Dr. Koppetsch.
Im Anschluß daran Besichligung von Prüfungsanstrichen
und -verputzen.
11.30 Uhr vormillags:
Führungen durch die Stadl. "Treffpunkt aul
dem Markt beim Roland.
} Uhr nachmillags:
Besichtigung des Zerbster Schlosses, seines
Parkes, seiner Sammlungen und einer Auswahl
der berühmtesten Handschriflen des
Staats- und Städtischen Archivs. Treffpunkt
im Schloßhof.
1.15 Uhr nachmiltags:
Milgliederversammlung des Bundes im kleinen
Saale des Schützenhauses an der Promenade.
/ Uhr abends:
Öffentliche Vorträge in der Aula des Gym:
nasiums (Francisceum) in der Brüderstraße
(an der Stadtmauer).
Dr.-Ing. Dipl.-Ing. Hans Wagner, Leiter des
Forschungsinstituts tür Farbentechnik an
ler Würltembergischen Staatlichen Kunstgewerbeschule,
Slultgarl:
Thema:
Wissenschaft und Praxis der Technik farbiger
Fassadebehandlung nach dem heutigen
Stande (auf Grund des Ergebnisses
3äiner an die Regierungen und Staatlichen
Baubehörden gerichteten Umfrage des
Bundes, im Vergleich mit den Ergebnissen
wissenschaftlicher Forschung und den vom
Bunde gesammelten Erfahrungen der
Stadtbauämter).
Dr. phil. Edmund Meier-Oberist, Hamburg
Wandsbek:
Thema:
Bauliche und slädtebauliche Aufgaben deı
Farbe / Praktische Durchbildung von Baufarbenplänen
/ Sinn und Wert örtlich oder
sachlich begrenzier Richtlinien (erläuter!
durch eine große Zahl farbiger Lichtbildeı
— Farbenpholographien nach dem Lumiere-Verfahren
— aus allen Teilen
Deutschlands).
Sonntag, den 6. Oktober:
Ausflug nach den berühmten Schloß-, Parkund
Wasseranlagen von Wörlitz. Kahnfahrı
auf den Parkseen.
Anmeldung erforderlich. Nähere Mitteilung
über diesen Ausflug erhält jeder Tagungsteilnehmer
rechtzeitig.
Anmeldungen werden frühzeilig an die
Geschäftsstelle des Bundes, Hamburg 1, Spilalersiraße
11, erbeten. Teilnahme an der Tagung
steht jedermann, also auch Nichtmitgliedern, frei.
Jeder Teilnehmer erhält Anmeldekarten für
Unterkunft und Ausflüge, dıe an den Magistrai
Zerbst gesandt werden müssen. Jeder Teilnehmer
erhält vor Beginn der Tagung gegen
Überweisung von 3 RM auf das Postscheckkonto
des Bundes (Hamburg 71625 unter Dr. Hellweg)
seine Teilnehmerkarte zugestellt.
Empfangsbüro bis zum 4. Oktober, mittags, im
Bahnhof, Wartesaal II. Klasse, alsdann in der
Buchhandlung von Fr. Gast, Markt 34.
Unterkunftsbesorgung ausschließlich durch
den Magistrat Zerbst.
Richtlinien
für die farbige Behandlung von Fachwerkbauten
Die Wirkung des Fachwerkbaues ist ihrem
Wesen nach kolorislisch. Die Farbe gewinnt für
las Fachwerkhaus daher besondere Bedeutung.
Die Eigentümlichkeit des Fachwerkbaues be-‚uht
in seiner sichtbaren Holzkonstruktion, die
durch die Farbe betont werden muß, auch wenn
sie einfach ist.
Die Belonung des Konstrukliven geschieht anı
xlarslen durch den Gegensatz von hell und dunkel.
Beim Fachwerkhause mit Putzfeldern muß das
Putzfeld der Anslrichtechnik gemäß hell, das
cachwerk dunkel gestrichen werden. Beim
Fachwerkhause mit unverputzter Backsteinfüllung
wird dieser Gegensatz von hell und dunkel
entweder durch schr dunklen oder — in stärkerem
Maße — durch hellen Anstrich des Fachwerks
zrreicht.
Der Anstrich der Putzfelder und des Fachwerks
muß in allen Geschossen gleicharlig sein.
Beim Fachwerkhause mit Putzfeldern ist die
Richtfarbe des Daches und — gegebenenfalls —
les Werksteinsockels maßgebend für die Wahl
ler Anstrichfarbe des Putzes. Der Ton des
Fachwerks hat sich wiederum nach dem Putzton
zu richten, da für den Anstrich des Putzes die
Farbreihe beschränkter als für den Holzanstrich
ist. Die Farbe des Putzes sollte möglichst rein
sein. Lebhafte Töne sind in der Regel zu empfehlen.
Eine ornamenlale Verzierung der Feldeı
muß, falls es sich nicht um eine bodensländige
Eigenart handelt, vermieden werden. Das Fachwerk
kann man durch eine weiße, die farbigen
Putzfelder einrahmende Linie betonen. Weiß
Putzfelder können durch entsprechende Sstark-'arbige
Linien belebt werden. Eine Milderung
les Gegensatzes von hell und dunkel kann man
durch eine, die hellen Putzfelder umrahmende
Junkle Linie erreichen.
Die unverputzte Backsteinfüllung ist nur aus
‚echnischen und wirtschaftlichen Gründen mi!
einem Anstrich zu versehen. Dabei sollte dort
wo die unverputzte Backsteinfüllung boden
sländig ist, eine dem Ton des Backsteins an:
nähernd entsprechende, also eine rötliche, rot
braune oder gelbbraune Farbe gewählt werden
Jie jedoch um einen deutlichen Grad heller und
‚ebhafter gehalten werden muß. Dort, wo deı
Fachwerkbau mit unverputzter Backsteinfüllung
8] ES
FA