Vertraulich!
MITTEILUNGEN
Vereinigung der Elektrieitätswerke
Expedition:
Stadtbaurat Uppenborn, München, Ledererstr. 2/un. Buchdruckerei R. Oldenbourg, München, Glückstr. 8.
Heft 4.
München, den 1. April 1903. Jahrgang II
Inhalt. Mitteilungen aus der Vereinigung: Kabelbelastungs-Versuche. S. 35. — Erdbodenfeuchtigkeit. S. 38. — Verschiedene
Mitteilungen: Mefsgenauigkeit von Elektrieitätszühlern. S. 38. — Zählerstatistik der Münchener Elektricitätswerke. S. 38. —
Untersuchung von Pendelschnüren. 5S. 44. — Fragekasten: Käufliche Erwerbung von HElektrieitätszählern. S. 46. —
Anordnung von Hochsvannunessnetzen. S. 46. — Miteliederstand. S. 46.
Mitteilungen aus der Vereinigung.
Nach eingehender Beratung wurde folgendes
l’rogramm für die Versuche aufgestellt:
I Die Versuche sollen mit Kabeln von 120,
400 und 1000 qmm Kupferquerschnitt mit
Prüfdraht angestellt werden.
Die Länge der Kabel soll mindestens 500 m
betragen.
Die Belastung ist so zu wählen, dafs die
Übertemperatur 15 resp. 30° C beträgt.
4. Es sollen die normalen Prüfdrähte verwendet
werden.
5. Um das Temperaturgefälle von der Kupferseele
bis zur Aufsenfläche des Kabels zu
bestimmen, soll bei Verlegung des Kabels
ein Prüfdraht aus Eisen mit möglichst guter
Isolation spiralförmig um das Kabel gewickelt
werden.
3. Hin- und Rückleitung der Kabel für sämtliche
Versuche sind im Graben unmittelbar
nebeneinander zu legen.
Die Widerstandsbestimmung der Kupferseele
und der beiden Prüfdrähte soll vor, während
und nach. der Belastung des Kabels erfolgen.
3 Die Kabel sollen, um Hohlräume zu vermeiden,
in geworfenes Erdreich 60—70 cm
tief gelegt und das KFirdreich festgestampft
werden.
Zur Durchführung der Versuche wird folgendes
Vorschlag gebracht:
1. Die offiziellen Versuche sollen seitens der
städtischen Elektricitätswerke München vorgenommen
werden. Die beteiligten Kabelfabriken
sind berechtigt, zu diesen Versuchen
je einen Vertreter abzuordnen.
Es ist erwünscht, dafs die Kabelfabriken
Kontrollversuche anstellen. Die Resultate
Kabelbelastungsversuche.
Nachdem die Kabelbelastungsversuche nunmehr
am 16. März ds. Js. begonnen haben, scheint es
angezeigt, alles, was früher in dieser Materie verhandelt
und beschlossen worden ist, kurz zu rekapitulieren.
Die erste Anregung zu den Belastungsversuchen
wurde anläfslich der Sitzung der Kommission zur
Herbeiführung von Kabelnormalien, welche am
28. August 1900 in München stattfand, gegeben.
Das Protokoll der genannten Sitzung sagt darüber
folgendes:
»Nachdem die vorgesehenen Beratungsgegenstände
nunmehr beendigt sind, schlägt Herr Baurat
Uppenborn vor, noch die Frage der Belastungsnormalientabelle
zu behandeln, nachdem
diese Angelegenheit doch weiter verfolgt werden
soll. Seinem Antrag entsprechend wird einstimmig
beschlossen, eine Unterkommission zu wählen, bestehend
aus Herrn Oberingenieur Wilkens, Herrn
Direktor Zapf und seiner Person, welche ein Programm
über die Anstellung der Versuche behufs
Aufstellung einer Belastungstabelle auszuarbeiten
hätte. Dieses Programm soll sämtlichen Fabriken
zugesandt und deren Äufserung darüber eingeholt
werden. « .
Die vorgenannte Unterkommission trat alsdann
am 16. September 1900 in Würzburg zusammen.
Das Protokoll der fraglichen Sitzung wird nachstehend
abgedruckt:
Anwesend:
1. Herr Baurat Uppenborn, als Vorsitzender.
2. Herr Oberingenieur Wilkens.
3. Herr Direktor Zanf.