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»Stutkgarter Ausstellungs·Nachrichten.
Geldgeschenke zu Verteilung, wie auch die Beiträge der Inva—
liditäts- und Altersversicherung für langjährige Angehörige der
Fabrik durch die Fabrikkasse entrichtet werden und sind sämt—
tiche Angestellte und Meister mit einem Gehalt unter 2000
Mark von der Krankenversicherungspflicht befreit, indem bei
vorkommenden Krankheitsfällen das Geschäft während der Dauer
von 13 Wochen den vollen Gehalt weiter bezahlt.
Die elektkrokechnische Abkeilung der Maschinenfabrik Eßlingen.
(GFortsetzung.)
der Nummer 9 10 dieser Zeitung brachten wir einige
Daten über die elektrotechnische Fabrik Cannstatt
und gaben zum Schluß die Gründe an, welche zur
— —llebernahme des Betriebs seitens der Maschinen—
abrik Eßlingen
ührten.
In der Mitte
des April 1887
war die Neu—
organisation
fertig. Aufträge
lagen in genü—
gender Anzahl
vor und an
Aussichten auf
weitere Bestell—
ungen fehlte es
nicht, da brannte
in der Nacht
vom 27. auf 28.
April die ganze
Fabrik vollstän—
dig nieder. Es
war bei dem sich
schnell ausbrei—
tenden Brande
unmöglich, et—
was zu retten
Mit den Werk—
zeugmaschinen
verbrannten
ganz- und halb—
fertige Fabri—
kate, alle Mo—
delle, Zeichnun—
gen und Vorräte
— kurzum Alles,
und es mußte
mit allem und
jedem von
Neuem ange—
fangen werden. Es darf als ein Glück angesehen werden, daß
in den Werkstätten und Gebäuden der Maschinenfabrik Eßlingen
noch hier und da ein Plätzchen frei war, so daß ein Teil des Per⸗
sonals noch vor dem ersten Mai wieder beschäftigt werden konnte.
Es wurde sofort mit neuen Zeichnungen begonnen und die Er—
fahrungen der letzten Jahre zu Nutze gemacht, und, da nicht
gebunden an vorhandene Zeichnungen und Modelle, alles dem
neuesten Stand der Elektrotechnik entsprechend neu konstruiert.
So entstand die neue Dynamo-Maschine, welche in ähnlicher
Ausführung schon in England von Mather K Platt gebam
war und sich bewährt hatte, und schon Anfang Juli ging die
erste neue Dynamo-Mafchine aus der Fabrik heraus und zwar
nach Frankfurt a. M. für das Opernhaus. Im Herbst waren
die Neubauten fertig in direktem Anschluß an die Werkstätten
der Filiale der Maschinenfabrik Eßlingen in Cannstatt. Nun—
mehr konnte mit größerer Energie an die neuen Aufträge ge—
gangen werden, welche auch in den folgenden Jahren in großer
Zahl einliefen und eine Vergrößerung der Werkstätteu und
damit verbunden der Arbeiterzahl bedingten.
Zu den bedeutenderen Beleuchtungsanlagen, welche in
dieser Zeit ausgeführt wurden, gehören die größeren Brauereien
Stuttgarts und Umgebung; in erster Lime die wiedechoölten
Vergrößerungen der Brauereien des Herrn Leicht, dann die
Tivoli-Brauerei, Brauerei zum „Englischen Garten“, Dinkel⸗
acker'sche Brauerei, die Brauerei, des Herrn Widmayer in
Möhringen und andere. Ferner bedeutende Spinnereien und
Webereien, wie:
Spinnerei Un—
terhausen; El—
mer & Zweifel,
Bempflingen;
Hipp & Co.,
Brennet;
J. J. Anuer,
Reutlingen;
J. J. Marrx,
Lambrecht;
Zwirnerei Heil⸗
bronn; Behr K
Vollmoeller,
Vaihingen a. F.
Spinnerei
St. Blasien;
Amann &
Söhne,
Bönnigheim;
Ulrich Gminder,
Reutlingen;
H. Gyr,
Blaichach;
Gebr. Haux,
Ebingen; Neue
Baumwollspin⸗
nerei Hof i. B.:
Erweiterung
bei Gebrüder
Gutmann,
Göppingen;
Hartmann &
Seemann,
Wannweil;
Mechanische
Flachsspinnerei
Arach; Gebrüder Groß, Urach, und andere 'mehr. Auch
ür eine große Zahl von Maschinenfabriken, für Berg—,
Hütten- und Walzwerke, für chemifche Fabriken und galvanv
alastische Anstalten, Säge-, Mehl- und Oehlmühlen, Papier
fabriken, Gerbereien, Leder- und Lederwarenfabriken, Pulver
und Gewehrfabriken — hier seien besonders die Beleuchtungs⸗
einrichtungen für die Kgl.preußischen Pulverfabriken bei Hanau
und für die Köln-Rottweiler Pulverfabriken in Düneberg ge—
nannt —, ferner für Druckereien — Deutsche Verlagsanstalt
und Union Deutsche Verlagsgesellschaft wurden in diesem Jahre
mit elektrischer Beleuchtung versehen — Cementwerke, Ziegeleien
und Porzellanfabriken; fuͤr Bäder, Lehranstalten und für eine
Joße Zahl anderer Betriebszweige wurden der elektrotechnischen
Abteilung der Maschinenfabrik Eßlingen Aufträge überwiesen
— wohl der beste Beweis für die Guͤte ihrer Fabrikate und
die Zuverlässigkeit ihrer Installationen.
Die Konstruktion der Dynamomaschine von Ende 1887
und den folgenden Jahren sei hier in Fig. 3 wiedergegeben
und es sei noch besonders hiezu bemerkt, daß auf eine gute,
solide Konstruktion stets der größte Weri gelegt wurde. Die
ninutlichen Umdrehungszahlen wurden möglichst niedrig gehalten
und betragen z3. B. bei 32, 4,80. 62 8. 114 17,52 22⸗.
Fig. 8. Runstruktiun der Dynamomaschine von Ende 1887.