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STADTBAU..UNST
ALTER UND NEUER ZEIT
Halbmonafsfchriff * Herausgegeben von
Corneı. AGurliff und Bruno Möhring
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Heft 12 / 1921 £ Schritt lng: Walter Lehwess * Bezugspreis: 15 M. vierteljährlich
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=zıpreis: 3,00 Mark das Heft
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„Der Zirkel“, Architekturverlag G. m. b., H,, Berlin W, Wilhelmstraße 48
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DER WETTBEWERB UM DIE AUSGESTALTUNG DES NEUEN
BAHNHOFSVORPLATZES IN STUTTGART
Von Dr.-Ing. STROEBEL, Stuttgart
Im kommenden Jahr wird der alte Stuttgarter
Bahnhof seine heute noch architektonisch bedeutsamen
Hallen für immer schließen. Die Citybildung
und die heutigen Anforderungen an die Abwicklung
des Balınhofsverkehrs bildeten bereits im Jahre 1907
die Veran'assung zu dem Entschluß, das Empfangsgebäude
und mit ihm alle übrigen Verwaltungs
gebäude der Eisenbahn um etwa 500 m vom
Herzen der Stadt, dem Schloßplatz, abzurücken,
und heute steht bereits die erste Hälfte des künftigen
Hauptbahnhofs, — in den Kriegsjahren nach dem
bekannten Entwurf von Prof. Bonatz und Scholer
erbaut, — wie ein markiger Prellbock vor den
Toren der alten- Hauptstadt.
Alsbald nach Eröffnung des neuen Bahnhofs
wird mit dem Abbruch des zwischen ihm und dem
alten Empfangsgebäude liegenden Eisenbahngeländes
begonnen und dieses für die Überbauung hervyerichtet
werden.
Für dieses fast ausschließlich in einer Hand
befindliche hochwertige Gelände besteht Seil
mehreren Jahren ein Bebauungsplan zu recht
(Abb. 1), dessen Geschichte ein interessantes Bild
der Entwicklung unserer neueren Stadtbaukunst
gibt. Man konnte an diesem Stadtbauplan den
Werdegang vom verstandesmäßig aufgestellten
Verkehrsplan mit seinem typischen, vom Bahnhof
ausgehenden Strahlensystem und seinen unförmigen
Buublöcken bis zum großzügig angelegten, künstlerisch
durchgebildeten Bauplan verfolgen. Dieser
neueste, für die Ausführung bestimmte Bebauungsplan
zeigt ein System von rechteckigen Baublöcken,
die sich auf der künftigen Hauptzugangsstraße zum
Bahnhof, der Königstraße aufbauen. Diese endigt
vor der großen Schalterhalle für den Fernverkehr
Sine Parallelstraße zu ihr (Straße 1), vor dem
<ünftigen Vorortbahnhof endigend, wird haupfzächlich
den Verkehr vom westlichen Teil der
Stadt her sammeln. Zwischen diesen beiden Ver-<ehrsstraßen
ist eine ruhige Siraße für Büros,
Yotels usw. geplant, am Bahnhofsplatz wird
hre Einmündung überbaut werden. Hierdurch war
es möglich, dem Platz eine ruhige geschlossene
Raumform zu geben. Die Hauptverkehrswege
werden also den Bahnhof nur seitlich berühren.
Der Plan entstammt ebenfalls einem Entwurf von
Prof. Bonatz und Scholer.
Dieser Plan bildete nun die Grundlage für den
kürzlich ausgetragenen Wettbewerb. Das Programm
war ein außerordentlich :verwickeltes. In der
Hauptsache handelte es sich um die Bewältigung
iolgender Aufgaben:
1. Der gesamte Straßenbahnverkehr, einschließlich
des Vorortsverkehrs Stuttgarts war infolge der
Verlegung des Bahnhofs umzugestalten und für die
künftige Entwicklung der Stadt einzurichten.
2. Für den Bahnhofsvorplatz selbst waren die
Gleisanlagen der Straßenbahnen und die Vorsehrungen
zur Verteilung des Fußgänger- und
Fuhrwerkverkehrs zu bestimmen und
3. sollten die auf dem Platz etwa erforderlichen
Hochbauten entworfen werden,
Eine Besprechung der ersten Teilaufgabe
würde zu weit führen und mag deshalb hier auszeschaltet
bleiben, obschon sie einen wesentichen
Bestandteil der Gesamtfrage bildet, da die
Zahl und die Zufahrtswege der Inneroris- und
VYorortslinien einen bestimmenden Einfluß auf die
Verteilung der StraBenbahngleise vor dem Bahnhof
3usühben werden.