FOR BAVPIA.
GND VESCSCA..
MONMATIS-ZzEITSCMODRVIFT DERBESTAVTMUCREN
lJahrlicher Bezuꝗspreis RM. 3. 40
Stuisqarft, Iuni 1935, 30. Jahrq., Nr. 6
Die Verdingunꝗqsordnung für Bauleisfungen
Srundsstfʒliche fFragen des Vergebunꝗgswesens Von Handwerkskammer-Syndikus Metzger, Stuitgart
J. Allqemeines
jen. MWeder die Qualiftät der Leistung noch auch
die Gute und die Beschaffenheitder Werkstfoffe
ie gen von vornherein eindeutig fest. Manchnol
ist Soqar der Umfsnꝗq der Leistunꝗgen und lLieferungen
iicht genau bestimmt. Infolqedessen können auch die Preise
ler Anꝗebote nicht eindeufiꝗ sein, man kann sie nicht wie
zörsennofierungen ohne weiferes mifteinander verꝗleichen.
Riese Tafts ache also, da die Gleichwerfigkeit
ser angeboftenen Leisftungen nicht von vorn—
erein festsfteht, unterscheidet die Preissbildung
m Wege des Submissionswesens grundsätzlich
/on der Preisbildung auf Sonstigen Märkfen,
die Probleme unseres heufigen Vergebunꝗswesens aufzurolen,
isf eine ebenso schuierige, wie undankbare Aufꝗabe.
ẽs sSfehen sich auf diesem Gebiete 2 Auffassunꝗen haufiꝗ in
so krasser Meise gegenũber, daf; darunfer die Sachlichkeit
uind Objekdivifät der Beurteilunꝗq erheblich beeinträchtiꝗi
vird. Auf der einen Seite steht die Auffassunꝗ
der Auffraggebaer, die ꝗlauben, datj die heutigen Mehoden
der Auifraquergebunꝗq allein ꝗeeiqnet seien, die
ꝰreise für die Leisfungen und Lieferungen im Bauwesen in
nõglichst niedrigen Grenzen zu halten. Auf der nderen
deife weisen die Auffra gnehmer immer wieder auf die
safsache hin, datz durch die Meihoden des heutiꝗgen Verꝗedunꝗswesens
allerlei Mihsianden Tur und Tor geöffneft werdJen,
dat; das ehrliche, Solido Handwerk auf die Dauer dadei
zuꝗgrundeꝗgehen mũsse, und dat; letjzjen Endes auch dem
Auffraꝗqeber mit diesen Meshoden nicht ꝗedient sei.
öei der Erõôrferunꝗ dieser fFraꝗgen ist zunächst die Haupffraꝗe
tu besnfworfen, welches Interesse Aufftragnehmer
und Auftrag geber überhaupf an der vVergebundg
in ihrer heufigen Form haben.
dadurch erꝗgeben sich aber auch zu einem grohen Jeil die
ↄrunde, vueshalb die Auffragnehmer mit dem heutiꝗqen Verjebunꝗswesen
nicht recht einverstanden sind. le weniger
lie Gleichwerfiꝗqkeif der angebosenen Leisfunꝗen von vornerein
bestimmt ist, und je Shwieriꝗger infolgedessen die
ʒeurfeilunꝗq der wirklichen Preiswürdiꝗkeit für den Auffraꝗjeber
wird, um so grötʒer isf dis Gefahr, daf; für die Zussschlaꝗsarteilunq
nicht das wirklich vorfeilhaftesfe Anꝗqebot qewahli
vird. Es isf eine Erfaqrunꝗstafsache, dafj eine niedriꝗe Preisorderunꝗ
immer eine sehr Suꝗꝗesfive Wirkunꝗ ausubi. Auf
lfsiese Weise wird durch die üublichen Mefhoden im Verꝗeↄunꝗswesen
aus einem gesunden Westbewerb ein Rennen
im den niedriꝗsien Preis. Man könnie fast sagen, das; jeder
Ibiefer von dem Gedanken beherrscht ist: „Wie fief kann
ch die Qualitãt meiner Leisfungen herunferdrücken. um den
nõglichst niedriꝗsten Preis zu erzielen“.
MAus den Berichten der handwerklichen Orꝗanisafionen der
/æerschiedensften Berufe ꝗgehi die Taisache hervor, dat; durch
lieses Rennen nach dem niedriꝗsten Preise die Qualitfäf der
jelieferten Werksfoffe und der ausqeführften Arbeiten zum
eil auf einen so bedauerlichen Tiefsfand herabqedrũckt worlen
ist, dat es einem im lnferesse des Bauherrn, wie auch
Jes Handwerks manchmal banqe werden könnte.
In dieser Enfuicklunꝗg sind auch zum Jeil die öffentlichen
Muffraꝗqeber nicht ohne Schuld. Es ist selbstverstäãndlich, dah
lie unter Schweren Opfern von der deutschen Wirtschaff aufjebrachten
Sfeuerꝗgelder so Sparsam wie mödlich verbraucht
verden mussen; andererseifs darf es aber auch nicht so sein,
Jafß die Schädiqunꝗqen des heuftigen Vergebunꝗswesens mit
ʒ ffenflichen Mifteln noch weiferꝗgefrieben werden. Der Grundatt
der Sparsamkeif und Wirfschafflichkeit. also das rein
die Form der Ausschreibunꝗ wird gewahit, um für die ꝗqleiche
Arbeit eine Reihe von Anqebotfen zu erhalfen und auf diese
Neise den freion Weifbewerb, der letjzten Endes in einer
freien Wirtschaft die Preisbildunꝗ besftimmt, voll zur Auswircunꝗq
kommen 2u lassen. Sie hat also für den Auffraꝗqeber
die sehr erhebliche Bedeutunꝗ, das; er dadurch so billiꝗ wie
mõqlich zu seiner ꝗeforderfen Lieferunꝗq kommt.
Die Submission ist ein Jeil des allqemeinen grofzen Markifes,
auf dem sich die Preisbildunꝗ in unserer heufigen Wirtschaeft
abspielt. Die Submissionen ahneln also ganz den Markien
und Börsen. Sie sfehen auf ꝗgleicher Sftufe mit diesen und
cheinen sich von diesen nur durch die Ari der gehandelfen
Objekte zu unferscheiden. Jedoch besfeht ein enfscheidender
Imerschied. Menn besftimmie Rohstoffe, efwa Mefalse, börenmsfʒiq
gehandelt werden, so lieꝗgt von vornherein die
Qualifat der qehandelfen Stoffe unbedinꝗt fest. Die Anꝗedofe,
die für einen gewissen Preis besfimmend sind, beziehen
sich auf völliq qleichwertige Produkte. Diese Eindeufiꝗceif
eines preisanꝗgebotes ist aber im Submissionswesen in
den weitaus meisfen fallen nidi vorhanden, insbesondere
aicht bei der Ausschreibung und Verqgebunq von Bauleisfunerlag
und Versand: Stastliche Beratunꝗssfelle für das Baugewerbe beim Mürtt. Landesgewerbeomt, Stuftqart, Kanzleistr. 281. Veranfworflich
iür den lnhalt: Baurat Schleicher, Vorsfand der Wurffemb. Beratunꝗsstello für das Baugewerbe. -Herstellund: Druckersi Onto kösler. Stuttdar⸗
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