Volltext : Mitteilungen der Vereinigung der Elektrizitätswerke (1920, Jg. 19)

ITTEILUNGF

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Vereinigung der Fiektrizitätswerke.
(Eingetragener Verein.)

Jahrgang XIX / 1920.

Nr. 275.

H. Oktober - Nummer.

Inhalt:

Neue Ergebnisse der Statistik eines Uehberlandwerkes und ilıre Answertung.
 Ziele der Werbetätigkeit. Von Obering. Osten, Charlottenburg,
3. 259. — Typung und Normung des Kesselaggregates fur elektrische
Jroßzentraien; Bericht Nr. 5 des Ausschusses IV für maschinentechnische
Tragen. S. 263: — Vernachlässigte Kraftquellen. S. 264. — Zur Frage

Jer Aufgelder. S. 264. — Maßnahmen der KElektrizitälswerke zum Auswleich
 der.Teuerung. S. 265—272. — Verschiedenes: Reichswirtschaftsrat,
 S. 273. — Verleihung des Enteignunesrechts, SS. 273, —
Maschinenversicherung. S. 273. — Antworten. S, 273. — Fragen, S. 274.

Neue Ergebnisse der Statistik eines Ueberlandwerkes
und ihre Auswertung. Ziele der Werbetätigkeit.
Von Hermann Osten, Ober-Ingenieur, Charlottenburg.

Die Tabelle 1, durchschnittliche Anschlußwerte
n verschiedenen Bezirken, zeigt verhältnismäßig
Tabelle 1. Durchschnittliche Anschlußwerte.‘)

Glühlamp. Install. PS auf 100
Bezirk Anzahl auf 1 Morgen unterm
Einwohner Pilug

AL
II
IV

37 1,3 3,9
26 “1 3,2
37 1,2 4,35
20 12 231

seringe Schwankungen. Hieraus wird nun olt der
Trugschluß gezogen, daß die einzelnen Gemeinden
ıntereinander ebenfalls nur geringe. Abweichungen
voneinander aufweisen. Gerade das Gegenteil ist
der Fall, wie aus späteren Tabellen ersichtlich. Es
soll schon hier betont werden, daß man sich nicht
mit einer Feststellung allein nach Art der Tabelle 1,
d. h. mit Durchschnittswerten größerer Bezirke, beonügen
 darf, um die wahren Verhältnisse beurteilen
zu wollen. Auf I Einwohner bezogen kann man
dei Anschluß aller Haushaltungen eine Glüh-‚ampenzahl
 von 1,5—1,8 in Gemeinden ohne Gasjeleuchtung
 erreichen! Dies ist eine gestellte Aufyabe.
 Im gleichen Sinne muß jedes Werk sich
Ziele stecken. Es bleibt also in bezug auf Beleuchtung
 noch eine gewisse, wenn auch nicht so bedeutende
 Werbetätigkeit wie in bezug auf der! nachiolgend
 erörterten Kraftbetrieb zu leisten übrig.
Die noch fehlenden Lichtanschlüsse (meist kleine
Abnehmer) sind aber deswegen wertvoll, weil kleine
Haushaltungen höhere Benutzungsstunden als der
Durchschnitt aufweisen. Ferner fehlen oft noch die

ıy 1. Einzelliegende Güter mit besonderem Transfornator
 sind hier absichtlich nicht aufgenommen worden.
Zür solche Güter ist auch der Kraftbedarf auf 100 Morgen
ınterm Pflug bezogen wesentlich geringer. 2. In dieser und
n den folgenden Tabellen ist der Kraftanschluß in PS anzegeben;
 bei Umrechqungen sind 1 PS := 900 Watt und
Glühlampe — 30 Watt eingesetzt worden.

nstallationen in Stallungen und Scheunen und die
Straßenbeleuchtungen. Dieser Kleinarbeit in der
Werbetätigkeit muß daher jede mögliche Unterstützung
 von seiten des Werkes zuteil werden.)
Die Kraftanschlüsse (Tabelle 1) sind noch schr
gering. Der für vorliegende Verhältnisse — meist
mittelbäuerliche Betriebe mit einzelnen mit der
Dorflage verbundenen Gütern —- anzusetzende
Kraftbedarf ist 6—7 PS im Durchschnitt auf
100 Morgen unterm Pflug. Von diesen Zahlen
nuß ausgegangen werden, um die Entwicklungsnöglichkeiten
 zu erkennen! —
Tabelle 2. Durchschnittlicher Verbrauch in kWh.*)
(Anzalıl der untersuchten Orte wie in Tabelle 1.)
kWh auf 100 Morgen
unterm Pflug

Bezirk

x Licht u.
Licht Kralt Kraft

z N Licht u.
Licht Kralt Kraft

I
HI
IV u

12,8 5 20,8
8,8 4,8 13,6
13,6 10,02 23,6
11.2 6.2 17.4

260 163 423
303 165 465
356 266 622
200 110 310

Mit Absicht sind in: Tabelle 2 die verkauften
zWh einmal im Verhältnis zur Einwohnerzahl,
dann im Verhältnis zur Flächeneinheit berechnet
worden. Beide Zahlen nebeneinander gewähren
lie beste Beurteilung. Voigt-Kiel rechnet 2000 kWh
Gesamtverbrauch auf 1 qkm in ländlichen Veberandwerken,
 d. h. auf 100 Morgen 500 kWh. Diese
Zahlen sind meines Erachtens nach schwer zu verwenden,
 da der Anteil an Wald, Wiese, Weide, Oed-Iiand
 usw. zu verschieden ausfällt. Für Landesteile

7) Da die Liste der Petroleumempfänger eingesehen
verden kann, so haben Werk und Installateur sofort die in
“rage kommenden Haushaltungen an Hand,
3) In den Tabellen 2 und 5 sind unter Flächenangaben
jur die „Morgen unterm Pflug“ angeyeben, da die Wiesen-,
Weiden- und sonstigen Landflächen der Gemeinden nur
äinen verhältnismäßig geringen Einfluß auf die Höhe der
Anschlußwerte und des Verbrauchs besitzen
            
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