Rotormühlen.
Ehe wir das Gebiet des Mühlenantriebes verlassen, müssen wir noch kurz
auf die Rotoren eingehen, die zwar schon vor 50 Jahren als unbrauchbar erkannt
wurden, die aber trotzdem von Flettner nochmals versucht wurden. Die Buckau,
das Rotorsegelschiff, hat Aufsehen erregt, und Flettner hat trotz sachverständiger
Warnungen auch versucht, Rotoren als Windmühlenflügel auszubilden. Das
große Aufsehen, das die Rotoren damals erregten, nötigt uns die Frage zu untersuchen,
ob wirklich durch Verwendung von Rotoren ein Vorteil für Windmühlen
zu erhoffen ist, Wir müssen uns zum besseren Verständnis allerdings
zunächst einmal auf ein den Windmühlen verwandtes aerodynamisches Gebiet,
auf das der Windkraftausnutzung durch Segel begeben.
Der Merkwürdigkeit halber sei erwähnt, daß eine Großfirma ernsthaft ein
Projekt erwog, bei dem mit Segeln versehene Schwimmkörper auf einem Ringkanal
schwimmen sollten. Diese Schwimmkörper sollten durch ein horizontales
Riesenrad miteinander verbunden werden. Die Drehung des Rades sollte
genügend übersetzt, als Kraftquelle ausgenutzt werden. Die Segel sollten dabei
automatische Einrichtungen erhalten, die sie stets in die für den Vortrieb des
Schwimmkörpers günstigste Lage brachten. Wie alle Riesenprojekte von
Windkraftmaschinen wurde auch die „Segelbootmühle‘* nicht gebaut, weil sie
wahrscheinlich unrentabel gewesen wäre. Man denke allein nur an die Übersetzungen,
die nötig gewesen wären, um derart langsame Drehzahlen des
Riesenrades auf brauchbare Drehzahlen zu erhöhen. Und was geschieht, wenn
im Winter der Ringkanal zufriert? Das Projekt wurde nur erwähnt, um zu
zeigen, daß Segelei und Windmüllerei doch gewisse Ähnlichkeit haben. Die
alten Segelmühlen arbeiteten ja auch tatsächlich mit Segeln, die sie genau wie
Segelschiffe etwa alle 2 Jahre höchst unrentablerweise ersetzen mußten, Doch
zum Rotor.
Die tatsächlich an einer 10 kW-Anlage von der Demag mit großen Kosten
durchgeführten Versuche mit einer Rotormühle scheiterten an der Unrentabilität.
Es mußten dauernd, soweit bekannt wurde, 2 kW aufgebracht werden, um
die Rotoren in Drehung zu erhalten. Die überwiegenden Winde, die gerade
nur 2 kW Leistung abgeben, sind alle nicht auszunutzen. Die Anlage würde nur
zu kurze Zeiten brauchbare Leistung abgeben können und kostet laufend
Strom, Windmühlenflügel ohne Dreheinrichtungen und noch besser feste
Blechrepeller stehen in ihrer Verwendbarkeit himmelhoch über den Rotoren.
Die Rotoren sind ja denn auch für Segelschiffe nach 2 Versuchen völlig verschwunden,
und die Rotormühle der Demag ist überhaupt gar nicht erst
öffentlich bekannt geworden.
Wir wandeln eine staubige Straße entlang und sehen plötzlich ein paar
Papierfetzen und Staub einen Kreistanz in rasender Eile vollführen. Der Wind
braucht dabei gar nicht einmal stark zu sein, der Wirbel, um den es sich hier
handelt, rast nur in sich; er bewegt sich dabei langsam etwa mit der Geschwindigkeit
des herrschenden Windes über den Straßendamm. In der Sahara und
anderen Sandbüchsen wachsen Luftwirbel sich zu gewaltigen Sandhosen aus,
die sich in der umgebenden Luft wie feste Körper, etwa wie Segelflächen verhalten;
sie werden vom Winde langsam weitergetrieben. Luftwirbel mischen
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