Volltext : Windmühlenbau einst und jetzt

schaufler. Propellerartige Flügelchen sind in einem senkrechten Rohr angeordnet.
 Die erforderlichen Drehzahlen werden von Repellermühlen durch ein
oberes und ein unteres Zahnradpaar bequem aufgebracht. Weder die Eintauchtiefe
 noch der Abfluß braucht geregelt zu werden. Bisher werden solche
Schraubenschaufler nur elektrisch oder durch Dieselmotor angetrieben und
leisten vorzügliches. Der mit dem Schraubenschaufler verbundenen Repellermühle
 gehört aber in der ganzen Wasserwirtschaft die Zukunft, Weite Gebiete
Deutschlands harren noch einer gründlichen Regulierung des Grundwasserstandes,
 viel Arbeit ist zu vergeben für den Bau und Betrieb solcher Meliorationsmühlen,
 und Arbeitsbeschaffung wird in den kommenden Jahren eine
Notwendigkeit zur Volksgesundung werden.

Elektrizitätserzeugung durch Windkraft.

Viel Staub aufgewirbelt hat in letzter Zeit das Honnefsche Riesenprojekt,
nach dem auf einem 400 m hohen Turm 3 Windräder von 120 m Durchmesser
große Mengen von Elektrizität erzeugen sollten. Das Projekt ist in verschiedener
 Hinsicht interessant, weil man daran deutlich die Fehler erkennt, die bei
der Erzeugung von Elektrizität aus Windkraft zu vermeiden sind,
Aufgebaut ist das Projekt auf einem großen aerologischen Irrtum, auf einer
Verwechselung von Gleichförmigkeit des Windes und Windhäufigkeit. Honnefs
Mitarbeiter, der die Windfrage bearbeitete, hat die große Antenne am Walchensee,
 die wohl auf den Herzogsstand hinaufführt, erbaut. Die Antennenbauer,
zu deren Zunft Honnef als Turmkonstrukteur gleichfalls gehörte, haben ein
großes Interesse an der Gleichförmigkeit des Windes, da die Antennen das Hinund
 Herzerren durch dauernd schwankende Winde schlechter aushalten als
einen stetigen, wenn auch stärkeren Wind, Die Gleichförmigkeitsmessungen,
die gerade an Funktürmen unternommen wurden, sind diesen Spezialisten
weitaus wichtiger als die Windhäufigkeiten. Nun wurde schon erwähnt, daß
in 75 bis 100 m Höhe ein recht gleichmäßiger Wind weht, wenn Wind überhaupt
vorhanden ist. Über letzteren Punkt geben Messungen Auskunft, die gerade
hier bei Berlin, wo das Riesenprojekt erstehen sollte, 5 Jahre lang in größeren
Höhen mittels Drachen oder Registrierballons gemacht wurden. An 12 000 Beobachtungstagen
 wurden die Windgeschwindigkeiten gemessen. Gemessen
wurde in Bodenhöhe auf dem Turm des Observatoriums und in 500 m Höhe,
Hieraus läßt sich der in 200 m herrschende Wind annähernd errechnen. Bis
zu 200 m Höhe sollte der erste Versuchsbau hinaufgeführt werden, ehe an das
Hauptprojekt gegangen wurde. Man fand
Wind von ....... 0Obis2 2bis5 5bis10 10 bis 15 über 15 m/sek
in 40 m Höhe ... 1876 3870 2768 228 A 1 Windstunden
in 200 m Höhe .. 1449 2785 3006 934 586 jährlich

In der allerbrauchbarsten Zone von 2 bis 5 m/sek fehlen oben schon über
1000 Jahresstunden. Die Stufe 5 bis 10 ist für Windkraftzwecke etwas ungenau,
da man wegen der übermäßigen Erhöhung der Baukosten wohl kaum Winde
über 8 m/sek ausnutzen wird. Die niedrigen Windgeschwindigkeiten in der

KU

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