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BEGRÜNDET VON PROFESSOR BRUNO MöHRING / HERAUSGEBER: GEHEIMRAT PROFESSOR
Dr. CORNELIUS GURLITT / SCHRIFTILEITUNG: REG. -BAUMEISTER a. D. WALTER LEHWESS
Ihre ständige Mitarbeiterschaft haben zugesagt die Herren: Stadtbaudirektor FRITZ BEHRENDT, Breslau; Reg.-Baurat E, BOERSCHMANN,
Wilmersdorf; Geh. Regierungsrat Prof, Dr.-Ing. BRIX, Charlottenburg; Ministerialdirektor Dr.-Ing, EHMIG, Schwerin; Geh, Baurat Prof, Dr,
E. GENZMER, Radebeul-Dresden; Architekt HENRY GROSS, Charlottenburg; Prof. Dr.-Ing. HEILIGENTHAL, Karlsruhe; Architekt FRITZ
JÖGER, Hamburg; Baurat a. D. ALEXANDER KLEIN, Wilmersdorf; Baurat Dr.-Ing, HUGO KOCH, Nerchau; Mag.-Oberbaurat KOEPPEN,
Hermsdorf; Architekt CH. LÖRCHER, Charlottenburg; Ober-Regierungshaurat Dr.-Ing, MACKOWSKY, Leipzig; Architekt JOS, RINGS,
Essen; Prof. SIEGFRIED SITTE. Wien: Geh. Oberbaurat Dr.-Ing. J. STÜBBEN, Münster; Regierungs-Baudirektor WALDO WENZEL, Dresden;
Stadthaurat PAUL WOLF. Dresden.
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>= Mitteilungen der Freien Deutschen Akademie des Städtebaues
1» farbige Stadt / Merkur- Buchhandlung Dr. Ekkehart Staritz & Co.
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20. November 19°
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uS DER ) '"'NALLT:
Seite
Schäfer, Prof. Dr.: Die Bevölkerungsgrundlagen
des deutschen Städtebaues 100.000
Helmuth Delius: Diz stälizbauliche Auffassung
des Hellenismus bei Schinkel (Schluß) ..... . 80
Seite
W. F. Bruck: Deutscher Städtebau und die volksund
weltwirtschaftliche Lage . .‚ 84
Mitteilungen der Freien deutschen Akademie
des Städtebaues 87
Die Bevölkerungsgrundlagen des deutschen Städtebaues
Referat von Professor Dr. Fr. Schäfer. Dresden“!
Das Thema unserer heutigen Tagung lautet:
Die Zukunft des deutschen Städtebaues.,
Damit begeben wir uns auf das Gebiet
der Voraussage, also auf ein Gebiet, auf dem man
aur dann mit einiger Berechtigung etwas behaupten
kann, wenn die Voraussetzungen, von denen dabei
ausgegangen wird, Wahrscheinlichkeit besitzen. Unter
diesen Umständen erscheint es geboten, daß zunächst
die verschiedenen Grundlagen der künftigen Städtezntwicklung
geprüft werden, und in diesem Zusammenhang
ist mir die Aufgabe zugefallen, in
Kürze einige einführende Bemerkungen zu machen
iber die Bevölkerungsgrundlagen des
Städtebaues, also über die bisherige und
lie künftige Bevölkerungsentwicklung der deutschen
Städte.
Daß ein Zusammenhang zwischen der
Beschaffenheit der Bevölkerung einer Gemeinde
ınd der Gemeindeverwaltung vorhanden
ist, versteht sich von selbst. Immerhin aber darf
darauf hingewiesen werden, daß dieser Zusammenhang
so eng ist, daß jede wesentliche Veränderung
in der Größe und in der wirtschaftlich-sozialen
Struktur einer Gemeindebevölkerung auch eine entsprechende
Veränderung in der Gemeindeverwaltung
mit der Zeit zwangsläufig nach sich zieht.
Es ist dies ein Erfahrungssatz, der sich in den
letzten Jahrzehnten auf allen Gebieten der Städteverwaltung
bestätigt hat, und nicht zuletzt im
Bereich des städtischen Wohnungs- und Siedelungswesens
und der städtebaulichen Umgestaltung der
*) Vortrag vor der Akademie des Städtebaues am
31. Mai 1931.
Städte überhaupt. Ohne die gewaltige Aggloneration
der Bevölkerung an verhältnis-1äßig
wenigen Punkten des Landes, in den städtichen
Bezirken und Großbezirken, wäre der Ge-‚anke
und die Notwendigkeit einer Rationalisierung
n der Ansiedelung dieser Bevölkerungsmassen unter
jen Gesichtspunkten des Wohn- und Wirtschaftserkehrs,
also der städtebauliche Gedanke,
chwerlich entstanden und anerkannt worden. Ebenso
‚erdanken die gewaltigen Fortschritte der Städte-‚ygiene
ihre wichtigsten Impulse und Erfolge
liesem Umstand, dieser Bevölkerungszusammenyallung.
Daß diese Zusammenhänge auch in Zukunft
ortbestehen, läßt sich mit Sicherheit voraussagen,
ınd es fragt sich deshalb für uns nur, wie die
zünftige Bevölkerungsentwicklung der deutschen
;tädte sein wird, und was sich darüber aus der
"ergangenheit etwa ableiten läßt.
Für die Bevölkerungsentwicklung des deutschen
teiches in der Vorkriegszeit war dreierlei charakteıstisch.
Einmal ein an‘ sich starkes und gegenüber
veiter zurückliegenden Zeitabschnitten wesentlich
'‚erstärktes Wachstum der Bevölkerung. Zweitens
lie gleichzeitige Abnahme der Geburten und der
;terbefälle. Und drittens die umgekehrte Verteilung
ler Bevölkerung zwischen Stadt und Land, die
ortschreitende Verstädterung des deutschen
"olkes.
Noch Anfang der 70er Jahre lebten zwei Drittel
les deutschen Volkes in Landorten und in Verbinlung
mit der Landwirtschaft, Heute ist der ländiche
Teil unseres Volkes auf 36 Prozent (22.2 Mil-77