nicht (Abplatzen kleiner Stücke). In Görlitz blieb der
Anstrich wischbar und verblaßte. Beim roten Anstrich
aut trockenem Kalkputz erscheint weißer Staub, den
man entfernen kann, während auf frischem Zementputz
umgekehrt beim Abreiben der Farbe Weiß zum Vorschein
kommt. In Idstein hielt der Kalkanstrich auf 4 Monate
altem Kalkputz, während auf halbmonataltem Kalkputz
Blasen entstanden, die aufgeplatzt weiße Flecken ergaben.
Bei zu reichlichem Farbzusatz färbte der Anstrich
ab. Im Zerbst erwies sich der Kalkfarbenanstrich
aut altem und neusm Putz weder wisch- noch waschfest.
In Höxter und Deutsch-Krone sind besondere Beobachtungen
nicht gemacht worden. Zu berücksichtigen ist
bei dem Ergebnis, daß gerade der Kalkfarbenanstrich sich
am wenigsten für Versuche auf ziemlich kleinen Putzflächen
eignet.
Die Beobachtung der Silikat- und der
Wasserglastechnik bestätigt die Erfahrung,
daß diese beiden Verfahren auf neuem, aber bereits
völlig abgebundenem Putz sich bewähren, auf altem
ebenso wie auf noch nicht ganz abgebundenem
Putz zweifelhaft sind.
Die Silikatfarbe hielt in Aachen auf 5 Monate altem
Kalk- und Zementputz; in Görlitz auf abgebundenem und
noch nicht ganz abgebundenem Kalkputz gleichfalls, jedoch
auf frischem Zementputz nicht (Verfärbung); in Idstein
auf 4 Monate altem Kalkputz gut, dagegen auf halbmonataltem
Kalkputz nicht (Flecke); in Zerbst auf neuem
abgebundenem Kalk- und Zementputz gut, auf frischem
Kalkputz dagegen nicht (Abblättern). Andererseits blätterte
der Anstrich in Buxtehude auf altem Zementputz teilweise
leicht ab, während er auf 8 Monate altem Kalkund
Zementputz gut hielt. Achnlich ist das Ergebnis
mit der Wasserglasfarbe (Aachen: Kalk- und Zementputz
5 Monate alt — gut; Buxtehude: alter Zementputz —
fleckig; Idstein: Kalkputz 1 und 4 Monate alt — gut;
Sternberg: gut; Eckernförde: Kalkputz frisch — abgewaschen,
Zementputz frisch — verfärbt und ausgeschlagen,
Kalk- und Zementputz 12 Monate alt — gut: Deutsch-Krone:
gut; Zerbst: neuer Kalk- und Zementputz abgebunden
— wisch- und waschfest).
Die streichfertige Kalkkaseinfarbe eignet
sich besonders für frischen, mindestens neuen Kalkputz,
weniger für alte Putze.
In Aachen hält sie auf neuem Kalk- und Zementputz
zut, in Buxtehude blättert sie auf altem Zementputz zum
Teil leicht ab. In Deutsch-Krone ist das Ergebnis einwandfrei.,
In Zerbst ist die Haltbarkeit auf neuem abzebundenem
Kalk- und Zementputz gut.
Ziemlich einheitlich sind die Beobachtungen
eim Emulsionsfarbenanstrich, Auf neuem
ıbgebundenem Kalk- und Zementputz hielt sich der
Anstrich durchweg gut.
So in Aachen (Putz 5 Monate alt), Deutsch-Krone
Möxter und Zerbst; auf altem Kalkputz auch in Buxtehude,
möxter und Zerbst. In Idstein wurde der Anstrich auf
1albmonataltem Kalkputz teilweise streifig, während er
auf drei Monate altem Kalkputz gut hielt, In Sternberg
wirkte neuer Zementputz schädigend.
Noch gleichmäßiger günstig ist das Ergebnis
veim Leinölfirnis und bei den Patentfirı1issen,
Alle Anstalten berichten gute Haltbarkeit
ıuf abgebundenem neuem und auf altem Kalkınd
Zementputz.
In Eckernförde erwies sich sogar ganz frischer Zenentputz
als unschädlich, weil das Ziegelmauerwerk stark
ıusgetrocknet war, die Putzarbeit bei sehr warmem Wetter
ıusgeführt wurde und der Putz daher annormal schnell
ıbband (Voranstrich mit Schwefelsäurelösung), während
nn Höxter der Anstrich auf sechs Wochen altem Kalkputz
ınd frischem hydraulischem Kalk- und Zementputz in
euchter Lage fleckig wurde und ausblich, — Die Konservierung
des Silikatfarbenanstriches durch Enkaustin wurde
ıur in einem Falle (Zerbst), hier mit Erfolg, durchgeführt.
(Schluß folgt.)
KLEINE MITTEILUNGEN
Einfluß der Witterung
auf die Haltbarkeit des Hausanstriches
In verschiedenen Fachzeitungen erschien kürzlich ein,
Aufsatz über dieses Thema, dem wir einige Hinweise,
entnehmen (H, Schmidt-Lamberg: Witterung und Malerarbeit),
Es wird festgestellt, daß 43% aller bei uns
wehenden Winde Westwinde sind, die einen starken,
Feuchtigkeitsgehalt aufweisen, Dieser Feuchtigkeitsgehalt
wirkt schädigend auf die Haltbarkeit des Anstriches,
Arbeiten bei starkem Westwind an Flächen, die demselben
ausgesetzt sind, sollte man daher vermeiden. Es kommt
hinzu, daß im Anstrich die Zersetzungserscheinungen,
schneller fortschreiten, wenn er in frischem Zustand durch,
die Witterung feucht wurde, Anstriche, die unter Ostwinden
hergestellt werden, pflegen länger zu halten als
die unter dem Westwind geschaffenen, Selbstverständlich,
ist das besondere Klima des Ortes zu berücksichtigen,
welches namentlich durch den Feuchtigkeitsgehalt der
Luft für den Anstrich Bedeutung gewinnt, An den Rändern
der See bis etwa 70 km in das flache Küstenland hinein
weisen Holz- und Putzflächen eine ausgesprochene Sprödigkeit
auf, die sich aus dem Einfluß des Salzgehalts der
Luft auf die Oberfläche des Hauses ergibt, Nur besonders
sorgfältig ausgeführte Arbeiten werden sich in einem
solchen Klima bewähren, Endlich wird auf die Ausdehnung
der Oberfläche durch Erwärmung und die Zusammenziehung
der Oberfläche durch Abkühlung hingewiesen,
In den Monaten April und Mai, September und
Oktober sollten daher Anstriche nicht in früheren Morgenstunden,
sondern am späten Vormittag ausgeführt werden.
Bei großer Sommerhitze ist für Abdeckung der zu streichenden
Flächen zum Schutz gegen die Sonne zu sorgen,
Mit Recht hebt der Verfasser hervor, daß hierauf viel zu
wenig geachtet wird,
Tankanstrich in Aluminiumbronce
Die Oeltanks der Harburger Oelwerke, Brinckman
3 Mergell sind vor einiger Zeit in Aluminiumbronce ge-;trichen
worden. Die leuchtend silberhelle Erscheinung
ler umfangreichen Tankanlagen ist eigentümlich und nicht
ıinangenehm. Die Behälter sehen leicht und ziemlich
ıauffällig aus. Es bleibt nun abzuwarten, wie sich das
3ild im Laufe der Zeit mit zunehmender Verschmutzung
ler Oberfläche verändert, Eine solche Anstrichweise käme
Jei günstiger Erfahrung auch für die häufig störenden
Gasbehälter der kleineren Städte in Betracht. Bisher hat
nan den dunklen kupferbraunen Anstrich der Gasometer
evorzugt, der sich gut bewährt.
Vorträge über Anstrichtechnik in Stuttgart
In jedem Semester werden die Studierenden der
Architekturabteilung der Technischen Hochschule Stuttzart
von einem Hochschullehrer in das Forschungsinstitut
‘ür Farbentechnik an der Staatlichen Kunstgewerbeschule
zeführt, um dort einen zweistündigen Vortrag von Prof.
Jr. Wagner über die Anstrichtechnik zu hören. Leider
ı1andelt es sich hier um eine Ausnahmeerscheinung, die
arheblich verallgemeinert und ausgedehnt werden müßte.
Ausstellung „Kampf gegen Bauschäden“ Stuttgart
Die Staatliche Beratungsstelle für das Baugewerbe
jeim Württembergischen Landesgewerbeamt veranstaltete
<ürzlich eine Ausstellung unter dem oben bezeichneten
Schlagwort, welche auch eine Abteilung „Anstrichschälen“
aufweist, die Prof, Dr. Wagner von der staatlichen
<unstgewerbeschule eingerichtet hatte.
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