BERGER-SCHAEFER. Praktische Ergebnisse in der Siedlungsarbeit.
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zangbarer Weg zur Linderung der Wohnungsnot
gegeben, immer vorausgesetzt natürlich das Vorhandensein
baureifen Holzes. Daß auch bei Ausbildung
der Schauseiten gute alte und schlichte
Handwerkskunst einsetzen kann, ist unzweifelhaft.
Und wenn auch jetzt noch unter der Not der Zeit
las schmückende Beiwerk fehlen muß, so 1äßt
sich doch durch Gliederung, Formung im ganzen
und im einzelnen und durch farbigen Anstrich
viel erreichen. In Frankfurt bilden die mit
Karbolineum dunkelbraun gestrichenen Stiele
mit dem mattgelben Naturton des Lehmes und
lem ganz undurchbrochenen roten Satteldach
einen Schlichten, ruhigen Farbenzusammenklang,
den die weißen Fenster und dunkelgrünen Fensterläden
freudiger gestalten (Abb. 3).
Den Doppelhäusern, die mit Gas- und Wasser-'eitung
und mit elektrischem Licht ausgestattet
sind, ist je ein Doppelstall beigegeben. Außerlem
ist ein halber Morgen Land vorgesehen, so
laß die Wirtschaftlichkeit dieser Siedlung, für
lie Überteuerungszuschüsse noch gewährt sind,
zesichert erscheint. Die Vierzimmerwohnung,
ım ı. März 1920 fertiggestellt, kostet ohne die
"Jberteuerung von 17000 M. nur 11000 M.
;ichlüsselfertig einschl. Landerwerb, Straßenzosten
und Stall.
Ob mit diesem entschlossenen Zurückgreifen
auf alte Form und Bauweise, deren Beispiele
sich durch Jahrhunderte erhalten haben, richtiger
zehandelt ist als mit dem ängstlichen Festhalten
ın dem Massivbau für den Kleinwohnungsbau,
kann nur die Zeit lehren. Jedenfalls zwingt das
Wohnungselend gebieterisch zur Ausnutzung aller
Mittel, die geeignet erscheinen, dem geschwächten
Volkskörper zur Gesundung zu verhelfen.
Siedlungsbauten auf Moor.
Von Geh. Reg.-Rat Professor E, Krüger, Berlin.
(Fortsetzung.)
3. Welche Bauweise sollen wir anwenden? mitmachen muß, die das Moor unter der Baulast
a. Die Gründung. und infolge der Entwässerung erleidet. Daraus
DE wichtigste Vorfrage ist zunächst die nach folgt die Notwendigkeit, die Baustelle recht
./ der anzuwendenden Gründung. Sollen wir zleichmäßig zu belasten, um Schiefsackungen
die Gebäudelast unter allen Umständen durch zu vermeiden, daß man aber auch das Haus
lie Fundamente bis auf den mineralischen, unlichst leicht bauen muß. Letzterer Umstand
meistens festen, Baugrund übertragen oder dürfen ührt leicht zu minderwertiger, weniger dauerwir
das’Haus oben auf das Moor setzen und after Bauweise.
2s die unvermeidlichen Bewegungen dieses un- Die feste Gründung gestattet zwar jede
sicheren Baugrundes mitmachen lassen? Wir Deliebige, schwere und feste Bauweise, beeinwollen
das erste Verfahren die „feste“ und —Tächtigt aber die Auswahl der Baustelle in
die letztere kurz die „schwimmende“ Gründung Dezug auf wirtschaftliche Lage, da man genötigt
nennen. st, einen möglichst flachen Moorstand auszu-Der
Gedanke an die schwimmende Gründung suchen, will man nicht die Gründungskosten bis
hat für ein strenges Mitglied der Bauzunft etwas ıuf unwirtschaftliche Höhe steigern. Dazu
Ungeheuerliches, wenn man bedenkt, daß das xommt noch, daß bei der festen Gründung das
Moor, das der Besiedlung erschlossen und bebaut aus immer mehr über das umgebende Land
werden soll, manchmal, in noch unentwässertem 1erauswächst, je mehr das Moor ringsum infolge
Zustande, weniger Trockenmasse . enthält als ier fortschreitenden Entwässerung und Vererdung
Kuhmilch. ;ackt, so daß alle zum Gehöft gerichteten Fuhren
Die bei Entscheidung dieser Frage nach der ergan befördert werden müssen. Feste Grün-Sründungsweise
maßgebenden Erwägungen kön- lung auf Holz (Pfahlrost) ist bedenklich, weil
nen wir wie folgt kennzeichnen. )ei abnehmendem Grund wasserstande die Pfähle
Die schwimmende Gründung gewährt ler Fäulnis verfallen, wonach ein Neubau unziemlich
ganz freie Hand in der Auswahl der rermeidlich wird. Überall da, wo unter dem
Baustelle allein nach wirtschaftlichen Gesichts- Moor nicht Sand sondern Schlick ansteht (z. B.
punkten, da die Gründungskosten unabhängig Xehdingermoor), der eine Festigkeit ähnlich der
von der Tiefe des Moorstandes sind, der die _5chmierseife besitzt, ist feste Gründung unter
Kosten einer festen Gründung in hohem Maße Allen Umständen ausgeschlossen. Sie mag dabeeinflußt.
Sie ist wesentlich billiger als die gegen bei flachem Moorstande, bis etwa 2m,
feste Gründung, bringt allerdings den Nachteil mit festem Untergrunde immer den Vorzug vor
nit sich. daß das Haus die Senkungen des Moores ler schwimmenden Gründung verdienen