\Litteilungen. — Wettbewerbe,
von den Autflagern nach der Mitie zu mit schräg gestellten
Bolzen zusammengezogen. Die Praxis auf dem Bauplatz
hat ergeben, daß statt der Bolzen, für welche erst Löcher
vorgebohrt werden müssen und die immerhin infolge
Arbeit und Materials Aufwendungen verursachen, besser
xräftige Sparrennägel in die Rundholzhälften schräg hinsingetrieben
und unten umgebogen werden. Die Nägel
aaben vor Bolzen den Vorteil, daß sie beim Eintrocknen
und Schwinden des Holzes fester umklammert werden,
als es bei den vorgebohrten Bolzen möglich sein kann.
Die praktische Bedeutung der Erfindung beruht,
kurz zusammengefaßt, auf folgendem: 1. Der Preis für
Rundholz beträgt etwa ein Drittel dessen für Kauntholz.
2. Es wird Material gespart, weil Abfälle so gut wie
gar nicht vorhanden sind. 3. Es entfallen die Fuhrkosten
som Walde zum Sägewerk und vom Sägewerk zum
Zimmerplatze. Das Aufsiumen der Rundhölzer besorgt
der Zimmermeister mit der Kreissäge. 4. Bei den Rundhölzern
kommen die festen Teile des Kernholzes an die
am meisten beanspruchten Stellen zu liegen; die minderwertigen
Holzteile liegen in der neutralen Zone. 5. Die
Nuten in der Mitte der aufgeschnittenen Rundholzbalken
dienen. wie bei den Wänden zum Einschieben der Grünlinge,
bei den Decken zum Einschieben der Zwischenlecken,
so daß die Leisten, wie sie bei rechteckigen
Balken üblich sind, erspart werden.
In den von der Stadt Hildesheim errichteten Probedauten
sind solche Balken für die Kellerdecken als Ersatz
{ür eiserne I-Träger und für die Decken über dem Erdgeschoß
angewendet worden. Die Kellerdecke ist mit
Sruchsteinen, die billig zur Verfügung standen, gewölbt.
Als Widarlager dienen die Einbuchtungen der Balkenquerschnitte
zwischen den halben Rundhölzern. Die
Decken über dem Erdgeschoß haben Einschub von
Schwarten, die in den Einbuchtungen ihr Auflager
finden. Auf die Schwarten ist Strohlehm aufgebracht,
und von unten sind die Schwarten und vorstehenden
Balkenteile mit Lehmputz unter Mitverwendung von Stroh
and Bindedraht versehen, so daß reliefierte Deckenuntersichten
entstanden sind, wie sie in der Hildesheimer
Gegend auf dem Lande in alten Bauernhäusern noch heute
vielfach zu sehen sind. Für die Kehlbalkendecke sind
Balken aus zwei aufeinander genagelten Rundhölzern von
verschiedener Stärke angewandt. Auf dem unteren
stärkeren Rundholz liegt die Einschubdecke auf. Im
übrigen ist diese Decke ebenso gestaltet wie die über
lem Erdgeschoß. Dr.-Ing. Rahlves.
Neue Normen. Ein Entwurf zu einem Normenblatt
tür Mauerziegel D I Norm 105 setzt mit der Begriffsbestimmung
eine Klasseneinteilung fest, die gewisse Unterscheidungsmerkmale
als Wertmesser für die verschiedenen
Gattungen der Ziegeleierzeugnisse gibt. Weiter enthält
das Blatt Angaben über Druckfestigkeit, über Größe
und Form, über Wasseranfnahmefähigkeit und Frastbeständigkeit.
Im Entwurf werden ferner Normen für Kacheln für
Tonöfen veröffentlicht. Das Blatt DI Norm 409 gibt
die Form und die Maße der Normalkachel, der Eck- und
Sockelkachel sowie der Übergangs- und Abschlußkachel.
Statt der bisher gebräuchlichen drei Kachelmaße, die als
rheinisches, sächsisches und süddeutsches Maß bekannt
sind, werden einheitliche Abmessungen von 22 X 22 cm
vorgeschlagen.” Die Kachelecken sollen zur Erreichung
gleichmäßiger Oberflächentemperatur eine einheitliche
Rundung erhalten. Auch für die Rundungsprofile wird
eine Vereinheitlichung vorgeschlagen, ohne damit die
künstlerische Ausbildung des Ofens im einzelnen heschränken
zu wollen.
Massenelend, Massenauswanderung, Massensiedlung
war das Thema eines Flugblattes, das die
Deutsche.Gartenstadtgesellschaft zu ihrer am 10. Dezember
1919 in Berlin tagenden Hauptrersammlung versandt
ıatte. Der Verfasser des Flugblattes weist auf das unabvendbare
Elend hin, das die notwendige Folge unserer
nn den Feinden voll ansgehenteten Niederlage sein wird.
vlindestens 10 Millionen Menschen werden ihre Existenzzrundlage
verlieren und darum auswandern müssen,
venn dieser Strom nicht zur Urproduktion der Landvirtschaft
zurückgelenkt werden kann.
In der Aussprache, an der sich u. a. Ökonomierat
Ir. Meyer, Stadtbaurat Martin Wagner und Rechtsınwalt
Westphal beteiligten, wurden die neuen Aufgaben,
lie der Gartenstadtgesellschaft aus der künftigen Siedungstätigkeit
erwachsen, eingehend beleuchtet. Der
3ildung reiner Gartenstädte unter Anknüpfung an die
ndustrie, die Landwirtschaft und die Kleinstädte stellen
ich heute große Schwierigkeiten in den Weg. Dagegen
ı\aben Kleinunternehmungen, wie die Siedlung des Pastors
ichulze- Sodingen in Hörde, die von begeisterten, sich
elbst helfenden Menschen geschaffen werden, größere
\ussicht auf Erfolg. Es muß daher die Aufgabe der
leutschen Gartenstadtgesellschaft sein, die Propheten zu
chaffen, die zu solchem Werk gehören. In einem
semeinsam von der Deutschen Gartenstadtgesellschaft
ınd vom Groß-Berliner Verein für Kleinwohnungswesen
veranstalteten Vortrag entwickelte Gartenarchitekt Migge
len Gedanken der Stadtsiedlung. Da die Schwierigkeit,
lie Massen auf das Land zu verpflanzen, unüberwindlich
st, müssen die Städte selbst die Nahrung schaffen.
is muß in der Stadt gesiedelt werden, denn hier ist
Jünger und Wasser in ausreichendem Maße, auf dem
„ande nicht. Die Heimstättensiedlung und die landvirtschaftliche
Siedlung hat versagt, es bleibt nur übrig,
‚aß der Städter durch intensive gärtnerische Bearbeitung
ines ausreichend großen Gebietes sich selbst hiltt.
Vird angenommen, daß für den Kopf 100 qm Gartenfläche
ıötig ist, so würde z, B. ein Ring um Groß-Berlin von
ıur ı km Breite genügen.
Man wird dem Grundgedanken Migges, den Gartenjau
nach Möglichkeit zu verbreiten, zustimmen können,
‚hne den Vorschlag in seinen Folgerungen anzunehmen.
Der von ihm versprochene Erfolg erscheint unsicher,
lenn einmal wird nur ein geringer Prozentsatz der Großtadtbevölkerung
die Mühen des Gartenbaues neben der
jerufsarbeit ertragen können und wollen, zweitens werden
‚uch bei der Stadtsiedlung neue Verkehrs- und Transportırobleme
entstehen, die nicht im Handumdrehen und
'hne große Mittel überwunden werden können. Es ist
ichtig, daß Dung und Wasser in der Großstadt vor-‚anden
ist; aber zunächst nicht an den Stellen, wo beides
zebraucht werden soll. Selbst auf dem vorgeschlagenen
Weg wird sich die drohende Katastrophe nur abwenden
assen unter der Bedingung, daß die gesamte Bevölkerung
zu fleißiger Arheit zurückkehrt. Kn
Wettbewerbe,
In dem von der Gemeinnützigen Gesellschaft für
Sanierung der Altstadt Altona ausgeschriebenen Wettbeverb
zur Schaffung von Kleinwohnungen im Süderteil
1ltonas erhielt unter 18 Bewerbern den ersten Preis
1500 Mark) Architekt Emil Hinrichsen. Der zweite
‚nd dritte Preis wurden zu zwei gleichen Preisen zuer-‚annt
den Entwürfen von Prof. Curt Francke und
°riedrich R. Ostermever.
In dem. von der Stadt Mannheim ausgeschriebenen
Wettbewerb für die Bebauung und architektonische Aus-‚estaltung
des Baugebietes Schafweide und Altwasser
ıat das Preisgericht, bestehend aus Prof. P. Breetz, Stuttsart,
Prof. Theodor Fischer, München, und Stadtbaurat
>°rof. Roth, Mannheim, vier gleiche Preise von je 3000 Mark
uerkannt den Architekten Heinrich Vo11, Berlin, Wilhelm
Sachse, J. Fr. Morkel, Huge und Plattner, Mannıeim.
Anygekauft zum l’reisc von je 1500 Mark wurden
lie Entwürfe der Architekten Marx und Wagner, Oberyauinspektor
Stadel, Karlsruhe, Regierungshaumeister
idalf Herberger, Mannheim.
Zur Aufstellung eines Bebauungsplanes für das frei
gewordene Festungsgelände der Stadt Köln zwischen der
.ngenannten Neustudt und den Vorarten. das etwa 200 ha