicht so leicht ansetzt.
Aus obigen Gründen sind die Haushaltungen genötigt,
 zwei verschiedene Kocher für Wasser und
Milch halten zu müssen. Zur Vermeidung dessen
sollte man Wasserkocher so herstellen, daß sie auch
als Milchkocher Verwendung finden können.
An direkt beheizte Kochapparate, die zum
Herstellen von Speisen mehrere. Stunden in Betrieb

Nr

Fig. 1.

Äig.

ist die Form der Lötnaht ersichtlich, die wyewöhnlich
 nur dünn ist. Es wird schwer sein,
liese Art der Lötnaht an allen Stellen dicht
zu bekommen. Durch häufigeres Anwärmen und
»lötzliches Erkalten wird die Lötung undicht und
äßt infolgedessen Wasser durch. Kann die Naht
an dieser Stelle nicht unıgangen werden, so sollte
man versuchen, sie nach außen hin zu verstärken,
vielleicht in ähnlicher Weise wie Figur 2 andeutet.
Dagegen ist ein Undichtwerden der Lötnaht an der
»beren Kante des Kochers., wie Figur 3a zeigt,
            
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