Objekt: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 36, 1880)

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der meisten die Hirnhöhle umschliessenden Knochengebilde, in 
Folge der die zwischen den compakten Knochenlamellen liegende 
bildsame Substanz (Diplo) schwammig sich aufbläht und nach 
und nach riesige, nur durch schmale, oft fadenförmige Quer- 
halken oder dünne Scheidewände unterbrochene Hohlräume bildet, 
so dass die beiden primären KnochenJamellen weit auseinander- 
gerückt werden, wodurch der Gehirnschädel nach und nach eine 
allseitige Zunahme an äusserem Umfang erfährt, während die 
eigentliche Gehirnhöhle sich nur wenig mehr vergrössert. Dieses 
sich Aufblähen, das innerhalb der harten Knochenmasse ähnliche 
Gestaltsveränderungen zu Wege bringt, wie es ein Gährungs- 
ferment in einer halbflüssigen, teigartigen Masse hervorzurufen 
pflegt, scheint am Frontale seinen Anfang zu nehmen, um hier 
zuerst den Sinus frontalis zu bilden; bald aber verbreitet es sich 
durch alle Knochen hin und schafft nach und nach in der Um- 
gehung des Gehirns, wo es irgend möglich ist, eine Fülle von 
Hohlräumen, welche unter einander communiciren und in dem 
Maass sich zu erweitern scheinen, je mehr die Hornzapfen an 
Ausdehnung und Stärke gewinnen. Die Bildung von Hornzapfen 
kündigt sich im fötalen Rindsschädel in. sehr eigenthümlicher 
Weise zuerst an durch das Erscheinen von winzigen Haarbüscheln, 
welche wirbelförmig auf beiden Seiten an der Stelle der Frontal- 
zone erscheinen, wo sich später die Hörner bilden. Diese zier- 
lichen Haarbüschel finden sich schon am 5 monatlichen Fötus, 
auf der sonst absolut nackten Haut, und stellen ohne Zweifel 
die Grundlage für die später sich bildenden Hornscheiden dar, 
welche die Frontalzapfen umgeben. 
Im gleichen Maass* nun, als im Gebirnschädeldach Hohl- 
räume sich bilden zu statischen und pneumatischen Zwecken, 
bilden und vergrössern sich solche auch im Gesichtsschädel, und 
an diesen betheiligt sich nun das Lacrymale in sehr interessanter 
Weise. Vor Allem ist es die Maxillarhöhle, welche hiebei eine 
Wichtige Rolle spielt. Diese ist nämlich als Zalmalveole im 
jugendlichen Schädel noch mit reichlicher Zahnpulpe erfüllt, aus 
welcher sich schon frühe die zu Zähnen bestimmten knöchernen 
Plättchen ausscheiden, um nach und nach als mehr oder weniger
	        
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