Volltext : Für Bauplatz und Werkstatt / Mitteilungen der Kgl. Württemberg. Beratungsstelle für das Baugewerbe (Jg. 1912, Sonderheft)

praktischen Bedürfnissen der betreffenden Handwerkskreise Rechnung geiragen
 werden. Gelehrt wird: Bauzeichnen (Grund- und Aufrisse,
Details), Baukonstruktion mit Vorirag und Zeichnen, Gebäudekunde
 mit Vorirag über das Haus und seine Teile, Gebäudeeinrichtung,
Kanalisation usw. unter Benützung eines den Schülern in die Hand zu
gebenden gedruckten Manuskriptis, Bauführung mit der Lehre über Vorbereitung
 der Baustelle, Rüstungen (einschließlich Unfallverhütung) usw.,
Baukostenberechnung, Buchführung nebst der Führung von Taglohnlisten
 u. dergl, Gesetzeskunde (baupolizeiliche Vorschriften, Arbeiterversicherung,
 Arbeiterrecht usw.}. Als Schüler werden solche junge Leute
zugelassen, die in einem der genannten Berufe die Gesellenprüfung erstanden,
das 18. Lebensjahr zurückgelegt und die nötige allgemeine Vorbildung nachgewiesen
 haben. An einer solchen Schule lehren als Schulvorstand ein höher
geprüfter Architekt, als 2. Lehrer ein Bauwerkmeister. Außerdem stehen
im Bedarfsfall Gehilfen für die beiden Haupflehrer und Hilfslehrer für
Buchführung und Gesetzeskunde zur Verfügung. Die Beziehungen zur Beratungsstelle,
 die mit Deutlichkeit schon aus dem gemeinsam verfolgten Ziele
einer besseren Ausbildung der Bauhandwerker genügend hervorgehen, werden
durch das Verhältnis der beiden Hauptlehrer zu ihr noch deutlicher. ‚Neben
den Aufnahmen von den in den betreffenden Schulorten und ihrer Umgebung
vorhandenen bemerkenswerten alten Bauten für die Beratungsstelle ist auch
die Einrichtung der Wanderausstellungen eine den einzelnen Schulen bezw.
deren zweiten Hauptlehrern zugewiesene und eine von Zeit zu Zeit erneute
Fühlung mit der Beratungsstelle herbeiführende Aufgabe. So wird die Bauhandwerkerschule
 gleichsam ein Außenposten der Beratungsstelle, deren
fruchtbare Tätigkeit eine wirksame Ergänzung der von der Beratungsstelle
selbst veranstalteten Kurse und Wettbewerbe bildet. Zurzeit bestehen 3 Bauhandwerkerschulen.
 Die erste wurde in Biberach im Herbst 1907 errichtet,
die zweite im Herbst 1909 in Hall und die dritte ein Jahr später in Rottweil.

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