Volltext : Württembergische Kirchengeschichte bis zum Ende der Stauferzeit

Erste Kirchen und Pfarreien

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feld war die Kirche dem heiligen Martin, in Wülfingen St. Michael
gewidmet').
Manchmal befindet sich am Ort einer Martinskirche auch ein dem
Erzengel geweihtes Gotteshaus, so auf dem Asperg, der wohl von
Anfang an ein fränkisches Kastell trug, und vielleicht zu Igersheim
im Taubertal'), oder liegen in der Nähe von Dörfern mit einer Mar—
tinskirche Ortschaften, deren Heiliger Michael ist, so neben der Martins—
kirche zu Rot am See die Michaelskapelle in Musdorf, an einer Stra⸗
ßenkreuzung, an der wohl in alter Zeit schon ein Marktverkehr statt—
fand, in der Nähe der Stöckenburg eine Michaelskapelle zu Großalt-—
dorf“). Bisher heidnischer Gottesdienst auf heiligen Bergen wurde nun
in einen Michgelskult umgewandelt. Wie im heutigen Baden auf dem
Heiligenberg bei Heidelberg, wo in römischer Zeit unter den Neckar—
sueben Mars Cimbrianus, Wodan, bezeugt ist, und auf dem Michels—
berg bei Untergrombach südlich von Bruchsal der Erzengel verehrt
wurde, so in Württemberg auf dem Michaelsberg über einer Neckar—
schleife zwischen dem Dorfe Böttingen, das eine Martinskirche hat,
und der Stadt Gundelsheim am Neckar, auf der Runingenburg, dem
später sogenannten Michgelsberg bei Cleebronn im Zabergäu, der
schon in der Römerzeit das Heiligtum eines gallischen Gottes trug,
und auf dem östlich vom Bottwartal aufragenden Wunnenstein').
Ferner wurden die heiligen Quellen, vor allem die Salzbrunnen,
nun dem heiligen Michael geweiht, in Heilbronn (einst Heilichrunno
genannt), in Hall, in Sulzbach am Kocher“). Gotteshäuser auf Bergen
und bei heiligen Quellen mögen oft zeitlich später sein als die Ver—
ehrung des Heiligen selbst.
Die Martinskirchen in Stammheim bei Calw, in Enzweihingen,
Eberdingen und Nußdorf bei Vaihingen, in Meimsheim bei Bracken—
heim, in Neckargröningen, in Affalterbach am Lemberg, Erlenbach an
der Sulm, Langenbeutingen an der Brettach, Döttingen am Kocher,
Ailringen an der Jagst, in Ruppertshofen nördlich von Ilshofen, die
14) Uber Ingersheim siehe Gustav Hoffmann, Kirchenheilige in Württemberg S. 49.
Wirt. Urk.B. 1 S. M2 Nr. 191 von 978: in comitatu Ingerihesheim nuncupato. Codex
Hirsgugiensis, Württ. Geschichtsquellen hsg. v. Schneider S. 86 Fol. 402: ad Ingerssheim
in locum seccularibus placitis constitutum, S. 57 Fol. 69 b: in comitatu Ingerssheim.
Wülfingen s. Hoffmann S. 101 Wirt. Urk.B. J S. 266 Nr. 224 von 1042: in pago Cochengowe
 in comitatu Heinrici comitis ad Woluinguen. über Roßfeld Hoffsmann S. 98. Der
Ort lag ganz im Süden des Maulachgaus; nur wenn der Sitz des Grafen an der Maulach
lag, ist die Benennung des Gaus verständlich. Uber Großbottwar Hoffmann S. 48. —
2) Hoffmann S. 17. 38. Asperg ebenda S. 63. Traditiones Wizenhurgenses S. 156 Nr. 168.
Württ. Geschichtsquellen 11 S. 278, Bossert, Weißenburger Quellen Nr. 34. Igersheim
Hoffmann S. 121. — 9) Rot am See und Musdorf Hoffmann S. 98. Karl Otto Müller,
Geschichte des Muswiesenmarkts: Württ. Vish. für Landesgeschichte N. F. XXXIII, 1927
S. 68 ff. Großaltdorf Hoffmann S. 109. — 9) Michelsberg bei Böttingen Hoffmann S. 17,
bei Cleebronn ebenda S. 556. Codex Laureshamensis bei Bossert S. 197 Nr. 423 von 793:
in pago Zabernachßowe in Runingenbure in monte basilicam quae ibidem constructa
ost in honorem sancti Michahilis. Wunnenstein Hoffmann S. 119. — 8) Hall Hoffmann
S. 107. Sulabach a. K. ebenda S. 109.

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