Volltext : Die Ausnutzung der Windkräfte unter besonderer Berücksichtigung der ländlichen Gemeinde-Wasser- und Elektrizitäts-Versorgung

FSünftes Kapitel.

Windelektrizitätgwerfe.

Allgemeines. Die Elektrizität, die ih im Laufe der legten Hahrzehnte von
Stufe zu Stufe faft auf allen Gebieten behauptet, bietet unftreitig die nußbarfte und
‚Dealite Form in der Ausnugung aller Naturkräfte. In Gewerbe, Fnduftrie, Lands
wirtfdhaft, im Berkehrswefen, kurz überall bewährt fie fich Heute als treibende Kraft,
ls Wärme oder Hemijdhe Energie, und genügt ein Hebelzug, um fie in irgendeiner
orm die gewünfchte Arbeit Leiften zu lajfjen. Dabei kommen die Vorzüge, die ja
jedem zur Genüge befannt fein dürfen, in immer erhöhterem Maße in Städten und
Semeinden zur Geltung. In den Induftriezentren, wo fidh die Maffenerzeugung
zleftrijdher Energie Lohnt, erfheint eine Überlandzentrale nach der anderen auf der
Bildfläde und fuchen fidh die entftehenden Werke in ihrem Umfang fajt zu überbieten,
Wo eine billige Waijferkraft als Antriebsfakftor vorhanden, fchien die Lebens{ähigkeit
;iner eleftrijdhen Zentrale als unbedingt gefichert, und hat man auch allenthalben die
zilligen Betriebsfräfte den Landbewohnern als Lidht- und Kraftenergie geboten. In
Segenden jedoch, in denen fi) die Errichtung eines ElektrizitätswerkeSs nicht Lohnte,
ei €e8, daß der Betrieb mit Wärmemotoren e8 nicht geftattete, eben weil fidh der
Betrieb feinerer Anlagen mit Wärmemotoren ujw. durch den unglinftigen Nugeffekt
der Mafchinen und die Koftfpielige Unterhaltung eines gefdhulten Wärters meift ungünftig
 geftaltet, und billige Walferkräfte nicht zur Verfügung jtanden, mußte man
auf die Unnehmlichleit der Elektrizität verzichten und fid) mit den alten Gepflogenheiten
 weiter Helfen. Fnsbhefjondere ift dies der Fall in Gegenden geringer Bevölferungsdihte,
 bei einzelftehenden WohHnhäufern, SutsShöfen, fNeineren Fabriken, Heinen Bahnjöfen,
 Villen u. dgl.; die Annehmlichteit der Sleftrizität blieb dort eben ein frommer
Wunich, folange fidh außer den Waffermotoren nicht ein Weotor fand, der die CrjeugungSfojten
 auf ein Minimum brachte,
Die Elektrotechnif ift indes [chon feit Jahren durch BVerfuche‘ beftrebt, den Wind
auch für die Elektrizität nugßbar zu machen, die aber zum Teil von geringem
Srfolg waren, zum Teil wieder zu unbefriedigenden Vöfungen führten. Man mag
dabei von dem Gedanken geleitet worden fein, daß der Hauptnugen bei der Anwendung
der Windkraft in der -Erjparnis der Betriebsunkoften befteht, was ja in der Tat eine
zroße Rolle fpielt. Wer auch ein anderer Faktor fprach hierbei mit, nämlich, daß
%e Windkraft wie auch die Waiferfraft jo geringe Anforderungen an die Wartung
            
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