TTEILUNGEL
der
Vereinigung der Elektrizitätswerke.
(Eingetragener Verein.)
Jahrgang XX / 1921. Sn
Nr. 282.
IL. Februar -Nummer.
Inhalt:
Betrieb von Kondensationsanlagen. A. Anjagen
mit Fluß- oder See-Kühlwasser. Be- Die graphische Rechenmethode der Fluchtricht
Nr.6 des Ausschusses IV für maschinen- linientafeln und ihre Anwendung anf die
technische Angelegenheiten. Erstattet von Leitungsberechnung, S. 35.
Direktor Kollbohm, Hagen ı.W. SS. 29.
Zostieuerung mit Gewinnung von Neben- Veberstromschutz und VUehberspannungsschutz.
erzeugnissen. S. 33. S. 38
Verschiedenes.
A. Aus der Elektrizitäts -Wirtschaft: Sympathie-Erklärung
der Elektrizitätswerksdirektoren.
S. 40. / Einladung des Elektrotechnischen
Vereins E. V. zum Vortragsabend anmı
8.März. S. 40,
B. Personalien: Geschäftsführung der Vereinigung
der Eilektrizitätswerke E.V. SS. 40.
Betrieb von Kondensationsanlagen. (E 6) Nr. 6.
Anlagen mit Fluß- oder See-Kühlwasser.
Bericht Nr. 6 des Ausschusses IV für maschinentechnische Angelegenheiten.
Erstattet von Direktor Kollbohm, Hagen i. W.
l. Ergebnis der Rundfrage.
Zur Feststellung der gegenwärtig üblichen Einichtungen,
der hiermit gemachten Erfahrungen und
der vorhandenen Leistungen wurde ein Fragebogen
verschickt, der von 49 Werken beantwortet wurde.
Diesen Werken sei für ihr Bemühen im Interesse
der Allgemeinheit an dieser Stelle gedankt. ;
In diesen Werken sind vorhanden:
32 Kolben-Dampfmaschinen mit 24024 kW
und 143 Dampfiturbinen „ 614135 ,
‚nsgesamt 175 Kraitmaschinen mit 638 159 kW Lstg.
Die Kondensationsanlagen sind in
417 Werken Oberflächenkondensationsanlagen, in
3 » Einspritzkondensationsanlagen und in
: Werk Strahlkondensationsanlage.
Es überwiegt also die Oberflächenkondensationsanlage
derart, daß beim Dampiturbinenbetrieb diese
Kondensationsart heute als ‚allgemein eingeführt
gelten kann.
Die Verbindung zwischen dem Abdampfstutzen
ler Turbine und dem Kondensator erfolgt bei
31 Werken nur durch Stopfbüchsen,
10 Werke verwenden zum Teil Stopfbüchsen und
zum Teil Wellrohrkompensatoren, während
S Werke ausschließlich Wellrohrkompensatoren
verwenden.
Hierbei ist zu berücksichtigen, daß die neuen Anagen
fast ausschließlich Wellrohrkompensatoren
aaben, so daß hieraus geschlossen werden darf,
laß diese der Stopfbüchsenverbindung überlegen
sind und die letztere verdrängen,
Die Ermittelung der Kühlflächengröße und der
stündlichen Kühlwassermenge konnte nicht durchzeführt
werden, da beides bei vielen Werken schein-Jar
überhaupt nicht genau bekannt ist.
Das für die Kondensation verwendete Kühlwasser
hat nach den gezogenen Mittelwerten eine
Eintrittstemperatur
von 2 9°C bei minus 10% C Lufttemperatur
„ 84°C „ plus 109° C
” 18,4 ° C ” »” 259 C
und demensprechend eine
Austrittstemperatur |
von 11 9% C bei minus 10° C Lufttemperatur
20 9C „ plus 109% C
” 31,7°% C ” ” 259° °C ”
Es beträgt also die
Temperaturzunahme des Wassers
9 9C bei minus 10° C Lufttemperatur
11,69 C „ plus 10°C
13,3°C „ 25°C »
Es ist hiermit wiederum der praktische Nachweis
gebracht, daß bei zunehmender Lufttemperatur
die Kühlwirkung des Wassers prozentual nachläßt,
und gleichzeitig die Ueberlegenheit der mit Fluß-»der
Seewasser betriebenen Kondensationsanlagen
gegenüber den Rückkühlanlagen dargetan.
Die vorhandenen Anlagen erreichen bei reinem
Kondensator im Durchschnitt ein Vakuum von 95 %,
ımgerechnet auf einen Barometerstand von 760 mm.
Die Zuführung des Kühlwassers zum
Kondensator erfolgt
bei 44 Werken für jede Maschine durch 1 Pumpengruppe,
für jede Maschine durch 2 Pumpengruppen,
besitzen Zentral-Kühlwasserförderung
und
nutzt ein Gefälle für die Kühlwasserförderung
aus.